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Unser Jubiläumskonzert – Musik, die Spaß machte

Sicherlich haben Sie in der Zeitung von vielen Schnuppertagen an der Musikschule und bei Musikvereinen gelesen. Wir vom Musikverein Zell-Weierbach konzentrieren uns auf den Schnuppertag im September und auf einen in der anstehenden 3. Klasse der Weingartenschule, um unser Jugendausbildungskonzept konsequent umsetzen zu können. Angelpunkt ist neben der Instrumentalausbildung durch einen Musiklehrer das Musizieren in der Bläserklasse eines jeden Ausbildungsjahres. Würden wir zwei Starts im Jahr anbieten, wäre in der jeweiligen Bläserklasse das Ausbildungsniveau zu unterschiedlich.

„Wow, so weit nach hinten haben wir doch gar nicht bestuhlt gehabt und jetzt sitzen die Musikfreunde fast bis an die Theke am Hallenende!“ War das ein Anblick  – wenn das nicht unsere Spielfreude noch mehr in Wallung gebracht hätte, was sonst? Etwa 450 Konzertgäste (und nicht 250, wie irrtümlich berichtet) füllte die großzügig bestuhlte Abtsberghalle und vertrauten erwartungsfroh auf einen unterhaltsamen Konzertabend. Dirigent Johannes Kurz und die Musikkapelle Zell-Weierbach haben diesen Vertrauensvorschuss eingelöst, wie uns so zahlreiche Musikfreunde nach dem Konzert und in den nachfolgenden Tage bekundeten.

Beim Betreten der Bühne erhoben sich alle Musiker und Dirigent Johannes Kurz schritt zu seinem Dirigentenpult. Dieser verneigte sich mit sichtlicher Freude ob der vollen Konzerthalle. Das konzertkundige Publikum stellte sich im Nu auf den Abend ein. Das fiel uns sofort auf. Unser freudestrahlender, Zuversicht vermittelnder Maestro rief noch kurz in die Musikerrunde: „Viel Spaß und gute Laune beim Spielen!“ und gab die Manege frei. Ruhig und konzentriert steht Michael Quarti auf und schmettert überzeugt das Trompetensignal zu Beginn des Florentiner Marsches von Julis Fucik in den Saal. Die Piccoloflöten antworteten gekonnt spielerisch und die große Trommel sowie die 3 Tubisten setzen mit einem satten Schlag den Schlusspunkt dieser ersten Phrase. Das saß! Der Konzertauftakt ist fulminant gelungen und die Spielsicherheit der Musiker steht. Die Musikbegeisterten sind auf den Konzertzug aufgesprungen und verfolgen die weltbekannten Melodien des Florentiner Marsches. Sie genießen die einfühlsam gespielte Interpretation des Fucik-Marsches. Der Beifall zeigt, das Konzertpublikum und wir sind auf einer Wellenlänge. So darf es weitergehen und ist es auch. Rosi Friemelt mit Cowboyhut tritt an den Bühnenrand und erzählt von Texas und den Texanern, von einem herrlichen Land mit so vielseitigen Landschaften und träumerischen Sonnenaufgängen. Sie hat Ahnung, denn sie hat mit ihrer Familie mehr als ein Jahr in den USA gelebt. „Auf, sattelt die Pferde!“ – The Texans von James Barnes. Und so beginnt auch das Stück. Hoch zu Ross erleben wir Cowboys, dann reiten wir durch die weiten Prärien bei Sonnenaufgang und bewundern das Tal des Colorado im Abendsonnenschein. Wie hörenswert Dirigent Johannes Kurz das Gespür der Musiker für die Gestaltung der Melodien und das Herausarbeiten der unterschiedlichen Emotionen erarbeitet hat!

Dann kam die Stunde für Hannah Blattner. Zuvor hat Joachim Wiegele über Guiseppe Sammartini und seinem „Concerto F-Dur“ für Blockflöte und über die Bedeutung der Blockflöte als royales Musikinstrument und als Orchesterinstrument bis zur Französischen Revolution (1789) berichtet. Nach dieser Zeit war sie dann zu leise, um mit den vielen neu entwickelten lauteren Instrumenten noch mithalten zu können. „Oh“, kam es aus den Besucherreihen. Neben ihrem Dirigentenlehrmeister mit Konzertrock steht Hannah Blattner mit schwarzem Frack, Fliege und Taktstock – welch eine unerwartete Überraschung! Sie verneigen sich gegenüber dem Konzertpublikum. Mit einem echt gekonnten Lächeln, wie es nur Frauen können, dreht sie sich nun der Musikkapelle zu – versichert sich der Bereitschaft des Solisten an der Blockflöte – lenkt die volle Konzentration der Musiker auf sich – ein tiefer Atemzug, das Tempo anzeigend und mit Schwung und Eleganz setzt das Orchester ein. Das virtuose, barocke „Concerto F-Dur“ für Orchester und Solosopranblockflöte öffnet sich einer Blume gleich. Den Solisten, unserem Dirigenten Johannes Kurz, im Ohr und im linken Augenwinkel verfolgend, hält die Dirigentin Hannah Blattner Augenkontakt zu den Spielern im Orchester, gibt Einsätze, prüft die Tempi zwischen Solist und Orchester und leitet die Musikkameraden sicher und mit einem aufmunternden, Überzeugung ausstrahlenden Lächeln durch manch eine Klippe im durchsichtigen, diffizilen Konzertstück aus der Barockzeit. Die Musiker gehen voll auf die Dirigentin ein, vertrauen ihrer Führung und begleiten damit filigran den Solisten des Abends.

Die Premiere als Konzertdirigentin ist Hannah Blattner sehr gut gelungen. Sowohl Solist Johannes Kurz als auch Hannah Blattner strahlen um die Wette ob des wirklich guten Gelingens. Die Konzertbesucher wissen die die Leistung beider mit entsprechendem Applaus zu honorieren. Welch Fingerfertigkeit von Johannes Kurz auf seiner Blockflöte – brillant, sauber, virtuos, schnell und einfühlsam – das war ein Erlebnis für sich. Johannes Kurz war es auch, der dieses Musikwerk aus dem Streichinstrumentenbereich auf das Können unserer Musiker umgesetzt und dabei vor allem die Musiker an der Klarinette und Querflöte herausgefordert hat.

Wir wünschen Ihnen allen Frohe Ostern.