Im Heimatsaal der Vinothek klingt es halt schon anders

Jetzt ist es ja wieder erlaubt, drinnen zu üben, wenn die Corona Auflagen beachtet werden. Daher dürfen wir vorerst auch noch nicht in unserem neu renovierten Proberaum musizieren, denn jeder Musiker braucht eine bestimmte Fläche für sich. Wir sind unserer Ortsverwaltung sehr dankbar dafür, dass sie uns den Heimatsaal der Vinothek Zeller Abtsberg für diese Probe angemietet hat. Ab dieser Woche ist mittwochs die Abtsberghalle frei und da ist der Transportweg für unser Schlagzeuger Andreas wesentlich kürzer. Und wenn dann noch der eine oder die andere beim Hochtragen helfen …

Wie doch alles wahrnehmbarer klingt in einem Saal oder Raum gegenüber dem Musizieren im Freien. Auch wenn die Abstände genau so groß sind, sind die anderen Musikkameraden nunmehr gut zu hören und jeder kann sich wesentlich besser auf das Zusammenspiel und den homogenen Klang konzentrieren und sich selbst konsequenter mit seinem Spielen anpassen.

Auch im Heimatsaal haben wir uns mit Medleys für unser Herbstkonzert am 16. Oktober dieses Jahres näher befasst und einzelne Titel davon uns sehr genau angesehen und studiert. Aber auf die Probezeit mit „unserer“ Julia-Polka freuen wir uns am ärgsten. Und wir kommen dem guten Polkaspielen immer näher. Toll, wie Johannes Kurz, unser Dirigent, den führenden Melodieinstrumenten, den Flügelhorn-, Tenorhorn-, Bariton- und Hornbläsern die Sache, wie sie die Polkamelodien intonieren sollen, erklärt. Da wird einem schon alleine beim Zuhören warm ums Herz. Und das braucht’s auch, das Herzblut, beim Polkaspielen. „Stellt euch vor, ihr stupft die Achtelnoten gerade so wie Regentropfen an, die dann aufgehen, ganz weich und mit viel Gefühl. Bei den langen Noten in der Melodie am Schluss, da bleibt ihr stehen und werdet leiser, damit das Gezwirbel des Holzsatzes wie auch die Trompetensignale durchkommen.“, so der Dirigent. Auch das Luftholen aller Melodiebläser zum gleichen Zeitpunkt muss angesagt und eingeübt werden. Gerade Julio, unserem mexikanischen Musikkameraden am Euphonium (etwas anders als das Tenorhorn gebaut aber genau so klingt), der in seiner Heimat Blasmusik nicht kannte, macht es sichtlich Spaß, sich in die Polka hinein zu fuchsen und den Sound der Polka seinem Instrument zu entlocken. Gut, dass seine Deutschkenntnisse sehr gut sind, um das alles zu verstehen, selbst Zellerisch, was Dirigent und wir mit ihm reden.

Haben Sie schon beim Polkaanhören gehört, wie wichtig die Tuba bei der Polka ist? Sie ist der „Treiber“ in der Polka und darf niemals bremsen (wie das das Holzregister tun darf) sondern immer etwas leicht nach vorne spielt – also munter und fidel die anderen Musikkanten „etwas vor sich her treiben“. Dabei spielt sie die Viertelnoten, wohl die wichtigsten Noten bei einer Tuba, abgesetzt, also verkürzt und nur breit, wenn es so dabei steht. Und die Achtelnoten, die spielt ein Tubist kurz und knackig – hören Sie nur „unserem“ Guido zu, gerade diese spielt er in der Polka von Herzen gerne und wenn noch so ein toller Achtellaufübergang kommt, ist er kaum zu bremsen. Seine Viertelnoten zu hören, das macht Spaß. Und wenn sie dann zu zweit oder zu dritt sind mit Werner und Paul, dann geht die Post ab, dann sind sie nicht mehr zu schlagen. Neuerdings haben sie noch ein „Plus im Ärmel“. Dieses Geheimnis lüften wir demnächst.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Unsere zweite Probe 2021 im Freien auch mit der Julia-Polka auf dem Pult

Mittwochabend in der Vorwoche – heißes Wetter und für den Abend in Südbaden ist Regen angesagt – was trifft uns das, wo wir doch im Herzen von Mittelbaden wohnen!

Und dieses Mal hat es mit der stattlichen Figur zugetroffen; unser Dirigent Johannes Kurz war wieder genesen. Wir hatten doch recht in der Vermutung, dass er die allererste Probe in 2021 doch allzu gerne selbst geleitet hätte. Hannah Blattner habe aber in jener Probe gute Vorarbeit für sein Proben geleistet, konstatierte er am Ende der Probe gerne.

Bei angenehmen Temperaturen haben wir uns auf halb acht Corona gerecht auf dem Vorplatz zu unserem Proberaum getroffen und die Instrumente mit viel Erwartung ausgepackt. Nach den Tonstudien waren die Musik von Die Schöne und das Biest und wieder die Filmmelodien aus Der Gladiator auf dem Notenpult gelandet. Johannes Kurz hat gezielt gewisse Stellen zum Einspielen in die Stücke ausgewählt und intensiv eingeprobt. Wenn man ihm zuhört, wie er beschreibt, wie Noten, Takte und Phrasen gespielt werden sollen und auch was da gerade im Film oder Musical abläuft, ist es für uns Musikerinnen und Musiker eine unbeschreiblich gute Hilfe zur Intonierung im Einzelnen und als Orchester.

Und dann kam sie, die schon liebgewonnene Julia-Polka auf das Dirigentenpult. Johannes Kurz meinte trocken: „Das Trio habt ihr ja schon mit Hannah fleißig geübt. Heute nehmen wir den Anfang der Polka näher unter die Lupe. Wenn wir die erste Phrase erst einmal intus und verstanden haben, dann können wir die ganze Julia-Polka spielen, denn die Polka ist in Melodien und darin in Phrasen (Abschnitte) eingeteilt. Bitte beachtet unbedingt, dass alle gemeinsam erst am Ende der Phrasen Atem holen. Achtet auf mein Dirigat beim Setzen von Melodieschwerpunkten und spielt auf die Zielnote bewusst hin. Und ganz wichtig neben dem Herausschauen: spielt die Viertel- und Achtelnoten kurz, wenn nichts anderes darüber steht.“ Ja, und das ist ja auch das Geheimnis bei den Polkas: Bei den Viertelnoten werden nur ¾ der notierten Tonlänge gespielt, bei den Achteln nur die Hälfte. Das alles gilt auch z. B. für die letzte Note innerhalb eines Bindebogens, d. h. die letzte Note wird „abgezogen“. „Soll eine Note anders geblasen werden, dann ist das über der Note angezeigt!“, ergänzt unser Dirigent noch. Und weiter: „In jeder Phrase werdet zum Höhepunkt hin lauter und zum Zielton hin schwellt wieder ab.“ – Dann kann’s ja losgehen mit der Julia-Polka.

Wie in einer früheren Ausgabe an dieser Stelle berichtet, sind die Trompeten für die Signale in einer Polka zuständig. Diese Signale künden eine Überleitung an oder verbinden einzelne Abschnitte. Dabei sind sie bei der Mährischen Polka exakt, also „gerade“ zu spielen, in den Polkas aus der Böhmerländer Region leicht versetzt. Und dann kommt es noch darauf an, ob die Signale eine Melodie umspielen und sich deswegen der Lautstärke unterordnen oder ob es ein gut hörbares „Achtungssignal“ sein soll.

Und dann braucht die Polka auch „Salz in der Suppe“ – nicht nur bei der von uns bei Rudi Flierl sehr oft intonierten Polka „Pfeffer und Salz“. Dieses „Salz“ bringt der Holzsatz (Querflöten, Oboe und Klarinetten) ein, indem er die Melodie verziert oder kommentiert, wenn sie auf langen, ruhenden Noten ankommt. Dabei sollen diese Einwürfe frech, luftig, leicht und locker herüberkommen als ob keinerlei schwierige Griffkombinationen auf dem Notenblatt vorgegeben sind. Und dann kommt noch von Johannes Kurz gleich nach den ersten Holzeinsätzen, wie es früher auch schon Rudi Flierl und andere Dirigenten immer wieder forderten, der Hinweis: „Spielt die Achtelnoten wie mit angezogener Handbremse!“ Das heißt für die Holzbläser, diese Noten im Takt etwas verzögert und doch mit viel Gefühl anzublasen und trotzdem auf die Kürze der Notenspiellänge zu achten. Wir Holzbläser werden uns diesen Satz hinter die Ohren schreiben und anwenden.

Nachdem wir hier einen Teil unserer Musikkapelle bezüglich „unserer“ Julia-Polka kommentiert haben, machen wir es für heute wie bei der Polka-Probe: Das nächste Mal kommt der zweite Teil dran.

Der Regen hat sich an diesem Abend nicht ganz an seine vorhergesagten Grenzen gehalten. Es tröpfelte eine Weile schon ein bisschen und die Posaunen wollten es genau wissen. Aber der Dirigent wies ihr Ansinnen auf ein doch früheres kühles Bier ab. Die Probe lief weiter. Wie wir gemerkt haben, waren an diesem Abend viele in der Umgebung auf den Balkonen und froh über etwas Abwechslung. Ja, Probe kann für Zuhörer auch einmal zu einer kleinen „Lehrstunde“ in Sachen Musik(probe) werden. Das hat sich wohl auch Ortschaftsrat Heribert Schramm gedacht und eine Zeit lang auf der Mauer des Winzerbrunnens verweilt.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Die Julia Polka ist’s, mit der wir ins Polka Spielen tiefer eintauchen

Letzten Samstag war es so weit – unsere erste diesjährige Musikprobe und das am 29. Mai 2021! Wer hätte sich dies in „normalen“ Zeiten vorstellen können, dass 5 Monate ins Land ziehen, ehe zur ersten Probe im Jahr geladen wird? Das Frühjahrskonzert im April und erste Auftritte, die wären schon gelaufen, normalerweise.

Wir haben es geschafft, unter den Vorgaben der aktuellen Corona Landesverordnung Baden-Württemberg, uns vor dem Proberaum zu einer Probe im Freien zu treffen! Und es kamen alle Musikkameraden, die nicht gerade in Ferien waren oder aus anderem Grund nicht kommen konnten.

Die Musiker staunten nicht schlecht, dass anstatt einer nicht zu übersehenden, stattlichen Figur eine zierliche, sich bereits am Dirigentenpult zu schaffen machende Hannah Blattner, unsere Vizedirigentin, zu sehen war. Natürlich wünschten wir alle unserem Dirigenten Johannes Kurz gute Besserung, denn, das wussten wir alle, er hätte zu gerne die Premiereprobe 2021 selbst geleitet.

Nach dem obligatorischen Tönestudium, ganz wichtig nach so langer gemeinsamer Blasabstinenz, ging Hannah ans Werk. Zur Einstimmung ins gemeinsame Spielen gab es einen Marsch, ehe dann das Medley von Simon und Garfunkel aufgelegt wurde. Viel Lob gab es von unserer Vizedirigentin über das, was nach 7 Monaten Spielpause so alles ziemlich gut und gut lief. Ihr ehrliches Lächeln, die blitzenden Augen, ihr aufmerksames Zuhören und die positive, ermunternde Ansprache der Musikerinnen und Musiker sogen sie mit Freude auf und gaben ihr Bestes. Heinz Schütz meinte: „Was auf der Festplatte im Kopf eingebrannt ist, kann ich immer abrufen und wie geübt, umsetzen.“ So erging es eigentlich doch allen Musikerinnen und Musikern. Bei „Musik aus dem Film Der Gladiator“ wurde es dann schon eine Übestunde, da wir dieses Stück, vorgesehen für das Frühjahrskonzert 2020, erst wenige Male angespielt hatten ehe der Lockdown Mitte März 2020 hereinbrach. Ein Aufatmen ging dann durch die Reihen, als Hannah die „Julia Polka“, unsere neue, ansagte. Ja, an dieser Polka will uns unser Dirigent Johannes Kurz zeigen und einüben, wie man eine Polka spielt.

Man hat’s gehört, die Musikkameraden haben daheim schon fleißig geübt. Es kam schon viel Schönes rüber und die Melodie, die in der Originalfassung gesungen wird, war schon führend zu hören von dem Trompeten- wie auch vom Tenorhornregister. Aber nach eineinhalb Stunden des Blasens war der Ansatz doch ziemlich abgeschliffen und die Probe eine viertel Stunde eher fertig.

Alle waren glücklich, zufrieden über das schon wieder gut klingende Zusammenspiel der Musikkapelle Zell-Weierbach und über das hingebungsvolle Dirigat von „unserer“ Hannah und ihrem anmutigen Lächeln. Auch unser Schlagzeuger Matthias, der in Freiburg wohnt, ließ sich die Probe nicht nehmen und war froh und stolz, ein Teil des ganzen musikalischen Ereignisses dieses Tages sein zu dürfen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, das war auch schon der Auftakt der Proben zu unserem frühlingshaften Herbstkonzert, das wir uns für den 16. Oktober dieses Jahres vornehmen.

Die Anwohner um das Probelokal herum werden wohl gemeint haben, nicht richtig zu hören, als die Probe zur Mittagszeit anfing. Wir hoffen, niemandem den Mittagschlaf geraubt zu haben. Und wenn es dann und wann auch mal „schräg“ klang, lag es meist nicht an den Musikanten sondern so stand’s zumindest beim Gladiator in den Noten. Viele vorbei Gehende staunten frohgemut über das zu Sehende und zu Hörende und freuten sich über einen mutigen Lichtblick im Corona Alltag. Auch wir hoffen und freuen uns auf noch mehr!

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Der virtuelle Musikerstammtisch macht Hoffnung und Mut aufs Musikmachen

Auf Mittwoch voriger Woche haben Musikervorstand Ralf Vollmer und Dirigent Johannes Kurz die Musikerinnen und Musiker zum zweiten virtuellen Musikerstammtisch des Jahres 2021 herzlich eingeladen und gut die Hälfte der Mannschaft hat sich aufgeschaltet. Ging es beim ersten Treffen in diesem Jahr um das Thema, wie man eine Polka richtig spielt, war es dieses Mal ein Stammtisch, der Hoffnung und Mut für baldiges Proben bestärken wollte.

Johannes Kurz, als Leiter der Musikschule Hornberg bestens über die jeweils aktuellste Corona Landesverordnung in Baden-Württemberg informiert, stellte die neue Corona Landesverordnung, die am 20. Mai in unserem Landkreis in Kraft trat, vor. Er ging im Wesentlichen auf die Behandlung kultureller Vereinigungen ein. Endlich sind auch sie mit in die Corona Lockerungen einbezogen und das macht Mut.

Für das Titelbild seiner Präsentation nahm Johannes Kurz ein vielsagendes Foto von 1964, wo unsere damaligen Musikkollegen, und Wilfried Ehrhard spielt heute noch bei uns mit, in Saint Jean de Losne mitten auf der Hauptstraße ein Ständchen zu Ehren der gerade gegründeten Städtepartnerschaft spielten. Ein Aufbruch in eine neue Zeit der Partnerschaft zwischen Franzosen und Deutschen und so ist es gefühlt eben wieder. Wir wollen durchstarten in die Post-Corona Zeit mit viel Mut, Ideen, gemeinsamem Musizieren und wieder mit persönlicher Kameradschaftspflege.

Damals hieß das neue für uns Zell-Weierbacher unbekannte und schwer auszusprechende Wort „Jumelage“, das mittlerweile wohl jeder versteht und übersetzen kann. Heute heißt das Zauberwort „Öffnungsstufe“ und es gibt gleich 3 davon! Voraussetzung für alle Stufen ist eine Inzidenzwert kleiner 100 an mindestens 5 Werktagen und fallende Tendenz.

In der Öffnungsstufe 1, die bei uns ab dem 20. Mai eintrat, dürfen 100 Musikerinnen und Musiker im Freien musizieren aber Musikunterricht in Räumen darf für Blasinstrumente noch nicht stattfinden (was soll’s, es sind ja eh Pfingstferien).

In der Öffnungsstufe 2, nach 14 Tagen (voraussichtlich ab dem 3. Juni), wenn die Voraussetzungen stimmen, dürfen bis zu 100 Musikanten in Hallen spielen und auch der Blasmusikunterricht darf mit bis zu 20 Schülern stattfinden und unser Jugendorchester SoundFabrik darf den Unterricht wieder aufnehmen.

In der Öffnungsstufe 3 nach weiteren 14 Tagen (voraussichtlich ab 17. Juni) dürfen dann bis zu 250 Musikanten in Hallen proben und der Blasmusikunterricht geht weiter wie oben beschrieben.

Das hört sich wie im Märchen an – aber um dies zu verwirklichen, hat die Corona Landesverordnung Baden-Württemberg ordentlich große Pflöcke eingeschlagen. Das alles geht nur mit einem umfangreichen Hygienekonzept, Datenerfassung und –löschung nach Vorgaben, mit aktueller Testpflicht bzw. Impf- und Genesenennachweis sowie Zutrittsverbot für alle ohne Testergebnis (negativ), ohne Nachweis und mit Covid-19 Symptomen.

Mit Einzelheiten wollen wir Sie hier nicht behelligen. Wir haben das nach den Lockerungen nach der ersten Corona Welle geschafft und werden die Voraussetzungen auch dieses Mal geschaffen bekommen, um unseren „musikalischen Spielbetrieb“ wieder mit Freude, Engagement und dem Ziel von Auftritten in Gang zu setzen – und das ganz bald.

Dann dürfen Sie auch auf unser frühlingshaftes Herbstkonzert am Samstag, den 16. Oktober dieses Jahres, hoffen und gleich im Kalender festhalten. Wir freuen uns nun auf uns und dann auf Sie!

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Eine Polka richtig komponieren – eine nicht ganz leichte Aufgabe

Was ein Komponist oder eine Komponistin so alles überlegen und im Blick haben muss, wenn er oder sie an eine Polka geht! Natürlich ist da bereits eine Melodie im Ohr, die das Leitmotiv dieser Polka werden soll.

Nach einer Einleitung steht dann diese Leitmelodie im Mittelpunkt. Anschließend gibt es eine Überleitung, um nochmals die Leitmelodie zu wiederholen. Oder es geht gleich ins Trio, wo eine zweite Melodie das Zepter übernimmt. Je nach Gusto des Komponierenden gibt es auch hier eine Überleitung, um danach nochmals die Triomelodie triumphieren zu lassen.

 Ja, auf was kommt es aber nun an, werden Sie sich jetzt wohl fragen, was es ausmacht, eine Blasmusikpolka so zauberhaft klingen zu lassen? – Wie bereits beschrieben, kommt es bei den Polkavarianten auf jeden Fall auf die Besetzung an. Aber stets haben die einzelnen verwendeten Instrumente „ihre“ spezielle Aufgabe in der Polka.

Die Melodie wird i. d. R. zweistimmig geschrieben und zwar in das erste und zweite Flügelhorn und ebenfalls in das Tenorhorn und Bariton. Zunächst spielen die Flügelhörner mit ihrem weichen, samtigen Ton diese Melodie und die Tenorhörner haben „tacet“ (haben Pause) oder andere unterstützende Töne zu spielen. Danach ist es umgekehrt und die Tenorhörner spielen mit ihrem vollen, warmen Ton dieses Leitmotiv. Bei der Wiederholung spielen sie dann gemeinsam und stehen dabei dominant im Vordergrund der Musi. Das kann im Trio gleich so ablaufen.

Die Trompeten „würzen“ das Polkaspiel mit ihren Signalen. Das Holzregister (Querflöte, Oboe und Klarinette) „verzieren“ die Melodie mit ihren Läufen, Trillern und knackigen Achtelnoten), das heißt fachmännisch, sie umspielen die Melodie. Auch das Fagott mischt hier gut mit.

Und was fehlt jetzt noch? Richtig, die Tuben, Posaunen, das Horn und das Schlagzeug. Sie wissen ja bereits, die Tuba muss exakt auf der 1 und 2 da sein, damit die Musikkapelle das Fundament der Polka im Ohr hat und sich daran bei ihrem „Gezwirbel“ ausrichten kann. Die Posaunen und das Horn sind für den Nachschlag zuständig, der ja auch „gerade“ bzw. verzögert zu kommen hat.

Und die Schlagzeuger, die müssen beides mit ihrem Schlagzeug bewerkstelligen und dabei sehr dynamisch mit dem Dirigenten, dem wichtigsten Mann bzw. der wichtigsten Frau im Orchester, eng zusammenschaffen. Erst dann bekommt die Polka ihren richtigen „Drive“. Früher waren das Hubert Dreier an der großen Trommel und Gustl Litterst am Schlagzeug. Heute sind es Matthias Demczak-Kropp und Andreas Königer, die den Rhythmus einer Polka leben, an dem sich alle Musikerinnen und Musiker der Musikkapelle Zell-Weierbach ausrichten. Aber halt! Nicht das Ohr eines jeden Musikanten, das sich nach dem Schlagzeug ausrichten will, ist maßgebend sondern die Augen, die stetigen Kontakt zum Dirigenten und seinem Dirigat halten, halten die Musik zusammen.

„Musik entsteht erst durch die Pausen zwischen den Noten“, meinte ein Musiker namens Lesch oder wie Wolfgang Amadeus Mozart einmal verriet: „Die Stille zwischen den Noten ist genauso wichtig wie die Noten selbst!“ Dies trifft gerade auch bei einer Polka auf den Nagel, denn die geschriebenen Noten, wie bereits früher angedeutet, sind nur Anhaltspunkte für den Spielenden und geben dem Dirigenten und den Musikern viel Freiraum. Wenn sich Dirigent und Orchester einig sind, ob sie getreu dem Original und der Intention eines Musikstücks, z. B. einer Egerländer Polka, dieses einstudieren oder bewusst einen eigenen Stil entwickeln wollen, dann geht es ans Eingemachte. Dem entsprechend gilt es, die Noten zu spielen und die manchmal kaum merklichen Pausen zwischen den Noten richtig auszuhalten, um eine bessere klangliche Ausgewogenheit des Stückes zu erzielen, aber auch, um das Zusammenspiel zu verbessern und dem Stück eine Seele zu geben. Dann sagen Musiker wie Zuhörer, das gespielte Musikstück „swingt“, „groovt“ oder „pulsiert“.

Eine neue Polka gerade so einmal „aus dem Ärmel schütteln“, wenn sie gut gespielt sich leicht anhört – Pustekuchen!

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Darf die Polka auch gerne etwas schneller sein? – Die Mährische Polka

Bei den bereits aufgeführten Polkas, der Egerländer, Böhmischen und Südböhmischen Polka wie auch bei der Mährische Polka fällt auf, dass die erwähnten Landstriche entlang den aktuellen deutschen und österreichischen Landesgrenzen liegen. Um eine Vorstellung zu bekommen, lassen Sie uns diese Landschaften verorten: So liegt das Egerland gegenüber der Oberpfalz – Städte sind Eger, Marienbad und Karlsbad. Böhmen grenzt an Niederbayern und wer kennt nicht die Städte Pilsen und Königgrätz. Südböhmen befindet sich gegenüber dem österreichischen Bezirk Oberdonau mit der bekannten Stadt Budweis. Danach schließt sich Mähren mit Brünn als bekannte Stadt an und ist gegenüber dem österreichischen Niederdonaubezirk liegend. Die Entfernung Eger – Pilsen – Budweis – Brünn sind etwa 450 Kilometer oder von Offenburg auf der Autobahn über Karlsruhe – München nach Rosenheim bzw. von hier nach Duisburg. Wie viele Landstriche durchfahren wir da und wie viele unterschiedliche Mentalitäten sind da aufzufinden! So ist es auch nicht verwunderlich, dass in diesem „Polka-Gebiet“ es ganz unterschiedliche musikalische Interpretationen der Polka gibt.

Kommen wir nun auf die Mährische Polka. Hier stoßen wir bei der mährischen Mentalität auf slawische Einflüsse, die temperamentvoller und lebensfreudiger sind. Da liegt es nicht fern, auch die Polkas in einem schnelleren Tempo (etwa 132 auf dem Metronom im Gegensatz zu 104 bei den anderen Polkas) zu spielen. Traditionell ist die Mährische Polka für kleine Besetzungen bis 10 Musiker geschrieben worden und jede Stimme war nur einfach besetzt. Gespielt wurde mit den Instrumenten, die gerade vorhanden waren.

Wurde ursprünglich die Trompete als Melodie führendes Instrument eingesetzt, verwendet man in letzter Zeit das Flügelhorn dazu. Dadurch verliert die Mährische Polka aber etwas von ihrem typischen Charakter. Dafür „dürfen“ die Trompeten den eher knackig kurzen Nachschlag intonieren – aber bitteschön „gerade“.

Die Melodiestimmen werden bei der Mährischen Polka generell hoch geschrieben und bei den Achtelnoten in der Melodie werden die zweiten Achtel eines Viertels ein wenig betont gespielt. Dadurch klingt die Mährische Polka weniger gemütlich als vielmehr freudig, heller, höher und härter als die Böhmische Polka. Interpretieren größere Musikkapellen die Mährische Polka, verliert sie dabei auch von ihrem ursprünglichen Charakter durch die Klangfülle, die ehemals nicht gewollt war. Typische Polkas aus Mähren sind die Sakvicka Polka oder die Polka 37, die wir unter Horst Schuster oft und gerne zur Unterhaltung aufgespielt haben.

Und dann kommt noch die Schnellpolka mit etwa 160er Tempo daher und hat sich aus dem Galopp (um 1800 entstandener ländlicher Rundtanz) entwickelt. Sie hat sich um das Jahr 1830 über Paris nach Deutschland und Österreich verbreitet. Häufig wird die Schnellpolka im 4/8-Takt anstatt dem typischen 2/4-Takt notiert. Schnellpolkas werden in Österreich auch gerne mit „Polka schnell“ tituliert.

Bekannt geworden sind diese Schnellpolkas vor allem durch die Söhne der Wiener Komponisten Johann Strauß (Vater) und Josef Strauß. Vor allem Johann Strauß (Sohn) fand großes Gefallen am Komponieren von Schnellpolkas wie z. B. die Schnellpolkas „Bahn frei“, „Leichtes Blut“, „Unter Donner und Blitz“, „Freikugeln“ und die „Tritsch-Tratsch-Polka“, die wir letztes Jahr beim Open-Air-Konzert auf dem alten Schulhof im Juli zum Besten gegeben haben.

Aber auch Slavko Arsenik hat mit seinen Oberkrainern mit dem „Trompeten-Echo“ eine volkstümliche Schnellpolka weltberühmt gemacht.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Wir spielen sie gerne, die Böhmischen und Egerländer Polkas

In der Lernstunde über die Polka und das spezielle Polka-Spielen ging unser Dirigent, Johannes Kurz, dann auf die Charakteristiken der 5 Polka Arten ein:

Die Polka française oder Polka Franze wird in einem gemäßigten Tempo gespielt. Sie soll vermutlich 1855 in Wien das erste Mal öffentlich getanzt worden sein. Aufgrund der hüpfenden Bewegungen wird die Polka gerne auch Zeppelpolka oder Hüpfelpolka benannt.

Schon etwas schneller kommen die Böhmische und Egerländer Polka daher. Die Böhmische Polka oder Südböhmische Polka ist logischerweise in Böhmen entstanden und kommt der Urform der Polka um 1830 am nahesten. Sie ist die heute von Blasmusikkapellen am häufigsten gespielte Variante der Polka.

Die Böhmische Polka spiegelt die Mentalität der Böhmen wider, die mit Gemütlichkeit, Bodenständigkeit und Besinnlichkeit charakterisiert werden. Logisch, dass solch eine Polka in einem gemütlichen Polka Tempo angegangen wird. Ursprünglich in kleinen Tanzmusikbesetzungen oder Familienmusiken unter Einsatz verschiedener Instrumente – darunter Geige, Zither oder Dudelsack – gespielt, fand sie immer mehr Freunde in der Blasmusik und klang so noch viel voller und mächtiger. Der Böhmischen Polka ist ein weicher Klang eigen, der vor allem durch die melodieführenden Flügelhörner erzeugt wird – aber auch alle anderen Musiker müssen mit Herz und Seele dabei sein, sonst wird’s nichts. Denn eine Böhmische Polka ist zudem sehr rhythmisch und artikuliert zu spielen. Da die Melodie dieser Polka Art sich einschmeichelnd und einfühlsam anhört, scheint es, dass sie leicht zu spielen sei. Von wegen! Die den Nachschlag spielenden Instrumente – meist Posaune und Horn – sorgen vor allem durch eine besondere Interpretation des Nachschlags für Gemütlichkeit. Denn wenn die Noten so exakt gespielt würden, wie sie auf dem Notenblatt geschrieben sind, würde die Böhmische Polka langweilig klingen. Erst durch den ein klein wenig verzögert gespielten Nachschlag kommt die „legere“ Gemütlichkeit, das Charakteristikum dieser Polka, rüber. Bei den Bassisten hingegen heißt es: „aufgepasst!“ Sie müssen unbeeindruckt vom verzögerten Nachschlag im glasklaren Polkatempo bleiben, sonst „swingt“ die Böhmische Polka nicht mehr und „der Haufen“ fällt auseinander. Das ist es eben: verzögert gespielte Auftakte, Tempoverzögerungen und diese Unwucht zwischen Vor- und Nachschlag in jedem Takt einer Böhmischen Polka, die diese Polkas gemütlich wirken lassen. Viel Herz und ein böhmisches Gefühl braucht’s dazu, meinen die Kenner. Hören Sie sich die Polka Rosamunde, die Amsel Polka, die von uns gern gespielte Slavonicka Polka oder die Löffelpolka an, dann liegen Sie bei der Böhmischen Polka richtig.

Die Egerländer Polka ist eine im Egerland (Nordwestböhmen) entstandene Variante (in Corona-Deutsch: Mutante) der Böhmischen Polka. Für die Egerländer Polka wurde die kleine Blasmusikbesetzung mit ca. 15 Musiker bei der Böhmischen Polka um viele Musiker erweitert. Durch die Verdoppelung der melodieführenden Instrumente sowie dem Einsatz weiterer Instrumente entstand ein größerer Klangkörper und damit auch ein vollerer Orchesterklang.

Die Egerländer Dirigenten und Musiker interpretierten die Böhmische Polka auf ihre landsmännische Weise und Ernst Mosch, ein echter Egerländer, tat ein Übriges dazu, um mit  seinen zahlreichen Eigenkompositionen der Egerländer Polka Weltberühmtheit zu verschaffen.

In der Egerländer Polka kommt die spezielle Mentalität der Egerländer Bevölkerung zum Ausdruck, nämlich Gemütlichkeit, manchmal gepaart mit ein wenig Wehmütigkeit oder Melancholie. Die Egerländer Polka ist im Gegensatz zur eher „kantigen“ und rhythmischen Böhmischen Polka weicher und gefühlvoller. Notentechnisch entsprechen die gespielten Noten den gedruckten Noten, werden also „gerade“ gespielt. Aber das wäre zu einfach. Ernst Mosch forderte stets von seinen Musikern, dass sie „mit dem Herzen“ die Noten spielen müssen, sonst wird nichts draus.

Ja, und das macht das Spielen dieser Polkas aus – wie gerne haben wir den Egerländer Musikanten nachgeeifert und ganz besonders, nachdem sie 1964 hier in Zell-Weierbach unter widrigen regnerischen Bedingungen ein voll besetztes Festzelt „aufheizten“. Auch spielte lange Jahre ein gebürtiger Egerländer, Rudi Fischer, in unseren Reihen mit. Mit seiner Liebe zur Egerländer Musik mit Ernst Mosch steckte er auch die Zell-Weierbacher Musiker in den 1960er und 70erJahren an.

Wer kennt sie nicht, die Egerländer Polkas, die auch wir immer gerne wiedergaben und wiedergeben: die Dompfaff Polka, Fuchsgraben Polka, Egerland – Heimatland, Gablonzer Perlen, Wir sind Kinder von der Eger oder Bis bald auf Wiedersehehen, um nur einige bekannte Egerländer Polkas zu nennen.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Auch die Polka war einmal Hitlisten verdächtig in ganz Europa

In unserer ersten Musikprobe in diesem Jahr, zu der wir nach Ostern virtuell zusammen gekommen sind, hat unser Dirigent Johannes Kurz das Musikprojekt „Polka spielen – leicht gemacht“ den Musikerinnen und Musikern der Musikkapelle Zell-Weierbach vorgestellt und es jedem Musiker ans Herz gelegt. Wie bereits berichtet, hat er den Probeabend mit der groben Skizzierung und der ungefähren zeitlichen Abfolge der einzelnen Meilensteine eröffnet.

Selbstverständlich spielt die Trachtenkapelle bzw. die Musikkapelle Zell-Weierbach seit „ewigen“ Zeiten verschiedenste Arten von Polkas und jeder Dirigent hat seine eigenen „Polka-Spuren“ bei den Zeller Musikerinnen und Musikern hinterlassen. Mit den vielen Jahren des Polka Spielens bei uns haben sich viele unterschiedliche Eindrücke und Erlebnisse ergeben, wie Polkas gespielt werden sollten. Jeder Dirigent hat seine eigene Vorstellung und Überzeugung davon und der jeweilige Zeitgeist spielt auch noch eine Rolle. Es macht schon einen Unterschied, wie Sie bestimmt schon selbst gehört haben, ob die Original Egerländer mit Ernst Mosch oder Michael Klostermann und seine Musikanten – als Beispiele nur so herausgegriffen – eine Polka spiel(t)en.

Daher ist der Gedanke von unserem Dirigenten Johannes Kurz keineswegs abwegig, mit allen, ob jung oder alt, die Polka unter die Lupe zu nehmen. In seinem mit Schaublättern unterlegten Vortrag hat bereits die Titelseite erste Informationen verraten nämlich „Böhmische Spezialitäten“ und „Böhmische Blasmusik“. Zunächst ist Johannes Kurz auf Geschichtliches eingegangen, woher die Polka stammt. Die Polka ist um 1830 in der Region um Königgrätz, Böhmen, aus dem im deutschen Volkstanz lange vor 1800 als „Hopser“ verwendeten Tanz zu einem Rundtanz „verfeinert“ worden. Auch im Schottisch-Rundtanz (schottischer Walzer) ist dieser Schritt enthalten. Die Polka wird sowohl als Rundtanz in der Gruppe als auch als Gesellschaftstanz durch Paare getanzt. Häufig werden dabei Wechsel- und Hüpfschritte (Halbschritte) verwendet.

Beim Volkstanz (Gruppentanz) – wo die Polka in der Region Böhmen seit 1835  und in Österreich seit etwa 1840 nachgewiesen ist – führt die Fröhlichkeit der Musik und die rasche Drehung dazu, dass oft recht ausgelassen getanzt wird. Beim Gesellschaftstanz hingegen besteht die Kunst unter anderem in einer guten Tanzhaltung.

Die Herkunft des Namens „Polka“ ist nicht ganz gesichert und deutet im Tschechischen wie auch im Polnischen auf „Polin“ hin. 1830 heißt der Tanz „půlka“ (Hälfte) und ist bereits 1835 in Prag auf Polka geändert worden. Der Name „Polka“ könnte aber auch eine Ehrerbietung an die damals schwer unterdrückten Polen sein. Die Polka ist musikalisch definiert als beschwingter Rundtanz im lebhaften bis raschen Zweivierteltakt.

Nachdem die Polka 1835 in Prag und 1840 in Wien und Paris en vogue geworden ist, hat sie sich sehr schnell über ganz Europa verbreitet – und das ohne die Verwendungsmöglichkeit von Internet, Schallplatte, Tonband, CD, Streaming Dienst, Radio und Fernsehen – nur durch Bläser- und Orchestergruppen, Orchester, Einzelspieler, Solisten, und sicherlich auch als Gassenhauer.

Je nach Herkunft variiert das Tempo der Polka von lebhaft bis rasch. Aufgrund der Beliebtheit hat die Polka neben der Blasmusik auch Einzug in die „ernste Musik“ und damit in das Repertoire von Symphonieorchestern gefunden. Was wäre ein Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ohne Polkas!

Erst Ende des 19. Jahrhunderts ging die überaus große Beliebtheit der Polka als Tanz zurück. In der Musik hat sie in der Mitte des 20. Jahrhunderts durch die Interpretationen Ernst Moschs zahlreiche Freunde – auch uns – gefunden.

Bei der Polka kann man in Abhängigkeit von ihrer Herkunft und der Besetzung mehrere Varianten unterscheiden. Die Reihenfolge hier beginnt mit der gemächlichsten Polka:

  • Polka française oder auch Polka Franze
  • Böhmische und Egerländer Polka
  • Mährische Polka
  • Schnellpolka

Darüber das nächste Mal mehr.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Gerne würden wir Ton an Ton reihen für Sie alle

Traditionsgemäß seit über 50 Jahren stünden um diese Zeit die Musikerinnen und Musiker der Musikkapelle Zell-Weierbach samt Dirigenten in Höchstform. Mehr als 40 Mal war es der Ostersonntag, an dem die geballte musikalische Vorbereitung zu einem hörens- und sehenswerten Osterkonzert führte, ehe dann an dessen Stelle das Frühjahrskonzert mit flexiblem Termin trat.

Stets waren es viele routinemäßigen Proben, ergebnisreiche Sonntagsproben und später auch Probenwochenende, die die Musikerinnen und Musiker gerne wahrnahmen und in denen sie sich den Herausforderungen der einzelnen Musikstücke annahmen, um an Ausdruck und Harmonie mit Energie und Üben zu feilen. Zurückblickend betrachtet, zeigte jeder der Dirigenten unserer Jahreskonzerte auf seine Art und Weise, wie wir was spielen und musikalisch ausdrücken sollten. Und wir sind alle stolz, einschließlich unserer alten und ehemaligen Musikerinnen und Musiker, auf unsere Konzerte in der Abtsberghalle und zuvor in der Schulturnhalle und ebenso auf das große Interesse an unseren jeweiligen Musikstücken. Wir spielten in ausgebuchter Turn- und Abtsberghalle wie auch vor 250 zu begeisternder Konzertbesucher. Wir gaben mit Engagement und Spielfreude unser bestes, angefeuert und geleitet durch unsere motivierten Dirigenten.

Und jetzt ist es schon das zweite Mal hintereinander, wo wir Musikerinnen und Musiker gemeinsam keinen Ton an den anderen reihen, miteinander keine Klangvielfalt und Akkorde spielen und kein Tongemälde erstellen und dabei ein tolles, kurzweiliges, unterhaltsames Konzert erzaubern dürfen. Bestimmt vermissen auch viele Musikfreunde in Zell-Weierbach und Umgebung unsere Konzerte. Das ist so schade für Sie und erst recht für uns Musikanten und unseren Dirigenten Johannes Kurz.

Uns fehlt das gemeinsame Musizieren und das Zusammensein arg – aber unsere Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Daher haben wir für Sie für Samstag, den 16. Oktober 2021, bereits die Abtsberghalle reserviert, um Sie zu einem „herbstlichen Frühjahrskonzert“ einzuladen, in der Hoffnung, genug Vorbereitungszeit dazu für uns zu finden.

Im Augenblick können wir Ihnen nur von hier aus gesegnete, frohe Ostern wünschen verbunden mit viel Hoffnung, Geduld und Durchhaltevermögen für die nächste Zeit.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Das Polka-Projekt des Musikvereins Zell-Weierbach macht Lust aufs Polka spielen

Nachdem mit dem Start von 2021 unser Dirigent, Johannes Kurz, allen Musikerinnen und Musikern drei unterschiedliche Musikstücke zum Üben und zur Erhaltung von Ansatz und Fingerfertigkeit per Internet übergab, war Ostern der nächste markante Meilenstein in dieser probelosen Zeit:

Zur gewohnten Probezeit am Mittwochabend trafen sich die Musikanten rund um ihren Dirigenten – weder im Proberaum noch in der großen Abtsberghalle. Das Internet macht es aus, sich in dieser langen Corona Pandemiezeit treffen zu können und zu dürfen.

Zuvor haben Johannes Kurz und Hannah Blattner, unsere Vizedirigentin, sich viel Arbeit gemacht und den ersten „Probeabend“ in 2021 gut vor- und aufbereitet. Zunächst wälzte Johannes Kurz  viele Informationen über die Polka im Allgemeinen und im Speziellen und bereitete einen Aufriss darüber für die Musikerinnen und Musiker in verständlicher Musikersprache,  „Musikbildern“ und Hörproben vor. Das Musikprojekt „Wir studieren eine neue Polka ein“, hat das große Ziel, diese Polka bei unserem ersten möglichen Auftritt nach dem Corona Lock down zu einem Musikvereinsanlass zu präsentieren. Im Vorfeld haben unsere beiden Dirigenten auch die Noten für jede einzelne Stimme auf elektronischem Wege zu einer Klangdatei eingegeben, damit sich jeder in der Musikkapelle Zell-Weierbach über die Spielweise des Stückes informieren und die Polka im richtigen Tempo (ein-)üben kann. Herzlichen Dank geht von uns an Johannes Kurz und Hannah Blattner für diese geduldvolle und konzentrationsintensive Arbeit zur Förderung des Musikantengeistes und der Musikbegeisterung in unserer Musikkapelle.

Zwischenzeitlich hat unser Musikervorstand und 2. Vorsitzender, Ralf Vollmer, die Musikkameraden informiert und alle zur ersten (virtuellen) Musikprobe in diesem Jahr eingeladen. Natürlich brauchte jeder einzelne Musiker und jede Musikerin noch den Eingangsschlüssel, den Link also, mit dem sie sich in die virtuelle Musikprobe einloggen konnten. Dies hatte Johannes Kurz gut im Griff und somit konnte die Musikprobe starten.

Fast alle unsere Musiker hatten Zeit und damit haben sich auf dem Bildschirm zuerst große Musikeransichten gezeigt und schließlich bei dann 5 Musikern in der Reihe sich entsprechend verkleinert. Egal, viele oder vielleicht fast alle haben sich seit Ende Oktober 2020 nicht mehr gesehen. Das Wiedersehen, obwohl nur am Bildschirm, war sichtlich mit frohem Herzen gewesen und gewürzt mit vielen Sprüchen, wie es bei uns vor den Proben so üblich ist. Unser Dirigent hatte viel Geduld und Einsehen darüber, dass die Musikerschar zunächst einmal Rede- und Begrüßungsbedarf hatte.

Aber dann gings zur Sache: Dirigent Johannes Kurz stellte allen Musikerinnen und Musikern das Projekt „Polka spielen – leicht gemacht“ im Groben vor, skizzierte kurz die Meilensteine des Projektes und setzte zeitliche Eckpunkte der Zielerreichung vor.

Was Johannes Kurz den Musikerinnen und Musikern der Musikkapelle Zell-Weierbach über Polkas und das Polka spielen vermittelte, darüber nächstes Mal mehr.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach