In einer Woche: Das Frühjahrskonzert des Musikvereins Zell-Weierbach

Ja, am nächsten Samstag, dem 7. Mai, um 19.30 Uhr ist es so weit. In der gut besetzten Abtsberghalle warten Sie als Konzertbesucher die letzten Augenblicke, ehe „der Vorhang fällt“. Im Programmheft, das haben Sie bereits festgestellt, ist bei den Titeln der Musikstücke kein einziges deutsches Wort zu finden – alles ist in Englisch geschrieben. Ob das sein muss, denken Sie vielleicht? „Ein eindeutiges Ja“, würde Johannes Kurz, unser Dirigent, in diesem Fall antworten, denn unser diesjähriges Frühjahrskonzert hat zum ersten Mal ein Motto, nämlich „Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland“.

Nun geht die Tür auf, die mehr als 40 Musikerinnen und Musiker betreten satzweise die Bühne des „Konzerttempels“ von Zell-Weierbach, nehmen Platz und warten auch Augenblicke. Dann aber: Majestätisch schreitet der Chef des Blasorchesters, Johannes Kurz, die Bühnentreppe hinauf und alle Musikanten erheben sich zur Begrüßung. Sie zeigen ihr schönstes Lächeln – die Nervosität sinkt beim Anblick des in sich ruhenden Chefs und die Konzentration steigt und steigt. Das königliche, majestätische Konzert im wahrsten Sinne der Musik kann beginnen.

Es braucht ein wenig Fantasie, aber Musikliebhaber haben die eh, sich vorzustellen, dass gerade in dem Augenblick, in dem Landsknechts Trommel ertönen, sich König Henry (Heinrich) VIII. von England (1491 – 1547) – bekannt durch die Abspaltung vom römischen Glauben und seiner 6 Ehen – durch die Mitte der Musikliebhaber zur Konzertbühne schreitet und sich dort in seiner majestätischen Tudorkleidung aufbaut, um seine Komposition, die Ballade „Pastime With Good Company“ selbst zu dirigieren. Die Melodie geht gleich ins Ohr und wird im Orchester immer wieder anderen Registern weitergereicht und anders untermalt. König Heinrich VIII. nimmt dann noch den begeisterten Beifall der Konzertbesucher mit stolz geschwellter Brust entgegen und begibt sich dann unter die Gäste. Johannes Kurz übernimmt nun den Taktstock und beehrt das Königshaus der Tudor mit dem berühmten Marsch „Pomp and Circumstance No. 4“, den Sie sicherlich alle mitpfeifen und mitsingen könnten. Als nächstes führt Sie die Musikkapelle Zell-Weierbach in die Anfänge der aufgeschriebenen englischen Volksmusik (Folksongs) zurück, zu „Greensleeves“. Auch hier wird das Thema variantenreich zwischen den einzelnen Registern hin- und hergereicht.

Mit „Rule Britannia“ kommt noch so ein königliches Musikstück auf die Bühne, komponiert von Richard Wagner. ‚Rule Britannia!‘ ist ein patriotisches Lied aus dem höfischen Maskenspiel (Vorfahr der barocken Oper in England) namens „Alfred“ (1740). Dieses Lied avancierte zur „inoffiziellen Nationalhymne“ von Großbritannien. Das Lied gehört zum „Muss“ der Londoner Last Night of the Proms, eine bekannte, traditionelle Sommerkonzertreihe in London mit klassischer Musik. Richard Wagner hat dieses patriotische Lied zu einer Ouvertüre inspiriert, die er 1837 in Königsberg fertigstellte. Aber erst 1905 kam diese Ouvertüre in Großbritannien zur Erstaufführung in einer bearbeiteten Version.

Ehe die Musikkapelle Zell-Weierbach zum Schlusspunkt des 1. Teils des Konzerts mit „Lord Tullamore“, einer Originalkomposition von Carl Wittock,  kommt, werden Bernd Dufner für 50 Jahre sowie Rosi Friemelt und Ralf Vollmer für 40 Jahre aktives Musizieren geehrt werden.

Dann geht es in die verdiente Pause. An den Ständen bieten wir belegte Laugenstangen, Weine und Sekt der Weinmanufaktur Gengenbach·Offenburg, Bier und Alkoholfreies an. Gerne laden wir Sie auch bei Bewirtung zum Verweilen bei uns nach dem Konzert ein.

Die Vorverkaufsstellen Beratungscenter Oststadt (Moltkestraße) der Volksbank – Die Gestalterbank, die Postagentur Konstanzer, das Rebland Café See (Do. – So.) und die Vinothek Offenburger Rebland halten Eintrittskarten im Vorverkauf zu 8 € (Abendkasse 10 €) bereit. Studenten und Schüler zahlen 5 € (nur an der Abendkasse). Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben bei uns freien Eintritt. Oder lassen Sie sich die Karten an der Abendkasse hinterlegen (Tel. 0781/38910).

 Genießen Sie mit viel Vorfreude ein zum Eintrittspreis gehörendes Glas Prinz Offo-Sekt der Weinmanufaktur Gengenbach·Offenburg im Foyer der Abtsberghalle und steigern Sie dabei Ihre Vorfreude auf das Frühjahrskonzert.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Mit dem 2. Probenwochenende geht es in die Konzertgerade

Das Palmsonntagwochenende war für alle Musikerinnen und Musiker von Freitagabend bis Montagabend von Musik geprägt. An diesem ersten Probenwochenende waren, so wie sie sich es ermöglichen konnten, zeitweise bis zu 40 Musikerinnen und Musiker in der Abtsberghalle, um einen ersten Gesamteindruck der Konzertstücke zu erspielen.

Es war eine gute Sache, denn spielerisch wie auch kameradschaftlich gelang sehr viel. Viele neue Musiker, von unseren Jungmusikern angefangen über junge Musikerinnen und Musiker, die endlich wieder eine musikalische Herausforderung haben und bestehen wollen bis zu unseren Musikerinnen aus den Erwachsenenbläserklassen der Musikschule Offenburg, die in unsere Musikkapelle eingetreten sind, haben von den intensiven, von Dirigent Johannes Kurz super geleiteten Probeeinheiten, viel profitiert und damit auch wir alle von der Musikkapelle Zell-Weierbach.

Wir freuen uns, dass Musikerinnen und Musiker aus anderen Musikkapellen bei uns hineinschnuppern, ihr Bestes geben, bei so viel Proben wie möglich da sind und somit ihre musikalische Erfahrungen erweitern und vergleichen können. Die Art, wie Johannes Kurz einstudiert, sein großes Hintergrundwissen über Komponisten und Arrangeure weitergibt und wie er sehr gut bildlich beschreiben kann, was diese an welcher Stelle mit der Musik was sagen wollen, begeistert alle und inspiriert die Musikanten.

Ein kleines Beispiel: Beim letzten Stück des Konzertabends vor der Pause, „Lord Tullamore“, kommen gleich die Pauken in den ersten Takten groß ins Rampenlicht. „Stell dir vor,“ ruft Johannes Kurz nach ganz hinten zu Tim Zimmer, unserem Paukisten in Alter von 15 Jahren, „das Stück ‚Lord Tullamore‘ spielt sich auf der irischen Insel ab. Hohe Wellen rollen unaufhaltsam vom Atlantik auf die Steilküste zu! Wie du jetzt spielst, sind das Wellen am Bodensee aber nicht wie an der irischen Atlantikküste. Hau rein auf die Pauken!“ Gesagt, getan! Das Resultat des Dirigenten ganz trocken: „Das waren vielleicht 70 % – ich will 100 % Wellengang hören!“ Nach mehreren Anläufen hat Tim unseren Dirigenten mit seiner Kraftanstrengung überzeugt. – Urteilen Sie doch selbst darüber an unserem Frühjahrskonzert am 7. Mai, wie gesagt, beim letzten Musikstück vor der Pause.

Genießen Sie aber auch in dieser Originalkomposition von Carl Wittrock seine eigene Vorstellung von irischer Volksmusik. In einer sehr abwechslungsreichen dreiteiligen Komposition von mitreißendem, inspirierendem irischen Folk zeigt uns der Komponist die fröhliche Seite mit brillanten technischen Passagen wie auch lyrische Momente der Ruhe und Gelassenheit. Glauben Sie uns, es wird ein Ohrwurm sein, der Sie in die Pause bei belegten Laugenstangen, verschiedenen Weinen, Bier und Sekt begleiten wird.

Bei der sinfonischen Suite über „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“, einer der Lieblingsfilme von Dirigent Johannes Kurz, erklärt er uns eindringlich, was die einzelnen Musikszenen aus dem Harry Potter Buch darstellen sollen und wie sie zu spielen seien – geheimnisumwittert, Angst habend, schrecklich, Gefahr anbahnend, das Blut zu Eis erstarrend und aber auch wohlklingend und lieblich. Besonders das ganze Holzregister ist da gefordert, die geheimnisvollen Szenen zu untermalen und auszudeuten unter Verwendung von sehr sehr vielen schwarzen Noten. Gott sei Dank ist nur der erste der „schwarzen“ Takte so richtig riesig schnell zu spielen. Danach werden die Holzbläser mit viel üben die weiteren langen Passagen mit Sechzehntelnoten am Konzertabend zu meistern wissen. Interessant  und ausdrucksstark ist auch das, was das Blechregister in unterschiedlichen Besetzungen in dieser Harry Potter Geschichte zu sagen und darzustellen hat.

Dieses Wochenende ist nun das zweite, gleichlange Probenwochenende. Viel Glück den Musikerinnen, Musikern und dem Dirigenten!

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Ein passendes Ostergeschenk für Sie – Eintrittskarten für unser Konzert

Am Samstag, 7. Mai, ist unser traditionelles Frühjahrskonzert in der Abtsberghalle. Und dazu haben wir eine passende Geschenkidee zu Ostern: Verschenken Sie Eintrittskarten zu unserem Frühjahrskonzert an Ihr Lieben zum Vorverkaufspreis von 8 €. In unserem musikalischen Frühjahrsstrauß haben wir bestimmt für jeden etwas dabei, ob Musik der Frühzeit, des Barock oder der Moderne. Wir wollen Ihnen auch sagen, bei uns haben Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren freien Eintritt und Studenten erhalten an der Abendkasse Karten zu 5 €. Unsere Vorverkaufsstellen sind die Vinothek in der Schulstraße, die Postagentur Junker, die Volksbank – die Gestalterbank in der Moltkestraße, das Café Rebland See an ihren Öffnungstagen und natürlich sind auch unsere Musiker und Musikerinnen Ansprechpartner. Die Karten sind voraussichtlich ab diesem Samstag erhältlich. Wir würden uns freuen, wenn Sie regen Gebrauch davon machen – Ihre Eintrittskarten unterstützen uns und unsere vielseitige Arbeit an Jugend, Erwachsene und an der Musik.

In unserer Jahreshauptversammlung vergangenen Donnerstag sind Ralf Vollmer – bereits 19 Jahre im Amt – zum wiederholten Male zum 2. Vorsitzenden und Musikervorstand gewählt  sowie Georg Königer als Schriftführer bestätigt worden. Als Beisitzer sind Sabine Meehan, Hannah Blattner, Armin Friemelt, Johannes Kurz wieder- sowie unser Aktiver, Thorsten Groß, neu gewählt worden. Auch die Kassenprüfer Kathleen Königer und Thorsten Litterst haben sich wiederwählen lassen. Wir danken allen, die sich für den Musikverein Zell-Weierbach aktiv in der Vereinsarbeit einsetzen ganz herzlich und wünschen ihnen viel Glück im Tun. Ganz herzlich danken wir auch Elisabeth Abele, Geschäftsführerin der Fa. Kälble, für 14 Jahre konstruktive Mitarbeit im Verwaltungsgremium des Musikvereins und für die Planung und Erstellung der neuen Festbühne am Rathausplatz.

Auch wenn wegen des Corona Lockdowns bis Ende Mai 2021 Dirigent Johannes Kurz und Vizedirigentin Hannah Blattner nicht öffentlich wirksam sein konnten, waren sie sehr aktiv. Sie bereiteten das Polka-Projekt vor und waren kreativ bei der Entwicklung von Auftrittsmöglichkeiten, Probeablauf unter Corona-Regeln und bei der Wahl der Musikstücke. Somit war für den Probewiederstart alles bestens vorbereitet und die Auftrittsziele, das Herbstliches Frühjahrskonzert im Oktober, der Gedenkgottesdienst im November und die weihnachtliche Einstimmung im Dorf, konnten unmittelbar angegangen werden. Danke.

Ralf Vollmer, 2. Vorsitzender und Musikervorstand informierte die Versammlungsteilnehmer, dass die Beschaffung von neuen Trachten (Brusttuch und Jacken) dringlich ansteht sowohl teilweise für die bereits Aktiven wie auch für die 12 Neuzugänge seit 2021. Trachtenkleidung ist teuer. Ralf Vollmer und wir alle hegen Hoffnung, dass uns diesbezüglich Spender und Sponsoren helfend unter die Arme greifen und die Beschaffung sich auch in einem höheren Vereinszuschuss der Ortsverwaltung niederschlagen wird. Des Weiteren berichtet er, die Konzertvorbereitung für das Frühjahrskonzert’22 ist in vollem Gange und bestimmt wird bei den Musikstücken für jeden etwas dabei sein. Er bedankte sich bei den 5 auswärtigen Musikerinnen und Musikern (Freiburg, Hornberg, Kippenheim und Ichenheim)  für ihre Musikverbundenheit mit der Musikkapelle Zell-Weierbach. Sie bekommen einen Obolus für die Spritkosten. Auch bei Heinz Schütz bedankte er sich, auch wenn dieser 2021 als Ansager leider nicht aktiv werden konnte.

Sabine Meehan vom Jugendteam berichtete über 33 Blockflötenkinder und 16 Musikschulschüler. Die Suche im Herbst nach einem neuen Dirigenten für unser Jugendorchester SoundFabrik verlief leider ergebnislos. Deshalb kreierte das Jugendteam die Idee, den 5 Jungmusikern ein Probeschnuppern bei unserer Musikkapelle anzubieten, das bei den Jugendlichen sehr gut angekommen war. Erleichtert hat dies ihnen die Treffen vor den Musikproben, wo sie mit Sabine Meehan Weihnachtslieder einstudierten.

Das Resümee von Sabine Meehan und Katrin Schröder, die das Jugendteam bilden: „Das Weihnachtsliederspielen an der Springmatt am 19.12.2021 machte allen Spaß, auch wenn es dabei wirklich sehr kalt war. Die Jungmusiker bekamen viel Lob und Anerkennung, weil sie so schnell in den Proben richtig mitspielen konnten.“

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Nicht Resignation sondern Ansporn war Devise im 2. Corona Jahr

Nach der Eröffnung der Jahreshauptversammlung in der Abtsberghalle für das Vereinsjahr 2021 durch die Musikkapelle Zell-Weierbach begrüßte Herbert Lenz, erster Vorsitzender, alle Vereinsmitglieder, Gäste und Regina Heilig als Pressevertreterin. Bei der Totenehrung gedachten die Anwesenden der seit vergangenen September verstorbenen Vereinsmitglieder, unter anderem auch der ehemaligen Aktiven, Albert Beathalter und Alois Geiler.

Wenn auch im Berichtsjahr 2021 der Schatten der Corona Pandemie allgegenwärtig war, betonte der Vorsitzende in seinem Jahresbericht, war unser Dirigent, Johannes Kurz, stets auf dem Laufenden betreffend der Corona Regelungen und aktivierte die Musikerinnen und Musiker frühestmöglich für Proben. Alle zogen vorbildlich mit, konnten aber frei über ihre Probeteilnahme entscheiden. Großen Dank zollte Herbert Lenz der Ortsverwaltung, die die Abtsberghalle bzw. den Heimatsaal der Vinothek Offenburger Rebland Zeller-Abtsberg und Fessenbach kostenfrei bereitstellte. Er freute sich auch über den Besuch von 8 Musikkameraden der Batterie Fanfare aus Saint Jean de Losne anlässlich unseres Herbstlichen Frühjahrskonzerts am 16. Oktober 2021 und dankte allen Gastgebern.

Am 14. November gestaltete die Musikkapelle Zell-Weierbach den Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Vereinsmitglieder der letzten beiden Jahre. Die musikalische Gestaltung fand von allen Seiten viel Lob.

Unser Weinfest rund ums Rathaus und das Zeller Datschkuchenfest – beide in kleinerem Rahmen – sind bei den Mitbewohnern von Zell-Weierbach und darüber hinaus sehr gut angenommen worden.

Ende Juli 2021 trafen sich die Gesamtvorstandsmitglieder des Musikvereins zu einem Wochenendseminar im Proberaum und bearbeiteten folgende Themen: Effektivere Aufstellung des Musikvereins für die Zukunft, Strukturen im Verein systematischer formen, Festorganisationen und –abläufe schriftlich fixieren und Erarbeitung des Leitbildes für den Musikverein.

Abschließend bedankte sich Herbert Lenz als Vorsitzender des Musikvereins bei seinen Vorstandskollegen und bei den Helfern und Unterstützern des Musikvereins.

Schriftführer Georg Königer berichtete über 12 Vorstandssitzungen von Vorstandschaft und Jugendteam, wovon 5 Besprechungen zwischen Januar und Mai 2021 virtuell durchgeführt worden waren.

11 fleißige Helfer haben bis Ende Januar 2021 den Proberaum, den Flur und die sanitären Anlagen grundlegend gereinigt und renoviert. Der Boden des Proberaums glänzt wieder fast wie neu! Herzlichen Dank an Andreas Königer, der sehr viel Ideen einbrachte, umsetzte und die Projektleitung verantwortete. Die gelagerten Instrumente wurden begutachtet und entsprechend sortiert.

Im April 2021 fand eine virtuelle Probe statt, in der Dirigent Johannes Kurz das Projekt „Polka“ vorstellte und die Charakteristiken der einzelnen Polka-Arten erklärte. Anschließend konnte jeder Musiker am Beispiel der Julia-Polka das Gehörte daheim praktisch umsetzen.

Am 29. Mai war es endlich so weit: die erste Präsenz-Probe im Jahr 2021 vor dem Proberaum im Freien. Auch das Jugendorchester SoundFabrik und die Blockflötenschüler durften wieder aktiv sein. Das Weinfest rund ums Rathaus sowie das Zeller Datschkuchenfest hat die Vorstandschaft auf die Beine gestellt und Ende September die Jahreshauptversammlung für 2020 nachgeholt.

Am 31. Dezember 2021 waren im Register des Musikvereins Zell-Weierbach 372 Mitglieder verzeichnet, davon 85 Aktive (Musiker sowie Musik- und Blockflötenschüler) und 77 Ehrenmitglieder.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Nicht vergessen: unsere Jahreshauptversammlung für 2021 ist am nächsten Donnerstag

Unser Vorsitzender, Herbert Lenz, lädt alle Vereinsmitglieder vom Musikverein Zell-Weierbach und alle Musikfreunde herzlich zur ordentlichen Jahreshauptversammlung für 2021 ein. Sie ist in der Abtsberghalle am nächsten Donnerstag, den 31. März, um 19.30 Uhr.

Folgende Tagesordnung ist beschlossen:

1.   Begrüßung

2.   Totenehrung

3.   Bericht des 1. Vorsitzenden

4.   Bericht des Schriftführers

5.   Bericht des 2. Vorsitzenden

6.   Bericht des Jugendteams

7.   Bericht des Dirigenten

8.   Kassenbericht

9.   Bericht der Kassenprüfer

10. Entlastung

11. Dank und Würdigung für die Vereinsarbeit

12. Wahlen: 2. Vorsitzender, Schriftführer, Beisitzer und 2 Kassenprüfer

13. Ehrungen verdienter Mitglieder

14. Wünsche und Anregungen

Die Versammlung findet unter den am 31. März geltenden Corona Hygieneregeln statt. Wir bitten um rege Beteiligung an unserer Jahreshauptversammlung.

Vergangenes Wochenende, von Freitag bis Sonntag, traf sich der Gesamtvorstand des Musikvereins Zell-Weierbach in der Herberge Taube im Lierbachtal bei Oppenau, zu einem Vorstandsseminar.

Nach einem gemeinsamen Abendessen ging‘s in die erste lange Runde. Unter den Fragestellungen, was bedeutet Vorstandsarbeit für mich? und was kann ich persönlich einbringen? wurde der Horizont für das Vorstandswochenende geöffnet und die Zielrichtung eingenordet. Viele Zettel voller persönlicher Informationen wurden am Ende eingesammelt und von Johannes Kurz, unserem Fachmann für die digitale Erstellung und Gestaltung von Ergebnissen in Form von Mindmaps (Baumdiagramme / Karten mit zusammengefassten bzw. geordneten Begriffen) am PC visualisiert. Seine Arbeit konnten wir mittels eines Beamers, der alles an die Wand geworfen hat, verfolgen, kommentieren und Änderungen in der Wortwahl oder Begriffszugehörigkeit vorschlagen. Selbstverständlich haben wir darüber auch diskutiert. Danach gab es zur späten Stunde bei Kaffee und anderen Getränken noch einen Spieleabend, den einige lange genossen.

Nach einem üppigen Frühstück, das Ralf Vollmer im Städtchen besorgte, wurde die Vorstandsarbeit noch unter dem Aspekt betrachtet, was ich mit meinem Einbringen im Vorstand und in den Musikverein erreichen möchte. Sie können sich vermutlich nicht vorstellen, welche unterschiedlichsten Beweggründe da zu Tage traten, sich ergänzten und nicht sich gegenseitig im Wege standen! Selbst Johannes Kurz, der durch seine Tätigkeit als Musikschulleiter, Dirigent und Profimusiker viele Erfahrung gesammelt hat, war über so zahlreich aufgeführte, unterschiedliche Aspekte verblüfft. Jede und jeder Einzelne sammelt Erfahrungen aus Schule, Beruf, Hobbies, im Privatbereich, durch Weiterbildung und durch Weiterentwicklung und verarbeitet alles zu eigenen Erkenntnissen und Folgerungen, die er oder sie gerne weitergeben zum Wohle von Vereinsarbeit und anderweitigem Engagement.

Am späten Nachmittag wurde die „Kopfarbeit“ unterbrochen, um sich die Füße entlang des Lierbachs zu vertreten und um den Kopf wieder frei zu bekommen. Danach wurde noch die Teambildung und Teamarbeit in der Vorstandschaft beleuchtet, ehe wir gemeinsam das Abendessen, Spaghetti Bolognese für Veganer und Fleischliebhaber sowie Salat, vorbereiteten. Ungern zu so späterer Stunde aber dennoch kam das Thema „Digitalisierung im Musikverein“ auf den Tisch. Am Sonntagmorgen haben wir das im letztes Jahr erarbeitete Leitbild des Musikvereins nochmals überdacht und für gut befunden. Mit Manöverkritik und –lob und den üblichen „Endarbeiten“ beendeten wir ein erfolgreiches Musikvereinsvorstandsseminar.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Am Donnerstag, 31. März, ist unsere Jahreshauptversammlung für 2021

Der Musikverein Zell-Weierbach unter Vorsitz von Herbert Lenz lädt alle Vereinsmitglieder und Musikfreunde herzlich zur ordentlichen Jahreshauptversammlung für 2021 ein. Sie wird in der Abtsberghalle am Donnerstag, den 31. März  um 19.30 Uhr stattfinden.

Folgende Tagesordnung ist geplant:

1.   Begrüßung

2.   Totenehrung

3.   Bericht des 1. Vorsitzenden

4.   Bericht des Schriftführers

5.   Bericht des 2. Vorsitzenden

6.   Bericht des Jugendteams

7.   Bericht des Dirigenten

8.   Kassenbericht

9.   Bericht der Kassenprüfer

10. Entlastung

11. Dank und Würdigung für die Vereinsarbeit

12. Wahlen: 2. Vorsitzender, Schriftführer, Beisitzer und 2 Kassenprüfer

13. Ehrungen verdienter Mitglieder

14. Wünsche und Anregungen

Die Versammlung findet unter den am 31. März geltenden Corona Hygieneregeln statt. Wir bitten um rege Beteiligung an unserer Jahreshauptversammlung.

Wie letztes Mal schon erwähnt, hatten die Engländer eine Vorliebe für die italienischen Madrigale, die ab etwa 1550 ihr Land eroberten und in der Folge eine Generation eigenständiger Madrigal Komponisten schuf. Das Madrigal, ein mehr-, meist vierstimmig gesetzter Gesang, dessen Text oft einer literarischen Vorlage (Sonett, Psalm, …) entlehnt worden war, ist grundsätzlich ohne Instrumentalbegleitung.

Aber das kennen Sie ja sicherlich aus Ihrer eigenen Lebenserfahrung: so etwas „geht nicht lange gut“ und schwuppdiwupp wird experimentiert. Daraus entwickelte sich das zweite große Standbein der englischen Musikszene von damals, die Lautenmusik. Sie teilte sich auf in Tänze und lautenbegleitende Sololieder, anfangs waren das selbstverständlich die Madrigale, denen sich eine zweistimmige Lautenbegleitung und eine zusätzliche Viole-Stimme hinzugesellten. Diese „Lautenlieder“ formten sich mit der Zeit zu Liedern, deren Lautenpart immer stärker der Eigenart des Lauteninstruments gerecht wurde. Für diese Art von Liedern hat sich bald „Ayre“ (Air – Aria) als Fachbegriff eingebürgert. Diese Sololieder mit Lautenbegleitung bestanden meist aus drei Teilen.

Die „Ayres“ für Singstimme und Laute entwickelten sich am Hofe von Königin Elisabeth I. (1558 – 1603) unter dem Wettlaufen zahlreicher Komponisten immer weiter und genossen hohe Popularität. Man betrachtete die „Ayre“ am Ende des 16. Jhd. als Höhepunkt englisch tradierter Musik jener Zeit. Maßgebend dafür waren besonders die beiden engagierten Komponisten William Barleys und John Dowland, die 1596 bzw. 1597 Bücher über ihre Ayres herausgegeben hatten. Diese fanden reißenden Absatz.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Der Tudorkönig Heinrich VIII. als Komponist in unserem Frühjahrskonzert

Nach der Vertreibung der englischen Besatzungsmacht aus Frankreich (1453) bis ins beginnende 16. Jhd. hörte man nicht viel von der englischen Musik.

Aber bereits einige Zeit vor der Regentschaft von Elisabeth I. (1558 – 1603), während ihrer Zeit und der nachfolgenden, dem sogenannten elisabethanischen Zeitalter, errang die Musik der Insel zumindest in einigen Teilgebieten eine Blütezeit.

Musikanten jener Zeit hatten sich in Italien die Musik der damaligen Höfe, Fürstenhäuser und der Kirche angeeignet und auf die Insel mitgebracht. Von einzelnen Musikarten waren sie wohl sehr angetan. So haben jene Musiker und Komponisten zum Beispiel das „Balletto“ (Tanz- und Ballettmusik in den Anfängen), die Kanzonette (kleine Gesang- oder Instrumentalstücke) und vor allem das Madrigal eigenständig weiter entwickelt.

Das Madrigal war Anfang des 14. Jhd. in Italien eine von den Troubadouren übernommene volkssprachliche gesungene Dichtform. Die Madrigalisten setzten sich mit dem Sinn des Daseins auseinander – noch meist polemisch, satirisch und moralisch. Später beinhalteten die Madrigale Gesänge über idyllische Liebesdichtungen. Im 16. und 17. Jhd. waren die Madrigale schließlich ein Zeugnis für den freien Gesellschaftsgeist der Renaissance und seine feingeistige Verbindung mit literarischen Dichtungen, gerne aus der Antike. 1588 drang das Madrigal nach England vor und erlebte dort eine Blütezeit.

Wie kam es dazu? Um sich den Aufschwung der englischen Musik im 16. Jhd. zu erklären, müssen die politischen und geistesgeschichtlichen Veränderungen hinzugezogen werden: Um 1500 lässt die Wissenschaft traditionellerweise das Mittelalter enden. Äußere Fakten sind die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus (1492), die Reformation des Martin Luther (1517) und der Einfluss des Humanismus (geistige Bewegung, beginnend im 14. Jhd. die die Würde des Menschen und dessen freie Entfaltung in den Mittelpunkt stellt) u. a. durch Erasmus von Rotterdam.

Diese Ereignisse gaben dem gesamten kulturell-geistigen Leben des damaligen Europas neue Richtungen und Impulse. Die weltliche Seite sämtlicher Kunst erstarkte gegenüber der geistlichen.

In England endeten 1485 die langen Bürgerkriege und mit den Tudor kam eine Dynastie auf den Thron, die dem Land eine relative innere Stabilität bescherte. Diese Entwicklung führte England langsam zu außenpolitischer Bedeutung.

Und jetzt, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, träumen Sie sich in unser Früjahrskonzert am 7. Mai und lauschen der Ansage eines unserer Musikanten: „Liebe Musikfreunde, das nächste Stück ist etwas Besonderes, ein Musikstück, dessen Hauptmelodie aus der Feder des Tudorkönigs Henry (Heinrich) VIII. (1509 – 1547) stammen soll – sein Name: „Pastime with good Company“ (Rast in guter Gesellschaft).

Heinrich VIII., der zweite Tudorkönig, hatte eine besondere Vorliebe für Musik und andere Formen der Kunst. Durch gönnerhafte Ausgaben entwickelte sich ein besonderer Kulturbetrieb am Hofe. Dazu kamen sein Bruch mit dem Papst in den 1530er Jahren und die einhergehende Gründung der anglikanischen Staatskirche, die sich eher am reformierten christlichen Lager orientierte. Das ermöglichte größere nationale Eigenständigkeit in vielen Richtungen. Schließlich besiegte 1588 England unter der Königin Elisabeth I. (1558 – 1603) Spaniens Armada – das Tor zur Weltmacht ist geöffnet, einhergehend begann auch die weltliche Musik zu florieren.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Die englische Musik im Mittelalter – einflussreich in Europa

Komponierte Musik auf dem Territorium des heutigen Vereinigten Königreiches lässt sich bis ins 13. Jhd. zurückverfolgen und übte einen gewissen Einfluss auf die Entwicklung der europäischen klassischen Musik aus.

Das älteste bekannte Musikwerk ist „Sumer is icumen in“ (Der Sommer ist gekommen) aus der zweiten Hälfte des 13. Jhd. Dieses Musikwerk im wahrsten Sinne des Wortes, auch als „Sommer-Kanon“ bekannt, soll das älteste Manuskript sein in der europäischen Musikgeschichte als überliefertes Beispiel der mehrstimmigen Kompositionstechnik. Es wurde kurz vor 1300 zum ersten Mal schriftlich fixiert. Besonderes daran ist, dass die Notenlinien in roter Farbe gezogen sind. Außerdem besteht das Notenliniensystem aus 6 Linien anstelle der damals bereits üblichen fünf Notenlinien. Einen Reim daraus können sich die Wissenschaftler nicht machen, weil keine vergleichbaren Handschriften mehr vorhanden sind. Die Melodie ist mit lateinischem und englischem Text versehen und bezeugt die Verbindung der geistlichen Kunstmusik (in Latein) und der Volksmusik (in Englisch). Daraus entwickelte sich in den nächsten Jahrhunderten eine englische Tradition in der mehrstimmigen Musik.

Einer der bekanntesten Komponisten Englands aus jener Zeit war John Dunstable (~1395 – 1453), der am Hof des Königs Heinrich V. diente – auf einen Namensnachfolger dieses Königs stoßen wir auch in unserem Frühjahrskonzert am 7. Mai. Mit hauptsächlich kirchenmusikalischem Schaffen komponierte Dunstable 3- bis 4-stimmige Sätze und entwickelte dabei harmonische Neuerungen, die großen Einfluss auf die Musikentwicklung in der Frührenaissance ausübten. Die verschiedenen Komponisten jener Jahrhunderte entwickelten eine Vorliebe für wiederkehrende Tonfolgen und Charakteristiken im Verhältnis der Stimmen zueinander. Diese Kompositionstechnik wurde „Faburden“ genannt. Die Faburden (Unterstimme) im 3-stimmigen Satz lag i. d. R. in Terzen (3 Tönen) unter der Mittelstimme (Mene). Die Oberstimme (Treble) verlief beständig in Quartparalellen (4 Töne) über der Mittelstimme.

Diese Mehr- oder Vielstimmigkeit heißt in der Fachsprache der Musik „Poliphonie“ und leitet sich aus dem Griechischen her. Der Begriff wird 1300 erstmals so in England genannt. Daher wird in der Fachwelt bei der Poliphonie auch von der „englischen“ Musik gesprochen.

Durch die Besetzung weiter Teile Frankreichs durch englische Truppen zwischen 1415 und 1453, hat die englische Musik ein einziges Mal, doch umso entscheidender, in die Entwicklung der kontinentalen Kunstmusik eingegriffen. Englische Improvisationstechniken und englisches Komponieren stellten entscheidende Weichen für die musikalische Renaissance und übten starken Einfluss im besetzten Gebiet aus. Gleichzeitig verzeichnete die Musik eine einmalige „Invasion“ englischer Musik in die kontinentalen Kompositionen. Zwischen 1420 und 1460 ist die Entwicklung der englischen Musik in kontinentalen Quellen besser dokumentiert als im Land selbst, weil dort veraltetes Musikrepertoire einfach vernichtet oder als Verpackungsmaterial verwendet worden war.

Ein Grund, weshalb die englische Musik sich so intensiv entwickelt hat, besteht darin, dass bereits im späten 13. Jhd. sich die Einrichtung der „Chapel Royal“ (Königliche Kapellen) bildete. Dazu gehörten Geistliche, Musiker und Sänger, die für die Durchführung der religiösen Handlungen zuständig waren, bei königlichen Festakten auftraten und mit dem Monarchen im Gefolge mitreisten. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich nach und nach ein bedeutender Chor mit Orchester am Hofe der englischen Könige.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Was bedeutet „accelerando“?

In der letzten Freitagsprobe hat unser Dirigent, Johannes Kurz, sich ein wenig gemopst gefühlt, weil bei fast allen Musikern und Musikerinnen die Augen an den Noten geklebt und nicht den über den Noten stehende Hinweis „accelerando“ beachtet haben. „Was bedeutet ‚accelerando‘?“ rief er in seiner manchmal burschikosen Art in die Runde. – „Herausschauen!!“, war nach kurzer Pause seine selbstgegebene Antwort.

Da meinte einer der drei Prüfungsabsolventen vom Jungmusikerleitungsabzeichen (JMLA) vom vergangen Jahr: „Darf ich das in der Prüfung zum Leistungsabzeichen auch so sagen?“ – „Natürlich da nicht, sonst fällst Du deswegen vielleicht durch. Die Prüfer schauen auf die Lösungstabelle. Die checken das nicht und doch wäre es die richtige Antwort gewesen!“

Von der Vorspielprüfung im Internet vom heimischen Wohnzimmer aus, die Linus Bürkle, Benoît Krämer und Aaron Sturm im letzten Frühjahr unter Corona Bedingungen bestanden haben, hatten wir bereits berichtet. Das war der praktische Teil der Prüfung für das JMLA.

Das JMLA steht für Qualität in der musikalischen Ausbildung. Die Jungmusikerleistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold begleiten junge Talente von den ersten musikalischen Schritten bis hin zur solistischen Reife. Der Bund Deutscher Blasmusikverbände e. V. (BDB) hat dazu strukturierte Zielvorgaben für die Ausbildung und Prüfung aufgestellt und entwickelt sie immer weiter. Sie sollen Motivationsquelle, Ansporn und Leistungsbestätigung für den musikalischen Nachwuchs sein. Durch diese gezielte Ausbildung lässt sie Jugendliche zu Leistungsträgern in den Vereinen heranwachsen und werden. Dies können wir aus Sicht der Musikkapelle Zell-Weierbach nur ganz und gar bestätigen. Mittlerweile gibt es eine Lern-App, mit der sich die jungen Musiktalente auf die JMLA-Prüfungen selbständig vorbereiten können.

In der Musikschule Offenburg, unterstützt von der Bläserklassenausbildung im Musikverein, bekommen die Jungmusiker in 2 – 4 Jahren Unterricht fundierte  musikalische Grundfertigkeiten und ein theoretisches Basiswissen vermittelt. Die Lernfelder sind: Musiklehre, Rhythmik sowie Gehörbildung und Praxis (Vortragsstücke, Tonleiter und vom Blatt spielen). Die Prüfung wird i. d. R. im jeweiligen Blasmusikverband, bei uns im Blasmusikverband Ortenau, abgenommen. Sowohl in den Lernfeldern wie auch in der Praxis müssen die Nachwuchsmusikanten mindestens 36 von 60 Punkten erreichen, um das jeweilige Leistungsabzeichen in Bronze oder Silber zu erhalten.

Das JMLA wurde 1984 in Deutschland aus der Taufe gehoben und die Prüfung ist wohl bereits von mehr als 100.000 Nachwuchsmusiktalenten abgelegt worden.

Ja, diese zweite Prüfung haben im letzten Juli Benoît Krämer und Linus Bürkle (beide Trompete) sowie Aaron Sturm (Posaune) im Dezember erfolgreich abgelegt. In der Vorbereitung hat sie ihr Musiklehrer Bernhard Münchbach stark unterstützt. Aber die drei haben auch zuhause mittels der Lern-App viel für die Prüfung getan, wie sie stolz berichteten.

Wir wollen sie kurz vorstellen, die drei: Gemein haben sie alle drei, dass sie 13 Jahre alt sind. Benoît Krämer spielt Trompete und geht, wie auch Aaron Sturm, auf das Schillergymnasium. Benoît spielt Volleyball im Verein und gerne auch auf dem Pausenhof der Schule. Aaron hält sich, wie Linus Bürkle, mit Basketball fit und trifft sich gerne mit Freunden. Linus Bürkle besucht die Erich-Kästner-Realschule und spielt auch gerne zusammen mit seinem Vater Trompete. Die Musik, ihr gemeinsames Hobby, hat die drei zusammen geschweißt, wie wir es beobachten.

In ihrer Prüfung, berichteten uns die drei, war das flüssige Notenlesen, das Aufsagen einer Dur-Tonleiter nach eigener Wahl und nach Vorgabe wie auch das Spielen dieser Tonleitern im Prüfungsprogramm enthalten. Dazu mussten sie 2 Vortragsstücke, die sie selbst ausgewählt und geübt hatten und ein Stück vom Blatt spielen. Schwierig fanden sie die Rhythmik- und die Gehörprüfung. „Aber wir haben sie erfolgreich bestanden!“, kommentierten sie diese „Schwachstelle“ mit Stolz.

Aaron, Benoît und Linus lobten die gute Organisation der Prüfungen und auch, dass sie genug Zeit in den Prüfungen bekommen haben.

Und was noch abgefragt worden ist in der Musiklehre: Tempi- und Lautstärkenbezeichnungen. Das führt uns wieder zur Eingangsfrage zurück, was bedeutet „accelerando“? Das ist eine italienische Vortragsbezeichnung und bedeutet ‚schneller werdend‘ an der markierten Stelle. Also hat unser Dirigent doch recht: Herausschauen, damit das accelerando an der markierten Stelle auch gemeinsam überzeugend gelingt.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

„Großbritannien“ ist unser Motto beim Frühjahrskonzert 2022

Was wissen wir von der Musikwelt in Großbritannien überhaupt?

Die bekannteste englische Musik dürfte heutzutage im allgemeinen Bewusstsein in Deutschland die Musik der Beatles sein – oder fällt Ihnen spontan etwas anderes ein? Im Bereich der ernsten Musik hat sich in England kein Klassiker hervor getan wie bei uns, z. B. Ludwig van Beethoven, Josef Hayden oder Wolfang Amadeus Mozart, um nur ganz wenige der musikalischen Glanzlichter im deutschsprachigen Raum zu nennen. Bei uns bekannt sind bei Musikkennern der englischen Klassik z. B. Benjamin Britten, Henry Purcell (von dem wir auch schon Stücke gespielt haben) oder auch vielleicht Ralph Vaughan Williams.

Natürlich hat das Musik Machen auch im englischen Raum nicht erst mit der Klassik angefangen. In der Volksmusik ist als ältestes das Musikgut der Kelten enthalten, das die Barden in ihrem keltischen Kulturkreis (1000 vor Chr. und älter und auch bis Richtung Christi Geburt) verbreitet haben. Sie nutzten das fünfstufige Tonsystem (ohne die Halbtonschritte „f“ und „h“).

Seit der Christianisierung, ausgehend von Irland im 4. Jhd. n. Chr., wo der Kirchengesang besonders in den vielen irischen Klöstern gepflegt worden war, entwickelte sich neben der Kirchenmusik auch die Volksmusik dort und im englischen Gebiet.

In jedem der Teilstaaten des später Vereinigten Königreichs Großbritannien, England, Schottland, Wales und Nordirland entstand eine eigenständige Volksmusik. Die traditionelle englische Musik basiert auf Instrumenten wie der Laute, dem Hackbrett, Cembalo, Krummhorn, der Drehleier und der Schalmei. Die schottische Volksmusik ist geprägt von Dudelsäcken, Fiddles (eine Art Violine) und Harfe, die zur Begleitung von Balladen, Klageliedern (Lamentos) und bei Tänzen, wie dem Jig, verwendet wurden. Bei der walisischen Volksmusik sind die Crwth (mittelalterliche Leier mit Fingerbrett), die Harfe und die Trippelharfe typische Instrumente. Die lebendigste Volksmusiktradition weist (Nord-) Irland auf, heute noch bekannt als Irish Folk. Die Iren musizierten mit Fiddle, Tin Whistle (einfache, blecherne Schnabelflöte), Bodhrán (irische Rahmentrommel), Uilleann Pipes (irischer Dudelsack) und Akkordeon. Die Instrumente und die Volkslieder entwickelten sich natürlich von einfachen Anfängen über mehrere Jahrhunderte stetig weiter.

Die Geschichte berichtet über eine im 10. Jhd. gebaute Orgel in Winchester (Südengland) mit bereits 400 Pfeifen. Dort wurden im frühen 11. Jhd. zwei liturgische Messbücher, das sogenannte Winchester Tropar, von Mönchen geschrieben, indem Gregorianische Gesänge und zweistimmige Tonsätze aus vorhandenen losen Blättern zusammengetragen worden sind. Sie wurden im Laufe der folgenden Jahrzehnte mit weiteren Musikstücken erweitert. Diese beiden wertvollen Handschriften stellen die größte erhaltene Sammlung von Polyphonie (mehrstimmiger Gesang) des 11. Jhd. dar. Sie sind ein Muss beim Studium der angelsächsischen Musik, geben sie doch das kompositorische Können des 11. Jhd. und früher im angelsächsischen Raum preis.

Ehe wir vor Kurzem in einer Probe zum ersten Mal das weltweit bekannte und gern gesungene und gespielte englische Lied „Greensleeves“ anspielten, erzählte uns Johannes Kurz, unser Dirigent, dass dieses Lied wohl seinen Ursprung in dieser oben beschriebenen Zeit hat. Erste Aufzeichnungen dieses Liedes sind aber erst später nachweisbar.

Die Melodie von „Greensleeves“ hört sich so einfach an, aber unser Arrangement für unser Frühjahrskonzert am Samstag, den 7. Mai dieses Jahres ist für alle übenswert und bedarf noch vieler Proben, ehe es „aufführungsreif“ sein wird.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach