Die neue Festbühne auf dem dörflichen Festplatz – so schnell ging’s doch nicht

Im Oktober 2014 hat die Vorstandschaft des Musikvereins Zell-Weierbach, wie letztes Mal berichtet, verschiedene Entwürfe einer Festbühne zusammengetragen. Gleich im Januar 2015 ist das Thema wieder angesprochen worden. Mittlerweile haben sich Elisabeth Abele und Hermann Siefert getroffen und ausführbare Lösungen ausgewählt. Ihre Favoriten wurden die Holzkonstruktionen mit Satteldach, verkürztem Satteldach und Pultdach als Überdachung der neuen Festbühne. Ihren Überlegungen zufolge wollten sie dazu Balken von der alten Bühne und aus Hausabbrüchen verwenden, um den Charakter der Festbühne in die Umgebung einzupassen.

Hermann Siefert zeichnete Entwürfe zu den Vorschlägen. Allen war klar, dass bei dieser Bauausführung erhebliche Eigenleistungen aufkommen werden, die der Musikverein alleine nicht stemmen konnte neben den Musikproben, Auftritten und der Organisation und Durchführung ihrer Festivitäten.

Im Mai 2016 informierte Ortsvorsteher Willi Wunsch den Musikvereinsvorsitzenden, dass nachträglich 7.000 Euro in den laufenden Haushalt eingestellt worden sind und die Sache weitergehen könne. Somit wurden die beiden Spezialisten beauftragt, die Entwurfspläne und Kostenvoranschläge nochmals zu überarbeiten, damit in der Juni-Sitzung darüber beraten werden kann. In der Vereinsvorständebesprechung im Mai 2016 wurde von uns das Konzept der Festbühne vorgestellt, aber nur die Guggemusik Schrottpäperer waren gleich dabei. Ortsvorsteher Willi Wunsch beauftragte nunmehr den Musikverein Zell-Weierbach, das Festbühnenkonzept weiter auszuarbeiten und in der nächsten Vereinsvorständebesprechung die Überlegungen vorzustellen.

Nach der Kosten-/Nutzenbetrachtung blieb schlussendlich von den 3 Vorschlägen nur das Pultdachzelt mit Bühne übrig. Denn es hat den Vorteil, dass es gegebenenfalls auch an anderer Stelle aufgebaut werden könnte.

Immer wieder wurde in Sitzungen an der Festbühne weitergetüftelt. Am 29. Mai 2017 stellte Hermann Siefert den Plan und Details der Festbühne in der Vereinsvorständebesprechung vor – mit dem gleichen Widerhall wie 2016. Darauf wurde in der nächsten Vorstandssitzung beschlossen, alle Vereins- und Vereinigungsvorstände anzuschreiben, um herauszufinden, wer bei der neuen Festbühne mitmachen wolle. Gesagt, getan. 21 Vereine und Vereinigungen von Zell-Weierbach sind im April 2017 diesbezüglich angeschrieben worden. Der Akkordeonspielring Zell-Weierbach/Rammersweier war es, der dabei sein Interesse an der Festbühne zusätzlich bekundete.

Aber nun kamen städtische Überlegungen bezüglich des Standortes der Freiwilligen Feuerwehr Zell-Weierbach und Fessenbach ins Spiel. Lange wurde der bisherige Standort am Rathaus auch als sehr wahrscheinlicher neuer Standort ausgegeben. Im Januar 2018 hat das städtische Bauamt vor Ort nach möglichen Parkplätzen für die Feuerwehr im Einsatzfalle umgesehen und dafür den alten Schulhof als Parkmöglichkeit ins Auge gefasst.

Für die Verantwortlichen des Musikvereins Zell-Weierbach war spätestens jetzt klar, wir ziehen zunächst einmal die Reißleine. So lange der neue Standort der Feuerwehr nicht festgezurrt ist, werden wir das Projekt „Festbühne“ ruhen lassen.

Zum Aufbau der alten Bühne beim Weinfest rund ums Rathaus im Juli 2018 wurde nicht aufgerufen, vielmehr eine provisorische Bühne mit wenigen, leichten Balken der alten Bühne und dem alten Bühnenboden zusammengebaut. Mit einem eigens beschafften großen Festzelt (8m x 8m) wurde ein Sonnen- und Regenschutz geschaffen. Musiker aus Gastkapellen gaben uns aber zu verstehen, dass das Bühnenzelt zu nieder sei für Musikkapellen. Aber immerhin, wir brauchten unser Kreuz nicht mehr verrenken, wir hatten zumindest ein Provisorium.

In der nächsten Vorstandssitzung bei der Rückschau auf das Weinfest rund ums Rathaus stellten wir uns die Frage: „Warum wollen wir eine doch komplizierte Festbühne bauen, wenn es auch einfacher gehen könnte?“

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Die neue Festbühne auf dem alten Schulhof – wie kam es dazu?

Beim Auf- wie auch beim Abbau der alten großen Festbühne auf dem Schulhof der alten Schule von Zell-Weierbach wurde schon immer Unmut geäußert über die schweren starken Balken, die nicht ungefährliche Montage des Bühnendaches sowie das Hochziehen und Aufbringen der großen Stahlmatten auf dem Dachgerüst und über das Hochhieven (erst später mit Hilfe des Vorderladers eines Traktors) und das Auslegen der riesigen, super schweren Zeltplane auf den Stahlmatten.

Das war mit den Jahren auch der Grund, weshalb eigentlich nur noch der Musikverein Zell-Weierbach dieses Unikum wegen der Musikkapellen und des Tanzabends auf ihren Weinfesten rund ums Rathaus benutzte. Und in diesen Jahren sind auch die Musiker nicht jünger geworden. Immer mehr lehnten die Mithilfe wegen Rücke- Bandscheiben- und anderen gesundheitlichen Problemen ab.

Der Wunsch bzw. die Forderung nach einer leicht aufzubauenden Festbühne wurde dementsprechend von Jahr zu Jahr lauter. Der Musikverein Zell-Weierbach braucht eine Festbühne, damit die Musikkapellen einen ebenen, überdachten, schwingungsarmen Boden haben, um bei allen Wettern aufspielen zu können. Das war der einstimmige Tenor sowohl seitens der Vorstandschaft wie auch unter den Musikern und Festhelfern.

Somit setzte der Vorsitzende des Musikvereins Zell-Weierbach, Herbert Lenz, im Herbst 2013 den Punkt „Wie kann das Problem der unhandlichen, in die Jahre gekommene Festbühne von und für Zell-Weierbach besser gelöst werden?“ Im damaligen Sitzungsprotokoll wird wohl gestanden haben, dass die Festbühne von der Ortsverwaltung Zell-Weierbach für alle Vereine beschafft worden ist, die auf dem alten Schulhof neben dem Rathaus ein Fest veranstalten wollen. Der Musikverein Zell-Weierbach ist daher einer von vielen möglichen Nutzern. Die Sitzungsteilnehmer haben wohl beschlossen, ein Schreiben an Ortsvorsteher Willi Wunsch zu richten, das das Dilemma mit der Festbühne beschreiben solle, verbunden mit der Bitte um Abhilfe.

Im ersten Protokoll des in der Jahreshauptversammlung 2014 neu gewählten Schriftführers Georg Königer steht, dass dieses Schreiben vom 1. Vorsitzenden, Herbert Lenz, in der „Generalversammlung“ an Ortsvorsteher Willi Wunsch überreicht worden sei. Willi Wunsch gab einige Tage später den Ball an den Musikverein zurück und bat darum, der Musikverein Zell-Weierbach als Hauptnutzer der Festbühne möge, stellvertretend für alle Vereine im Ort, sich der Sache zusammen mit Elisabeth Abele, Inhaberin der Fa. Kälble, Zimmerei und Holzbau GmbH und Stadträtin, annehmen. Die Ortsverwaltung wird die Kosten dafür in den Haushalt einstellen lassen.

Der Stein kam nun ins Rollen. Schon bald war klar, mit der alten Festbühne ist kein Staat mehr zu machen – eine neue Lösung muss her!

Gut, dass wir Hermann Siefert als 3. Vorstand in unseren Reihen hatten und haben. Er kennt sich im technischen Zeichnen, Konstruieren und in der Statik sehr gut aus und hatte auch den notwendigen Zugang zur Technik. Die Köpfe liefen heiß, Vorstellungen über die neue Festbühne wurden geschmiedet, besprochen, Bedenken aus dem Weg geräumt oder deswegen in die Tonne geklopft.

Aus dem Protokoll über die eigens für diesen Tagesordnungspunkt anberaumte Vorstandssitzung im Oktober 2014 ist zu ersehen, dass Alternativen für den Bühnenplatz gesucht worden sind – letztlich war der angestammte Bühnenplatz am Schluss nur noch übrig. Die neuen Bühnenmaße sollten in etwa den alten entsprechen (8 m x 6 m) und selbstverständlich werden auch Eigenleistungen erbracht werden müssen.

Erste Varianten wurden nun in der Sitzung entworfen und festgehalten, z. B. ein großes Festzelt, massiv auf ebenem festen Boden, ein abbaubares hohes Zelt, ein an einem Pylon aufgehängtes Zeltdach, ein Holzgerüst mit Giebeldach parallel zur Rathausgasse mit alten Balken auf den Sichtseiten zum Festplatz hin oder auch als Holzgerüst mit nach hinten abfallendem Pultdach. Auch an ein dauerhaft angebrachtes, rustikales hölzernes Sicherheitsgeländer zur Straße und Abgrund hin wurde gedacht. Auf jeden Fall sollte die Holzkonstruktion in Leichtbauweise hergestellt werden.

Aber bis zur vor einigen Tagen aufgebauten Festbühne war es noch ein langer Weg!

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Corona verstolpert zum zweiten Mal unser 51. Jahreskonzert im Frühling

Das Zeitfenster, in dem wir in der minimalsten Zeit ein Frühjahrskonzert vorbereiten können, ist spätestens mit dem Aschermittwoch geschlossen und dieses Zeitfenster hätte viele Sonderproben nötig gemacht. Es nützt aber auch nichts darüber zu lamentieren, da das Ende des Corona Lockdowns bzw. ein Licht am Ende des Tunnels wohl noch lange nicht in Sicht ist.

Weil derzeit nicht abzusehen ist, wann wir wieder in Gruppen, geschweige gemeinsam als Musikkapelle Zell-Weierbach proben dürfen, ist der 24. April für unser traditionelles Frühjahrskonzert von uns nicht zu halten. Unser Ziel ist es trotzdem, Sie alle zu einem gut vorbereiteten, beflügelnden und interessanten Jahreskonzert 2021 einladen zu dürfen.

Wir haben uns schon einmal folgende Ersatztermine in den Kalender geschrieben:

Als Open-Air-Konzert am Freitag, 9. Juli, direkt vor unserem geplanten Weinfest rund ums Rathaus.

Für Samstag, 16. Oktober, haben wir einen weiteren Termin als Jahreskonzert in der Abtsberghalle eingeplant.

Schön wäre es und wir von der Musikkapelle Zell-Weierbach würden uns riesig freuen, uns auf so ein Konzert in Register- und Gesamtproben einlassen zu dürfen. Wie allen Aktiven in den unterschiedlichen Vereinen, fehlt uns das gemeinsame Musizieren und Zusammensitzen, denn alleine und ohne einen echten musikalischen Auftrittstermin im Auge macht es vielen Musikern keinen richtigen Spaß, sich derzeit an seinem Instrument auszutoben und seine Spielfähigkeiten aufrecht zu erhalten.

Um dem entgegen zu wirken, hat sich unser Dirigent Johannes Kurz im Januar darüber Gedanken gemacht und zunächst einmal drei Stücke speziell für uns arrangiert. Jede Musikerin und jeder Musiker eines Instrumentensatzes hat dazu ein- oder mehrstimmige Noten von ihm zugesandt bekommen. Somit kann jeder „seine“ Stimme(n) üben. Mit den mitgeschickten „Play-Along-Dateien (elektronisch nachgespielte Noten zum Mitspielen) kann man das Tempo und die Art des Spielens hören, erfassen und seine Stimme dabei spielen wie auch mit anderen abspielbaren Stimmen oder der mitgelieferten Datei der Ensemblezusammensetzung mitspielen und das zum Teil auch zuerst im Übe Tempo bis hin zum Originaltempo. Mit von dieser Partie sind der Musketiermarsch von Lüthold, 3 Duette und ein moderner Marsch. Vielleicht versucht es der eine und die andere über das Internet zwischendurch auch gemeinsam zu üben?

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, unsere Hoffnung auf ein Jahreskonzert stirbt zuletzt, denn wir wollen doch endlich unsere Serie mit dem 51. Jahreskonzert fortsetzten.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Neues „Wohnzimmer“ für Musikverein (OT)

Wir wollen euch den Zeitungsbericht über unsere Renovierungsarbeiten natürlich nicht vorenthalten!

Doch leider hat sich in dem Artikel ein Fehler eingeschlichen über unsere Probearbeit im 2. Lockdown.

Zwischen dem Lockdown 1 und Lockdown 2 hatten wir in der Regel als Holz- bzw. Blechregister in der viel größeren Abtsberghalle Proben abgehalten. Seit November 2020 finden auch bei uns natürlich keine Proben mehr statt.

Hier gehts zum Zeitungsbericht

Unser „neuer“ Proberaum – hoffentlich dürfen wir bald wieder proben

Das war zu spät für das „Zeller Narrenblatt 2021“, unser Erzverschreiber vor zwei Wochen, als wir von der Überlassung weiterer Lagerräume berichteten: „Wir sind daher froh undankbar gegenüber der Ortsverwaltung Zell-Weierbach, dass sie neuerdings alle Lagerräume und die Küche des ehemaligen Ratskellers uns zur Verfügung stellte.“ Bestimmt haben sie es gemerkt oder unbemerkt richtig gelesen. Es muss natürlich heißen: „Wir sind daher froh und dankbar, …“, was auch unsere aufrichtige Meinung ist.

Eine kleine Korrektur an der Information zu letzter Woche wollen wir nicht weglassen. Bei der Geburtstagsgratulation für Alois Geiler kam das Gespräch auf das Baujahr des Proberaums. Das muss wohl 1967, spätestens 1968 gewesen sein, weil Kurt Sauter, wie Alois Geiler sich erinnerte, anfangs in der Grund- und Hauptschule mit den Musikern geprobt hatte. Somit kam der vorhergehende Dirigent, Arthur Weigel, nicht mehr in den Genuss, im neuen Proberaum die Musikkapelle zu dirigieren.

Bevor die Malerarbeit im unserem Proberaum durch Andreas Königer durchgeführt wurde, hat er zusammen mit unserem „Vereinselektriker“ Thorsten Groß das Elektrische überprüft und angepasst. Weitere Steckdosen hat Thorsten Groß angelegt, um flexibler zu sein gegenüber dem Standard der damaligen Bauzeit. Zusammen haben sie eine Stromleitung durch den längst nicht mehr genutzten Lüftungskanal gelegt und Lichtspots für die Musikerportraits von Hans Fey am Lüftungskanal angebracht. Zur Verbesserung und Abrundung der Lichtverhältnisse haben die beiden an den anderen drei Wänden LED-Lichterketten angeordnet. Mit den Leuchtstoffröhren zusammen ist das Licht nun während der Proben angenehmer und danach heimeliger, wenn die großen Leuchtröhren abgeschaltet werden.

Wir sind auch Kathleen Königer sehr dankbar, dass sie rings herum einen breiten Streifen entlang der Wände und Schränke mit viel Fleiß, Geduld und auch mit Druck den Schmutz vom Boden bearbeitete und geputzt hat. Der Grund war, danach das Schlagwerk und die Stühle an den Rand zu deponieren. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine leuchtende Idee, wie wir sonst den ganzen Boden im Proberaum hätten gereinigt bekommen können. Aber jetzt glänzt er nach einer mühsam Zentimeter für Zentimeter durchgeführten Grundreinigung und Versiegelung – und das hoffentlich wieder für eine längere Zeit.

Zuvor haben Herbert Lenz und Andreas Königer alles aus dem Proberaum heraus gestellt und danach wieder eingeräumt. Andreas Königer hat noch aus dem Proberaum seiner Band „Flightplan“ zwei dort nicht erforderliche große Teppiche mitgebracht und an der Stelle platziert, wo das gesamte Schlagwerk steht. Das hat den großen Vorteil vor allem beim kombinierten Schlagzeug, dass es sich im Teppich verhakt und während des Spielens nicht davon rutschen kann. Diese „Schlagwerkinsel“ mit Teppich lockert den doch groß wirkenden Raum sehr gut auf. Die vielen Trommelstöcke und Paukenschlägel und weitere Utensilien sind nun in einem neuen Schlagzeugregal gut einsortiert. Die notwendigen Musikerstühle stehen zusammen an der Fensterseite.

Gefühlsmäßig hatten wir schon lange nicht mehr so einen großen, geräumigen und hellen Proberaum, in den wir uns bestimmt gleich in der ersten möglichen Probe wohl fühlen werden. Hoffentlich bleibt das so!

Jetzt sollten noch die Fenster innen gestrichen werden, wenn es wärmer sein wird. Ob sich da Freiwillige mit Liebe und Wissen zum Fensterstreichen finden werden? Wir sind offen für jedermann. Die Farbe, die das städtische Hochbauamt ebenfalls wie die anderen Farben dankenswerter Weise beistellt, hat Herr Backofen von RENOMA bereits besorgt.

Wer macht mit?

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Wenn der Staub der Vergangenheit erzählen dürfte

Unser Proberaum ist schon über 50 Jahre alt und nicht überall wurde in gewissen Abständen gereinigt. Das trifft auf jeden Fall auf die Decke im Proberaum zu. Da sind die Metalllamellen quer zum Raum angebracht, durchwirkt mit abgedeckten Leuchtstoffröhren, damit wir an all unseren Sitzplätzen ausreichend Licht haben.

Ohne eine Stehleiter kommt man nicht an die 3-Meter hohe Decke ran. Es kommen wieder unsere bewährten Schmutz- und Fettlöser in das Putzwasser rein. Mit dem nassen Lappen geht’s die Leiter hoch und dann beginnt die Arbeit: Jede Lamelle zuerst anfeuchten und dann intensiv mit Druck hin und her reiben, um den Staub und Schmutz entfernt zu bekommen. Das ist das A & O an der Arbeit und geht ganz schön in die Gelenke. Manch ein Fleck, der vielleicht vom Öffnen einer versehentlich oder insgeheim geschüttelten Flasche herrührt, will nicht weichen. Also noch einmal ran und dabei aber aufgepasst, dass sich die Lamellen vor lauter Druck nicht noch verbiegen! Mit energischer Geduld konnten so fast alle Flecken auf den Lamellen nebst dem Staub und Schmutz weggeputzt werden.

Ja, könnte der losgelöste Staub und Schmutz aus seinen Erlebnissen und Erkenntnissen erzählen, es gäbe genussvoll zu lesende Bände über Witziges, Geselliges, Kameradschaftliches, Ernstes und sicherlich auch manchmal über Toternstes. Dieser mit vielen Wassern abgewaschene Staub und Schmutz hat Musikkapellenstärken von 50 Mann in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aber auch nur noch die Hälfte in den letzten Jahren erlebt. Vielleicht hat manch ein Staubkorn auch das langsame Öffnen der Musikkapelle für Frauen in der zweiten Hälfte der 1970-er Jahre begleitetet, angefangen mit Sabine und Petra Kopf und auch Rosi Bieser. Wie viele Mädchen und Jugendliche mischten danach die ursprünglich reine Männerdomäne auf – leider aber meist mehr kurz als längerfristig. Und wie viele Dirigenten haben in diesem Proberaum Staub aufgewirbelt – vielleicht bereits schon Arthur Weigel in seiner Endzeit, der 39 Jahre lang, die Kriegsunterbrechung mitgezählt, die Musikkapelle leitete – indem sie in ihrer Zeit uns Musikern ihren Stempel aufgedrückt und meist Gott sei Dank hinterlassen haben. Dies waren und sind Dirigenten, die mitrissen, forderten, anleiteten, perfektionistisch ohne Ende an einem Stück feilten, den Mannschaftsgeist und die Kameradschaft förderten, Vorbild waren, sich einbrachten und nicht nur dirigierend, uns verschiedene Musikstile von Klassisch bis zum Big-Band-Stil beibrachten, uns zum Singen nach Noten in Konzertstücken anlernten, auf für unsere Musikkapelle genau zugeschnittene Arrangements von Stücken schrieben und uns musikalisch weiterbrachten, um nur ein paar wenige Aspekte aufzuzählen.

Diesem entfernten Schmutz und Staub haften aber auch zahllose Erinnerungen an so viele Musiker an, manche davon waren richtige, erinnerungsvolle Originale. Man erinnere sich nur z. B. an den Schaube Fritz an der großen Trommel, den Fischer Rudi aus dem Egerland am Tenorhorn und an den Pauken, den Sälinger Albert aus Fessenbach mit seinem Gogomobil am Bariton, an Werner Probst, Tanzvollblutmusiker mit seinem tollen Können an der Klarinette, den Saxophonen und dem kombinierten Schlagzeug. Aber auch über unsere bewährten führenden Musiker und Vereinsvorsitzenden Josef Acker (Flügelhorn) und Alois Geiler (noch alles Gute zum Geburtstag am vergangenen Montag) – (Klarinette und Saxofon), über unseren stets gut aufgelegten Gustl Litterst am Schlagzeug und nicht zu vergessen, über unseren ältesten aktiven Musiker, Gustav Kornmeier, der vor einem Jahr verstorben ist, wäre viel in den Bänden zu lesen gewesen.

Solche Musiker und natürlich viele weitere machen die Seele unserer Musikkapelle aus. Das können die zahllos weggewischten Staubkörner, aber z. B. auch unser Dirigent Johannes Kurz und unsere zu uns gehörenden Musikkameraden aus Kippenheim wie auch Sabine Meehan („So fröhliche, lockere und trotzdem effektive Musikproben vor einem Konzert habe ich anderswo nicht erlebt.“), bestätigen.

Aber nicht nur Proben bleiben in gutem Gedächtnis, nein auch viele „Nachproben“ und Feste im „Probelokal“ des Musikvereins Zell-Weierbach werden nicht ausgelöscht, solange es Musikerinnen und Musiker zum Musizieren in das Probelokal zieht.

Mit dem Befreien der Decke und der drei dreiflügeligen großen Fenster samt Rahmen von Schmutz und Farbe an einigen Nachmittagen im Januar fühlt sich der Proberaum heller an und die Decke wie auch das Fensterholz strahlen das Licht merklich besser wider.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Auch die sanitären Räume für den Musikverein hatten es nötig

Die sanitären Räume neben unserem Proberaum dienen nicht nur den Musikern sondern werden auch durch die Musikschüler und den Besuchern des Musikerhocks am Winzerbrunnen aufgesucht.

Während der Renovierungsarbeiten im Proberaum und den sanitären Anlagen, die derzeit ja maximal zu zweit ausgeführt werden dürfen, damit der Corona Landesverordnung genüge getan ist, stellt sich somit kein großes Hallo und Witzeklopfen ein. Da gibt es vielmehr Zeit, zu sinnieren und Erinnerungen an früher im Gedächtnis frei zu legen. Weshalb ist der Proberaum gegenüber der Abtsberghallefassade zurückgesetzt? Weshalb stehen Stützpfeiler für die Abtsberghalle vor unserem Proberaum? Da kommen unerwartet andere Farben zum Vorschein, wenn man versucht, die Anstreichfläche glatt zu schleifen! Und die Türen zu den Räumen scheinen uralt zu sein – stimmt das wohl?

Als die Abtsberghalle 1974 gebaut wurde, kommt es in den Sinn, da hatten die kulturellen Vereine bereits seit Jahren einen neuen Proberaum nutzen können, der hinter dem ehemaligen Badgebäude hin gebaut worden war, samt den sanitären Räumen. Die alten, sich ursprünglich dort befindenden Räume der früheren Kuranstalt, die für die Musikprobe und anderem dienten, waren wirklich in die Jahre gekommen. Wilfried Ehrhard, mit seinen 71 Lenzen, erzählt schon mal in geselliger Runde nach der Probe: „Früeger hän mer als im Winder in dr Underricht  bim Schaube Fritz und bim Weigel (Dirigent) für’d Prob Holzschittli mitbringe mieße, damit mer nit gfrore hän! Des war dozumol, wo noch d’Prob im alte Bad stattgfunde het.“ Da nahmen sich die Gemeindeväter damals doch ein Herz und bauten für den Musik-, Gesang- und Akkordeonverein einen gemeinsamen Proberaum und die WC-Anlagen dazu. Die Schrankwand im Proberaum musste allen drei Vereinen reichen. Heute schauen wir, was wir in die Lagerräume hinter dem Proberaum unterbringen können, damit Noten, Instrument, Tracht und weiteres Wichtiges im neu gestalteten Proberaum übersichtlich untergebracht werden kann. Wir sind daher froh undankbar gegenüber der Ortsverwaltung Zell-Weierbach, dass sie neuerdings alle Lagerräume und die Küche des ehemaligen Ratskellers uns zur Verfügung stellt. Eine andere Nutzung dieser Räume ist auf Grund der Lage unter den derzeitigen Umständen auch kaum möglich. Wenn dann unser Proberaum und die sanitären Räume renoviert sind, können wir diese Lagerräume, soweit notwendig, reinigen und säubern und danach alle unsere verstreut untergebrachten Festutensilien dort übersichtlich und gut sortiert lagern. Das wird dann bei unseren Festen viel Wert sein beim Auf- wie auch beim Abbau.

Die Renovation der sanitären Räume und des Flurs, der ja auch der Eingangsbereich der Mieter der Abtsberghallenwohung ist, hat schon recht viel Arbeit gemacht. Im Vorfeld hat Joachim Wiegele die Klos, Urinale und Waschbecken bearbeitet. Danach haben sich Anne und Jonas Duffner daran gemacht, den Boden dort überall zu schrubbern und die Waschbecken usw. so sauber wie möglich zu bekommen. Zwischen den Jahren haben das Duo Hannah Blattner und Johannes Kurz (unser Dirigent) den Damenbereich und den Flur sowie Katrin Schröder und Tina Bock den Herrenbereich das erste Mal weiß gestrichen. Tina Bock ist vom Musikverein Kippenheim, spielt Oboe und ist mittlerweile gerne bei unseren Auftritten dabei, so wie es ihr Beruf es zulässt. Und deshalb ist es für sie auch selbstverständlich, sich beim Renovieren einzubringen. Ist das nicht eine tolle kameradschaftliche Art? Nach dem Abtrocknen hat Andreas Königer den zweiten Anstrich vorgenommen. Eva Königer hat derweil an allen Leuchten und Lüftungsvorrichtungen den sehr viele Jahre altem Staub und Schmutz mit viel Geduld entfernt. Andreas hat stärker leuchtende LED-Lampen angeschafft. Wie jetzt alles viel heller leuchtet und das Wohlgefühl steigert. Zum Schluss haben Sabine Meehan und Katrin Schröder in diesen Räumen den Boden nochmals gründlich geputzt und die Malereirückstände entfernt. Zwischendurch hat Andreas feststellen können, wie mit viel Reiben und Fleiß zusammen mit Pril oder Fairy die Türgewänder im Flur ohne zu streichen wieder fast wie neu wurden. Jetzt strahlen die sanitären Räume und der Flur wieder Sauberkeit und Wohlsein aus.

Der Vorstand dankt mit begeisterter Freude diesen Helferinnen und Helfern für ihre Arbeit für den und aus Kameradschaftsgeist und für ein so tolles, nicht zu erwartendes farbliches Ergebnis.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Walter Ritter, fast ein halbes Jahrhundert lang aktiv in unserer Musikkapelle

Schnell ging es in unseren Musikerreihen herum: „De Ritter Walter isch am letzte Fridig (15. Jänner) gschtorbe. Im März wär er 92 wore.“

Ja, Walter Ritter, am 5. März 1929 geboren, war für uns Musiker, egal ob noch aktiv oder bereits in Musikerrente, immer ein Original. Über ihn zu berichten, das könnte auch ein Buch geben, wenn man all die Musikerinnen und Musiker nach Erlebnissen und Ereignissen mit Walter Ritter befragen würde.

Walter Ritter, ein Schutterwälder – jene würden sagen er sei ein Höfener – zog es der Liebe zu Klothilde wegen mit der Heirat im Jahre 1953 nach Fessenbach. Doch die Liebe zur Musik, sie entflammte in ihm viel früher. Das Tuba spielen erlernte der junge Walter beim Musikverein Schutterwald. Sie hatte ihn dann 1947 in ihre Musikkapelle aufgenommen, wo er bis 1986 treu diente. Bassisten waren nicht nur heute sondern auch damals rar. Wen wundert’s, dass mit der Heirat im Jahre 1953 auch der Musikverein Fessenbach sein Wohlwollen fand und er sich in jenen Musikerkreis einreihte und dort bis 1973 sein Können kameradschaftlich einbrachte. Im gleichen Jahr verschrieb er sich auch der Eisenbahnermusikkapelle des Ausbesserungswerkes Offenburg und wirkte dort bis 1964 mit. Neben all diesen Aktivitäten hat Walter Ritter auch die Trachtengruppe Schutterwald mit viel Leidenschaft musikalisch unterstützt.

 Wenn wir so nach der Probe noch zusammensaßen, ob im Probelokal oder in der Zeller Brugg und ganz früher ins Erhardt‘s, erzählte Walter gerne, es sei Arthur Weigel gewesen, der gleichzeitig Dirigent in Schutterwald, Fessenbach und Zell-Weierbach war, der ihn nach Zell-Weierbach gebracht habe, weil es an einem Bassisten mangelte. In unseren Büchern (damals gab es noch keine Datenlisten, wohl aber ein Mitgliederbuch) steht es geschrieben, dass dies im Jahre 1954 geschehen ist. Bis zu seiner „Musikerverrentung“ im Jahre 2000 hat Walter Ritter viele Dirigenten und noch viel, viel mehr Musikerinnen und Musiker, die mit uns musiziert haben aber viele auch wieder andere Wege gegangen sind, erlebt.

Walter Ritter war dabei, als Arthur Weigel bei Frühschoppenkonzerten – unseren vor einem Jahr verstorbene älteste aktive Musiker, Gustav Kornmeier, zitierend, wenn er in geselliger Runde seine ehemals jugendliche Meinung Preis gab: „viele Ouvertürli ufglegt het, die kei Mensch intressiert het.“, aber auch bei den Dirigenten Kurt Sauter, Georg Weyerer und Rudi Flierl, um nur einige Dirigenten zu nennen, wenn schmissige Frühschoppen- und Unterhaltungskonzerte in vollen Zelten oder Hallen hingezaubert wurden. Unser Walter war auch dabei, als wir die Kurzfilme für das Südwestfunkvorabendprogramm in den 1970er Jahren drehten, in Baden-Baden in der Kurmuschel und im Kurhaus musizierten, im Januar 1974 auf der Grünen Messe in Berlin auftraten, fürs Radio und unsere CD Aufnahmen gemacht haben und im Fernsehen bei Caroline Reiber in der Volksmusikhitparade einmarschierten. Was haben Walter Ritter und wir miteinander Tolles erlebt! 1999 musste Walter Ritter als Bassist die Tuba an den Nagel hängen, weil sein Gehör es nicht mehr gut mit ihm meinte. Im Jahre 2000, bei der 75-Jahr-Feier des Musikvereins Zell-Weierbach, wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Bassist Walter Ritter war sehr stolz auf sein musikalisches Können und das gefragt Sein. Kein Wunder ist es deshalb, dass er am Revers seiner Zell-Weierbacher Trachtenweste die silberne Ehrennadel für 25 Jahre und die beiden goldenen Ehrennadeln für 40 und 50 Jahre aktiver Musiker stecken hatte, denn Walter war gerne bei und unter uns.

Walter Ritter brauchte die Geselligkeit und gemeinsam mit seiner Frau Klothilde liebte er sie besonders. Sie begleitete, soweit es mit 3 Kindern die Zeit zuließ, ihren Walter bei den Auftritten. Beide waren auch stets fröhlicher Dinge, wenn der Vorstand des Zell-Weierbacher Musikvereins zu Kameradschaftsfeiern und Ausflügen, wie bereits bei Josef Acker vor einer Woche erwähnt, einlud. Aber Walter und seine Klothilde waren auch offen fürs Festeln bei ihnen zu Hause. Gerne denken wir an die runden und auch halbrunden Geburtstage von Walter, an denen wir vor ihrem Haus in Fessenbach aufkreuzten und ein Ständchen für ihn darbrachten. Anschließend ging‘s in dem dazu vorbereiteten Keller zum Vespern und Feiern mit viel eigenem Wein. Legendär war immer sein selbst eingelegter und geräucherter Speck. Da hatte er immer ein gutes Händchen für. Und wenn er dann mit dem Weinkrug und einem knitzen Gesicht aufkreuzte und meinte: „Jetzt versuche emol min eigener Wien un verode, was für einer des isch!“ – Dann wussten die alten Hasen gleich, da will uns Walter wieder einmal hochnehmen. Ja, auch das gehörte zum Original Walter Ritter so wie er leibte und lebte.

In seinem Musikerruhestand lud er auch gerne ab und an die Musikersenioren zu sich ein, um gemeinsam zu vespern und über alte Zeiten zu schwelgen. Es war auch Tradition, dass sich einige Musiker absprachen und zwischen den runden Geburtstagen bei Walter anklopften, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren, zuletzt vor einem Jahr. Und immer hat er sich darüber sehr gefreut.

Nahezu ein halbes Jahrhundert Vereinsgeschichte hat Walter Ritter bei unserem Musikverein Zell-Weierbach miterlebt, mitgestaltet und sich eingebracht und dabei viele Erinnerungen als Original „Walter Ritter“ in unser Gedächtnis eingebrannt.

Die Vorstandschaft und die Mitglieder der Musikkapelle Zell-Weierbach samt den Ehemaligen sind Walter Ritter sehr dankbar für all die Jahre mit uns und bei uns. Wir werden ihn in vielseitiger Erinnerung in unseren Reihen behalten.

Ein Blechquartett hat diese Woche zur Trauerfeier gespielt und am Grab das Lied „Ich hat‘ ein Kameraden“ als Dank und letzter Gruß intoniert. Unser tief empfundenes Beileid gilt der ganzen Familie Ritter.

Es grüßt der Musikverein Zell-Weierbach

„So hatte ich mir meinen Geburtstag nicht vorgestellt“

sagte Josef Acker am Tag nach seinem 80. Geburtstag letzten Montag etwas enttäuscht und dennoch glücklich und zufrieden, „und trotzdem habe ich den Tag genossen mit all den vielen Gratulationen per Telefon und E-Mail. Sein Plan sah natürlich ganz anders aus, wie er bereits ein Jahr zuvor teilweise verriet: „Wenn ich noch lebe, möchte ich mit meiner ganzen Familie, mit Freunden und Weggefährten und mit der ganzen Musikkapelle meinen Jubiläumsgeburtstag feiern!“ Sie wissen ja, bald darauf änderte sich die Weltensicht und krempelte den Lauf der Dinge in bisher nicht vorstellbarem Maße um und wirkte das öffentliche Leben ab – neumodisch genannt „Lockdown“.

Wir können so richtig die versteckte Träne in Josefs Augenwinkel sehen, wie er sich vorstellte, dass die Musikkapelle Zell-Weierbach an diesem verschneiten Sonntagmorgen vor dem Haus in der Schulstraße stünde und mit freudiger Stimmung ein unterhaltsames Geburtstagsständen schmettert, Herbert Lenz, der Vorsitzende, aus dem Musikerleben des Jubilars viele interessante Meilensteine preisgibt und danach er mit seiner Elfriede die Musikerinnen, Musiker und Dirigent Johannes Kurz zu einem fröhlichen Umtrunk in den Winzerkeller einlädt! – Und wie gerne hätten wir für unseren Josef das eine oder andere Stück gespielt und „Hoch Badnerland“ traditionsgemäß als Zugabe draufgelegt – gab er uns doch in all seinen Vereinsjahren so viel mit.

Josef, am Freitag, den 17. Januar 1941 mitten in den Kriegsjahren geboren, erlebte dieses Jahr das 12. Mal in seinem Leben, an einem Sonntag Geburtstag zu haben und dies noch just an einem runden Geburtstag, den Josef Acker immer gerne zum Feiern wahrnahm. Und daran hat er auch uns immer wieder gerne teilhaben lassen.

Josef ist mit 14 Jahren im Jahre 1955 in die Musikkapelle des Musikvereins „Harmonie“ Zell-Weierbach unter der damaligen Leitung von Arthur Weigel aufgenommen worden. Sein Vater, Franz Acker, war Gründungsmitglied des Musikvereins und wurde 1934 als Vorstandsmitglied in den Vergnügungsausschuss gewählt.

Die Trompete war Josefs erstes Instrument und die 2. Trompete sein erster Platz in der Musikkapelle. Später wechselte er an das 1. Flügelhorn, damit diese führende Melodiestimme, die vakant geworden ist, wieder erklingen konnte.

Was Josef Acker in seiner Zeit als aktiver Musiker, zusammen mit seinen Musikkameraden, erlebte, gäbe ein unterhaltsames Buch. Er ist es auch, der durch sein Interesse an unserer Vereinsgeschichte, schon sehr viel aus den Vereinsunterlagen herausgelesen und zusammengestellt hat von der Vereinsgründung im Jahre 1925 an bis ins Jahr 2010 und darüber hinaus. Auch die Vereinsgeschichte zum 75. Vereinsjubiläum stammt aus seiner Feder.

Josef Acker war 1958 auch dabei, als auf Beschluss der Generalversammlung die Musikkapelle die im Prinzip heute noch getragene Schwarzwälder Tracht bekommen hatte und wie er schmunzelnd meinte, somit die Geburtsstunde der „Trachtenkapelle Zell-Weierbach“ in das Jahr 1958 fiele. Und gleich am folgenden Ostermontag, beim Osterkonzert auf dem Dorfplatz, haben die Musiker sie mit viel Stolz und Hut präsentiert. Sie hielt bis zum Jahre 1977, wo für 18.000 DM eine neue Tracht in gleicher Ausführung angeschafft worden ist, die wir heute noch tragen.

In seiner Zeit als 2. Vorsitzender und Musikervorstand hat Josef Acker, Dank der von Max Härtenstein gefundenen Sponsoren, auch die dekorativen Pultbehänge und die Fanfarenwimpel beschafft. Er verstand es auch, tolle Feste mit kaltem und warmem Büffet oder einem ganzen gegrillten Schwein, ein anderes Mal mit Spanferkel und anderen auserlesen Dingen in einer Zeit zu organisieren, wo noch viele von solchen Gourmetdinnern nur träumen konnten. Gerne erinnern sich die damalig Aktiven auch an viele schöne, familiäre von Josef gut organisierte Vereinsausflüge. Und „nebenbei“ hatten er und wir, gegenüber heute, enorm viele Auftritte, mit viel Spaß, Humor und mit der Freude, volle Zelte und Hallen unterhalten und begeistern zu dürfen, „zelebriert“.

Im Herbst nach der Fußballweltmeisterschaft 1974 in Deutschland organisierte Josef Acker für die Fahrt zu einem Auftritt im Schwäbischen den Originalweltmeisterschaftsbus der Nationalmannschaft von Uruguay mit riesengroßer Schrift „Uruguay“ auf beiden Seiten des Busses.

Von 1998 bis 2004 lenkte Josef Acker als 1. Vorsitzender das Musikvereinsschiff. In dieser Zeit musste er erkennen, dass die hohe Zeit der Weinfeste des Musikvereins in der Abtsberghalle verblasste. Auf seine Initiative hin kam es im September 2000 zum ersten Wein- und Musikfest rund ums Rathaus (heute Weinfest rund ums Rathaus), das wieder ein Aushängeschild für Zell-Weierbach wurde. Zwei Jahre später machte Josef Acker seine Idee wahr, den Dorfhock am Winzerbrunnen (heute: Musikerhock am Winzerbrunnen) als neues zusätzliches dörfliches Fest seitens des Musikvereins einzubringen. Dieses legere Fest an unserem Probelokal kam im Ort sehr gut an und wurde bekannt als Gelegenheit zum „treffe un schwätze“.

Besondere Erlebnisse für den Musiker Josef Acker waren bestimmt auch die Auftritte an der Seite von Kurt Sauter bei den Schwarzwaldmusikanten des damaligen Südwestfunks Baden-Baden und sein Solo, der Amerikanische Zapfenstreich, am Grab von John F. Kennedy in Arlington während des ersten USA-Aufenthalts unter dem Motto „Zell meets Zell“.

Worauf wir alle noch heute sehr stolz sind, sind die legendären Osterkonzerte, wo Conférencier Kurt Falk und weitere mit Inbrunst und überzeugter Freude sagen durften: „Und nun, freuen Sie sich auf Josef Acker mit seinem Flügelhorn, und auf „My Way“! – Viel Spaß -und wenn’s Ihnen gefallen hat, dürfen Sie ihm danach auch eine Rose überreichen!“ „Ja, My Way“, bekennt Josef Acker gerne, „das war mein absolutes Lieblingsstück von den vielen von Rudi Flierl auf mich zugeschnitten arrangierten Solostücken.“

2010 wurde Josef Acker satzungsgemäß aber mehr noch, höchstverdient, zum Ehrenmitglied ernannt. Auch als „Musikrentner“ ist Josef Acker aktiv und gründete 2011 den Musikerseniorentreff, den unsere älteren Musiker gerne besuchen.

Josef, Du hast unseren Musikverein Zell-Weierbach vielseitig geprägt. Wir bedanken uns von ganzem Herzen für Dein Wirken bis heute für den Musikverein Zell-Weierbach.

Wir wünschen Dir, lieber Josef, nochmals alles Gute zu Deinem 80. Geburtstag an dieser Stelle verbunden mit den besten Wünschen auf Gesundheit, noch ein langes schönes Leben an der Seite von Elfriede und stets auch ein Quäntchen Glück an Eurer Seite. Das Geburtstagsständchen lässt sich ja noch nachholen, wenn die Zeit es wieder zulassen wird.

Es grüßt der Musikverein Zell-Weierbach

Was Farbe an der Wand doch alles bewirken kann!

Die Vorstandschaft, Dirigent wie auch die Musikerinnen und Musiker der Musikkapelle Zell-Weierbach wünschen Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, für dieses wohl auch sehr anstrengende und Geduld fordernde 2021 in erster Linie ganz viel Gesundheit und einen ansteckungsfreien Jahresverlauf. Natürlich soll Ihnen auch gerne Glück, Wohlergehen, Freude, Leben in Gemeinschaft und nachbarschaftliche Fürsorge sowie auch genug Zufriedenheit beschieden sein. Ja, möge es nicht mehr so lange gehen, bis wir alle wieder zusammen kommen und zusammen sein dürfen und es wieder erlaubt sein wird, gemeinsam Hobbies nachzugehen wie auch Feste zu feiern.

Auch uns Musikern samt Dirigenten geht dieses Leben im unwidersprochen notwendigen Lockdown nach, mangels erlaubter Gelegenheit, an unserem Vereinszweck, die Kunst der Blasmusik zu erhalten und zu fördern, zu dienen. Gott sei Dank ist das Üben und Weiterbilden in Technik und Qualität in den eigenen vier Wänden nicht verboten und der eine oder andere Nachbar freut sich sicherlich auch über etwas Abwechslung für seine Ohren.

Wie bereits berichtet, verschieben wir auf Grund der Corona Lage unsere Jahreshauptversammlung – geplant für den 21. Januar – auf hoffentlich besser werdende Zeiten im Jahr. Selbstverständlich werden wir Sie rechtzeitig dazu einladen.

Weil wir derzeit nicht proben dürfen, haben wir für freiwillige Musiker das Projekt „Renovierung des Proberaums und der sanitären Anlagen“ angesetzt. Wer bei der Postagentur Junker in der Vorweihnachtszeit und bis heute zu tun hatte oder an der Abtsberghalle vorbei gekommen ist, hat vielleicht bemerkt, dass die Rollläden von unserem Proberaum oft oben waren und das Licht gebrannt hatte. Andreas Königer, unser Schlagzeuger und Projektleiter für diese Aktion, hat die Renovierung des Proberaums und der zugehörigen sanitären Räume ideenreich geplant, mit Herrn Backofen von der Malerfirma RENOMA und mit Fachleuten aus der Musikkapelle spezielle Maßnahmen durchgesprochen und die Arbeiten in Partien aufgeteilt, die im Duo in 2 – 4 Stunden zu bewältigen waren. In die WhatsApp Gruppe eingestellt, haben sich schnell einige Duos gefunden, die gemeinsam ihren Teil zur Musikerkameradschaft einbringen wollten.

Die Farben und Arbeitsmaterialien, deren Kosten dankenswerter Weise die Stadt Offenburg übernahm, hat Herr Backofen von der Fa. RENOMA bereits Mitte Dezember angeliefert. Somit stand dem kameradschaftlichen Arbeitsgeist nichts mehr im Wege. Nachdem unser Jugendteam im Vorfeld schon Mal das Probelokal aufgeräumt und vieles in die Lagerräume verfrachtet hatte, machte Joachim Wiegele den Auftakt. Er entfernte den Schmutz und Staub auf den vielen Noten- und Instrumentenschränken, fegte den Proberaum rein und putzte in den sanitären Anlagen die Waschbecken usw. Andreas Königer reinigte die vielen Schranktüren im Proberaum von Fett und Kleberesten, spachtelte die Blessuren von über 50 Jahren Nutzung zu, schliff die Türen danach glatt und brachte zwei Mal weiße Acrylfarbe auf die Schranktürflächen. Oh, wie das bereits wirkte! Eine ganze Schrankwand von annähernd 8 m strahlte wieder in Weiß auf wo zuvor ein vergilbtes Weiß die Oberhand hatte.

Schlagzeugkollege Matthias und seine Frau Heike klebten danach alle schützenswerte Stellen und Rohre im Proberaum ab, eine zeitaufwendige aber sehr hilfreiche Arbeit für das Streichen der Wände. Durch die vielen Schränke und die großen Fenster war zwar die Weißelfläche nicht übermäßig groß – aber jeder der Eigenheimmaler ist, weiß, dass die Kleinflächen mehr Arbeit verursachen als eine Wand ohne Hindernisse. Die sandfarben zu streichende Rückwand, begrenzt durch einen dicken, weißen Rahmen in der Länge von nahezu 14 Meter, löste Andreas Königer durch die Verwendung eines Laserstrahlers. Jetzt ist das sandfarbene Riesenrechteck scharf und geradlinig abgehoben von dem Weiß der Umrahmung und bereit, die Musikerportraits, gezeichnet von unserem Musiker Hans Fey, aufzunehmen. Einen ersten Eindruck dazu können Sie anhand des Fotos gewinnen.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach