Schone das Wasser – trink lieber hiesigen Wein

Oder „Save water – drink wine“ ist das Motto unseres Weinfestes rund ums Rathaus an diesem Wochenende auf dem Zell-Weierbacher Festplatz hinter dem Schulmuseum für ehemals Großherzoglich Badische Schulen und unterstützen Sie dabei unsere Winzer.

Am Samstag, 10. Juli, laden wir Sie ab 16 Uhr ein, bei uns auf dem Weinfest ein paar schöne, gesellige Stunden zu verbringen. Zur Vesperzeit und auch später grillt das Küchenteam Würste und fertigt Currywurst für Sie. Ein Steak im Weck oder mit Pommes frites – da läuft doch in Vorfreude schon das Wasser im Munde zusammen.

Wenn Sie es aber vorziehen, daheim zu Essen – auch gut. Wir bieten am Samstag wie auch am Sonntag die Gerichte von unserem Weinfest in Warmhaltebehältnissen zum Mitnehmen an. Bei der Eingangskontrolle (um die Besucherzettel entgegen zu nehmen und Plätze zuzuweisen) melden Sie sich wegen des Essens zum Mitnehmen und dann startet die interne Organisation. Ein Helfer wird Ihnen danach das verpackte Gericht zum Eingang bringen und auf Wunsch auch Getränke dazu – vielleicht eine kühle Flasche Rosé zu 10 Euro.

Auf dem Festplatz sind natürlich Regeln einzuhalten. Selbstverständlich halten Sie sich an die 1,5 m-Abstandsregelung. Das gilt auch bei den Biertischgarnituren. Natürlich dürfen Sie haushaltsmäßig zusammensitzen – bitte aber mit Abstand zu anderen Personen. Desinfizieren Sie Ihre Hände vor dem Besuch am Festplatz und ganz wichtig – es gibt keine Selbstbedienung. Wir haben zwei fleißige Bedienungen engagiert, die Sie gerne am Platz mit Essen und Getränken versorgen. Da wesentlich weniger als 300 Besucher auf dem Festplatz Sitzgelegenheit haben, ist am Sitzplatz keine Schutzmaske notwendig. Helfen wir alle mit, dass wir die Inzidenzstufe 1 mit einer Inzidenz von höchstens 10 sehr lange bei behalten. Dies macht allen das Leben leichter, nicht nur auf unserem Weinfest rund ums Rathaus.

Freuen Sie sich auf ein paar unterhaltsame Stunden und auf viele Wiedersehen unter Freunden und Nachbarn am Samstagabend wie auch gerne am Sonntag von 11 – 18 Uhr. Da wir derzeit gesundheitsmäßig in einer Zeit der Unbeständigkeit leben (müssen), haben wir auf Auftritte einer Band oder Musikkapellen verzichtet. Dafür gibt es Musik „vom Band“ aus unserer neuen Lautsprecheranlage.

Ganz besondere Auftritte werden dennoch unsere Vereinsjugend am Sonntag haben. Um 11.30 Uhr wird das junge Jugendorchester SoundFabrik unter der Führung von Sabine Meehan einige Musikstücke zum Besten geben. Um 13.30 Uhr werden dann die Blockflötenkinder ihren Auftritt mit ihrer Lehrerin Dagmar Reister haben. Beide Gruppierungen haben erst wenige Male wieder zusammen üben können. Nichts desto trotz wollen sie uns gerne mit den eingeübten Weisen unterhalten und für Freude und Spannung bei ihren Auftritten sorgen. Lassen Sie sich überraschen!

Am Sonntag bereitet das Küchenteam unter Verantwortung von Ralf Vollmer und Wolfram Reister für Sie Grill- und Currywurst, Schnitzel mit Brot oder Pommes frites und das vegetarische Feta mit Gemüse aus dem Ofen zu. Die Schnitzelgerichte gibt es auch als Seniorenteller. Und vergessen Sie es nicht, dies gibt es auch alles zum Mitnehmen.

Zum Ausschank kommen die Qualitätsweine Müller-Thurgau halbtrocken und Klingelberger (Riesling) trocken und Rosé der Weinmanufaktur Gengenbach·Offenburg. Von der Brauerei Waldhaus, im tiefen Südschwarzwald gelegen, haben wir Waldhaus „ohne Filter“ in der 0,33 l-Flasche und das Hefeweizen (0,5 l-Flasche) geordert. Selbstverständlich gibt es auch alkoholfreie Getränke auf unserem Weinfest rund ums Rathaus.

Ralf Vollmer, der den Helferplan organisiert hat und Herbert Lenz, der das Organisatorische des Festes in Händen hat, freuen sich als Vorsitzende zusammen mit allen Helferinnen und Helfern auf unser Weinfest rund ums Rathaus und auf Sie, liebe Zell-Weierbacherinnen und Zell-Weierbacher. Starten Sie bei unserem Weinfest rund ums Rathaus und besuchen Sie auch die weiteren Festangebote der Vereine aus unserem Weinort. Wir als Musikverein und alle weiteren Feste anbietenden Vereine sind froh über ihren Besuch und Ihre Unterstützung.

Gestatten Sie uns auch, auf unsere Jugendwerbung am folgenden Wochenende aufmerksam zu machen.

Am Freitag, 16. Juli, zeigen wir den Blockflötengruppen während deren Unterrichtszeit die Instrumente, die wir in unserer Musikkapelle spielen. Am Samstag, 17.Juli, freuen wir uns, insbesondere der 2. und 3. Klasse der Weingartenschule und allen weiteren Kinder und Jugendliche aus unserem Heimatdorf und darüber hinaus zwischen 14 und 16 Uhr im Heimatsaal der Vinothek Zeller Abtsberg, Schulstraße, die Musikinstrumente der Musikkapelle Zell-Weierbach vorstellen zu dürfen. Die Ausbildung wird über die Musikschule Offenburg laufen. Gleichzeitig werden die neuen Musikschüler in einer Bläserklasse vom Musikverein Zell-Weierbach besonders im Zusammenspielen unterrichtet.

Kommen Sie mit Ihren Kindern und Jugendlichen gerne bei uns vorbei und lassen Sie Ihre Jugend „Instrumentenluft“ schnuppern. Das Jugendteam des Musikvereins freut sich darauf.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

In einer Woche ist unser Weinfest rund ums Rathaus und auch Essen zum Mitnehmen

Ist es nicht so, dass wir uns mittlerweile an diese fast terminlose Zeit im Privaten gewöhnt haben? Die Lust, etwas zu unternehmen, in eine Gaststätte zu gehen oder ein Fest zu besuchen, muss häufig erst wieder vom Corona Staub befreit werden! Tun wir das, denn Gelegenheit zum Durchstarten in die (hoffentlich dann auch noch geltende) Niedrig-Inzidenz Corona Zeit gibt Ihnen allen gerne der Musikverein Zell-Weierbach am nächsten Wochenende an.

Zu allererst das Neueste auf unserem Fest: Wir bieten Ihnen auf dem Festplatz auch an, das Essen zum Mitnehmen nach Hause, wohl verpackt in einem Warmhaltebehältnis – und das am Samstag wie auch am Sonntag.

Am Samstag, 10. Juli, starten wir mit dem Weinfest rund ums Rathaus um 16 Uhr, damit Sie Gelegenheit haben, bereits zum Vespern bei uns vorbei zu schauen. Die Küche bietet Grill- und Currywurst, Steak im Weck und Steak mit Pommes frites oder Pommes frites mit Ketchup an. Und wenn es eine schöne, laue Sommernacht werden wird, der Samstagabend, dann steht nichts im Wege, den Abend lange zu genießen. Wir sind für Sie da.

Dieses Jahr haben wir, wie bereits berichtet, den Gastkapellen abgesagt, damit wir mehr Platz haben für die Gäste unter Corona Bedingungen und auch, weil die anderen Musikkapellen erst vor kurzem, wie auch wir, mit dem Proben angefangen haben und so schnell ist halt ein Unterhaltungskonzert nicht wieder aufzufrischen. Mit unserer neuen Lautsprecheranlage werden wir Sie dafür ersatzweise dezent mit unterhaltsamer Blasmusik „versorgen“. Freuen Sie sich schon jetzt auf nächstes Jahr, wenn das Blasorchester Zusenhofen mit Benjamin Litterst (Fessenbach) und die Stadtkapelle Zell am Harmersbach mit Stefan Polap an der Spitze bei uns für beste Unterhaltung sorgen wollen. Diese Zusage haben wir super schnell von den beiden Vereinen bekommen – eine tolle Entscheidungsfreude.

Am Sonntag, 11. Juli, wollen es die Helferinnen und Helfer des Musikvereins Zell-Weierbach Ihnen von 11 bis 18 Uhr gut gehen lassen (um 21 Uhr ist das Fußballeuropaendspiel). Der Küchenchef und seine Mannschaft bereiten für Sie zu neben Grill- und Currywurst und Pommes frites auch Schnitzel mit Brot oder Schnitzel mit Pommes frites (auch als Seniorenteller) und das vegetarische Feta mit Gemüse aus dem Ofen. Den Kaffeebereich wird es dieses Jahr am Sonntag aus Corona Gründen leider nicht geben. Wir hoffen auf ihr Verständnis dafür.

Zum Ausschank kommen Müller-Thurgau, Klingelberger (trocken) und Rosé (0,75 l-Fl.) der Weinmanufaktur Gengenbach·Offenburg, das Waldhaus „ohne Filter“ (0,33 l-Fl.) und Waldhaus Hefeweizen (0,5 l-Fl.) sowie alkoholfreie Getränke.

Wir haben auch zwei Bedienungen engagiert, damit Sie an Ihrem Platz bleiben können. Denn dann läuft alles sicherlich Corona konformer ab.

Nach dem derzeitigen Stand ist es wohl nur erforderlich, dass Sie Ihren Festbesuch auf einem Zettel oder auf einer Liste mit Name und Telefonnummer festhalten. Diese Datenblätter werden nach 4 Wochen ungesehen von uns vernichtet.

Nachdem hoffentlich der große Schrecken der Corona Pandemie hinter uns liegt, wollen wir wieder in die Jugendausbildung voll einsteigen. Wir werden am Freitag, 16. Juli, zu den einzelnen Blockflötengruppen in den Unterricht von Dagmar Reister kommen und dort die Instrumente unserer Musikkapelle vorstellen. Am Samstag, 17. Juli, ist es dann für alle Schüler von Zell-Weierbach so weit, insbesondere für die der 2. oder 3. Klasse.Unser Jugendteam hat dafür den Heimatsaal der Vinothek Zeller Abtsberg, Schulstraße, für die Zeit von 14 – 16 Uhr angemietet. Die Musiker führen dort allen Interessierten und Eltern unsere gespielten Instrumente vor. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche für ein Blasinstrument oder das Schlagzeug zu begeistern. Im Herbst werden dann der Unterricht und die Bläserklasse starten. Darüber wollen wir später informieren.

Also, unterstützen Sie bitte den Musikverein Zell-Weierbach durch den Besuch unseres Weinfestes rund ums Rathaus und sprechen Sie Ihre Kinder oder Enkel an wegen einer Ausbildung an einem Blasinstrument in unserem Verein. Auch den Blockflötenkindern werden wieder neue Kurse angeboten.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Bald ist wieder unser Weinfest rund ums Rathaus – in Corona bedingter Form

Die Vorstandschaft des Musikvereins Zell-Weierbach will ein Zeichen setzen und das Dorfleben wieder kreativer werden lassen. Deshalb hat sie schon vor Wochen erste Weichen gestellt für ein Weinfest des Musikvereins unter den dann aktuell geltenden Corona Bedingungen.

Das Weinfest rund ums Rathaus haben wir an unserem traditionellen 2. Juli-Wochenende belassen und laden Sie herzlich dazu am Samstag, den 10. und Sonntag, den 11. Juli ein. Wie es schlussendlich ablaufen soll, werden wir anhand dieser Tage neu herausgekommenen Corona Landesverordnung Baden-Württemberg studieren. Da der Platz auf dem alten Schulhof nicht richtig groß ist, werden wir dieses Jahr auf Gastkapellen verzichten. Wir freuen uns umso mehr, dass zwei dieser Musikkapellen von diesem Jahr bereits für einen Auftritt im nächsten Jahr zugesagt haben: Die Musikkapelle Zusenhofen mit Benjamin Litterst am Pult wird dann am Samstagabend für gute Unterhaltung sorgen wollen und die Stadtkapelle Zell am Harmersbach unter der Leitung von Stefan Polap wird zum „Frühschoppen“ ihr Bestes geben.

Wir freuen uns schon heute auf Sie und würden Sie gerne auf unserem diesjährigen Weinfest rund ums Rathaus am 10. und 11. Juli begrüßen.

Vor einer Woche hatten wir unsere erste Probe in der Abtsberghalle. Welch eine Umstellung! In der leeren Abtsberghalle mussten wir uns erst einmal an den großen Widerhall gewöhnen und auch viel mehr Rededisziplin wahren, damit wir unseren Dirigenten, Johannes Kurz, gut hören und verstehen konnten. Da hat jede kleine private Unterhaltung die Verständigung gestört. In unseren 4 Proben in diesem Jahr ist nun fast jeder Musikkamerad mindestens ein Mal in der Probe gewesen. Das ist toll und zeugt von unserem Zusammengehörigkeitsgefühl. Es hört sich auch wieder seht gut an, da doch jeder mittlerweile wieder daheim übt und der Ansatz am Instrument wächst.

Die Julia-Polka haben wir dieses Mal nicht auf das Notenpult gelegt, weil Andreas, einer unserer Schlagzeuger, die Pollen überfallen haben und Matthias in Freiburg wohnt und daher nicht oft bei uns sein kann. Wie wichtig das Schlagzeug für das Aufspielen einer Polka ist, haben wir bereits gemerkt. – Das Schlagzeug ist das Fundament, „das Uhrwerk des Orchesters“, so unser Dirigent. Mit der kleinen und großen Trommel, dem Schlagzeugbecken und den Effektinstrumenten (Perkussionsinstrumente, Rassel, Gong, Hupe, Trillerpfeife und Amboss, um nur einige zu nennen) ist sie wohl instrumentenmäßig das größte Register in einem Orchester. Gut, wenn eine Musikkapelle so viele Schlagzeuger hat, um alle Ideen, die der Arrangeur eines Stückes für das Schlagwerk vorschlägt, umsetzen zu können. Dabei spielt bei einer Polka die Baß-Trommel oder große Trommel synchron mit der Tuba und treibt mit ihr zusammen eher leicht nach vorne. Die Snare, die kleine Trommel, dagegen, sie wird synchron mit den Posaunen gespielt und kann je nach Polka-Art leicht verzögert die Nachschläge bringen und dabei den rhythmischen Schwerpunkt (Akzent) auf die Nachschläge setzen.

Ein weiterer Grundsatz im Schlagwerk lautet bei Polkas: Kein Becken, wenn das Tenorhornregister die Melodieführung hat – aber immer im Tutti, wenn sowohl die Tenorhörner wie auch die Flügelhörner die Melodie „hinausposaunen“.

Ja, die „Julia-Polka“ von Michael Klostermann, das haben wir schon gemerkt, ist bereits und wird immer stärker „unsere“ Polka für die nächste Zeit. Spätestens am 16. Oktober beim frühlingshaften Herbstkonzert wird sie bei uns öffentlich erklingen.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Im Heimatsaal der Vinothek klingt es halt schon anders

Jetzt ist es ja wieder erlaubt, drinnen zu üben, wenn die Corona Auflagen beachtet werden. Daher dürfen wir vorerst auch noch nicht in unserem neu renovierten Proberaum musizieren, denn jeder Musiker braucht eine bestimmte Fläche für sich. Wir sind unserer Ortsverwaltung sehr dankbar dafür, dass sie uns den Heimatsaal der Vinothek Zeller Abtsberg für diese Probe angemietet hat. Ab dieser Woche ist mittwochs die Abtsberghalle frei und da ist der Transportweg für unser Schlagzeuger Andreas wesentlich kürzer. Und wenn dann noch der eine oder die andere beim Hochtragen helfen …

Wie doch alles wahrnehmbarer klingt in einem Saal oder Raum gegenüber dem Musizieren im Freien. Auch wenn die Abstände genau so groß sind, sind die anderen Musikkameraden nunmehr gut zu hören und jeder kann sich wesentlich besser auf das Zusammenspiel und den homogenen Klang konzentrieren und sich selbst konsequenter mit seinem Spielen anpassen.

Auch im Heimatsaal haben wir uns mit Medleys für unser Herbstkonzert am 16. Oktober dieses Jahres näher befasst und einzelne Titel davon uns sehr genau angesehen und studiert. Aber auf die Probezeit mit „unserer“ Julia-Polka freuen wir uns am ärgsten. Und wir kommen dem guten Polkaspielen immer näher. Toll, wie Johannes Kurz, unser Dirigent, den führenden Melodieinstrumenten, den Flügelhorn-, Tenorhorn-, Bariton- und Hornbläsern die Sache, wie sie die Polkamelodien intonieren sollen, erklärt. Da wird einem schon alleine beim Zuhören warm ums Herz. Und das braucht’s auch, das Herzblut, beim Polkaspielen. „Stellt euch vor, ihr stupft die Achtelnoten gerade so wie Regentropfen an, die dann aufgehen, ganz weich und mit viel Gefühl. Bei den langen Noten in der Melodie am Schluss, da bleibt ihr stehen und werdet leiser, damit das Gezwirbel des Holzsatzes wie auch die Trompetensignale durchkommen.“, so der Dirigent. Auch das Luftholen aller Melodiebläser zum gleichen Zeitpunkt muss angesagt und eingeübt werden. Gerade Julio, unserem mexikanischen Musikkameraden am Euphonium (etwas anders als das Tenorhorn gebaut aber genau so klingt), der in seiner Heimat Blasmusik nicht kannte, macht es sichtlich Spaß, sich in die Polka hinein zu fuchsen und den Sound der Polka seinem Instrument zu entlocken. Gut, dass seine Deutschkenntnisse sehr gut sind, um das alles zu verstehen, selbst Zellerisch, was Dirigent und wir mit ihm reden.

Haben Sie schon beim Polkaanhören gehört, wie wichtig die Tuba bei der Polka ist? Sie ist der „Treiber“ in der Polka und darf niemals bremsen (wie das das Holzregister tun darf) sondern immer etwas leicht nach vorne spielt – also munter und fidel die anderen Musikkanten „etwas vor sich her treiben“. Dabei spielt sie die Viertelnoten, wohl die wichtigsten Noten bei einer Tuba, abgesetzt, also verkürzt und nur breit, wenn es so dabei steht. Und die Achtelnoten, die spielt ein Tubist kurz und knackig – hören Sie nur „unserem“ Guido zu, gerade diese spielt er in der Polka von Herzen gerne und wenn noch so ein toller Achtellaufübergang kommt, ist er kaum zu bremsen. Seine Viertelnoten zu hören, das macht Spaß. Und wenn sie dann zu zweit oder zu dritt sind mit Werner und Paul, dann geht die Post ab, dann sind sie nicht mehr zu schlagen. Neuerdings haben sie noch ein „Plus im Ärmel“. Dieses Geheimnis lüften wir demnächst.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Unsere zweite Probe 2021 im Freien auch mit der Julia-Polka auf dem Pult

Mittwochabend in der Vorwoche – heißes Wetter und für den Abend in Südbaden ist Regen angesagt – was trifft uns das, wo wir doch im Herzen von Mittelbaden wohnen!

Und dieses Mal hat es mit der stattlichen Figur zugetroffen; unser Dirigent Johannes Kurz war wieder genesen. Wir hatten doch recht in der Vermutung, dass er die allererste Probe in 2021 doch allzu gerne selbst geleitet hätte. Hannah Blattner habe aber in jener Probe gute Vorarbeit für sein Proben geleistet, konstatierte er am Ende der Probe gerne.

Bei angenehmen Temperaturen haben wir uns auf halb acht Corona gerecht auf dem Vorplatz zu unserem Proberaum getroffen und die Instrumente mit viel Erwartung ausgepackt. Nach den Tonstudien waren die Musik von Die Schöne und das Biest und wieder die Filmmelodien aus Der Gladiator auf dem Notenpult gelandet. Johannes Kurz hat gezielt gewisse Stellen zum Einspielen in die Stücke ausgewählt und intensiv eingeprobt. Wenn man ihm zuhört, wie er beschreibt, wie Noten, Takte und Phrasen gespielt werden sollen und auch was da gerade im Film oder Musical abläuft, ist es für uns Musikerinnen und Musiker eine unbeschreiblich gute Hilfe zur Intonierung im Einzelnen und als Orchester.

Und dann kam sie, die schon liebgewonnene Julia-Polka auf das Dirigentenpult. Johannes Kurz meinte trocken: „Das Trio habt ihr ja schon mit Hannah fleißig geübt. Heute nehmen wir den Anfang der Polka näher unter die Lupe. Wenn wir die erste Phrase erst einmal intus und verstanden haben, dann können wir die ganze Julia-Polka spielen, denn die Polka ist in Melodien und darin in Phrasen (Abschnitte) eingeteilt. Bitte beachtet unbedingt, dass alle gemeinsam erst am Ende der Phrasen Atem holen. Achtet auf mein Dirigat beim Setzen von Melodieschwerpunkten und spielt auf die Zielnote bewusst hin. Und ganz wichtig neben dem Herausschauen: spielt die Viertel- und Achtelnoten kurz, wenn nichts anderes darüber steht.“ Ja, und das ist ja auch das Geheimnis bei den Polkas: Bei den Viertelnoten werden nur ¾ der notierten Tonlänge gespielt, bei den Achteln nur die Hälfte. Das alles gilt auch z. B. für die letzte Note innerhalb eines Bindebogens, d. h. die letzte Note wird „abgezogen“. „Soll eine Note anders geblasen werden, dann ist das über der Note angezeigt!“, ergänzt unser Dirigent noch. Und weiter: „In jeder Phrase werdet zum Höhepunkt hin lauter und zum Zielton hin schwellt wieder ab.“ – Dann kann’s ja losgehen mit der Julia-Polka.

Wie in einer früheren Ausgabe an dieser Stelle berichtet, sind die Trompeten für die Signale in einer Polka zuständig. Diese Signale künden eine Überleitung an oder verbinden einzelne Abschnitte. Dabei sind sie bei der Mährischen Polka exakt, also „gerade“ zu spielen, in den Polkas aus der Böhmerländer Region leicht versetzt. Und dann kommt es noch darauf an, ob die Signale eine Melodie umspielen und sich deswegen der Lautstärke unterordnen oder ob es ein gut hörbares „Achtungssignal“ sein soll.

Und dann braucht die Polka auch „Salz in der Suppe“ – nicht nur bei der von uns bei Rudi Flierl sehr oft intonierten Polka „Pfeffer und Salz“. Dieses „Salz“ bringt der Holzsatz (Querflöten, Oboe und Klarinetten) ein, indem er die Melodie verziert oder kommentiert, wenn sie auf langen, ruhenden Noten ankommt. Dabei sollen diese Einwürfe frech, luftig, leicht und locker herüberkommen als ob keinerlei schwierige Griffkombinationen auf dem Notenblatt vorgegeben sind. Und dann kommt noch von Johannes Kurz gleich nach den ersten Holzeinsätzen, wie es früher auch schon Rudi Flierl und andere Dirigenten immer wieder forderten, der Hinweis: „Spielt die Achtelnoten wie mit angezogener Handbremse!“ Das heißt für die Holzbläser, diese Noten im Takt etwas verzögert und doch mit viel Gefühl anzublasen und trotzdem auf die Kürze der Notenspiellänge zu achten. Wir Holzbläser werden uns diesen Satz hinter die Ohren schreiben und anwenden.

Nachdem wir hier einen Teil unserer Musikkapelle bezüglich „unserer“ Julia-Polka kommentiert haben, machen wir es für heute wie bei der Polka-Probe: Das nächste Mal kommt der zweite Teil dran.

Der Regen hat sich an diesem Abend nicht ganz an seine vorhergesagten Grenzen gehalten. Es tröpfelte eine Weile schon ein bisschen und die Posaunen wollten es genau wissen. Aber der Dirigent wies ihr Ansinnen auf ein doch früheres kühles Bier ab. Die Probe lief weiter. Wie wir gemerkt haben, waren an diesem Abend viele in der Umgebung auf den Balkonen und froh über etwas Abwechslung. Ja, Probe kann für Zuhörer auch einmal zu einer kleinen „Lehrstunde“ in Sachen Musik(probe) werden. Das hat sich wohl auch Ortschaftsrat Heribert Schramm gedacht und eine Zeit lang auf der Mauer des Winzerbrunnens verweilt.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Die Julia Polka ist’s, mit der wir ins Polka Spielen tiefer eintauchen

Letzten Samstag war es so weit – unsere erste diesjährige Musikprobe und das am 29. Mai 2021! Wer hätte sich dies in „normalen“ Zeiten vorstellen können, dass 5 Monate ins Land ziehen, ehe zur ersten Probe im Jahr geladen wird? Das Frühjahrskonzert im April und erste Auftritte, die wären schon gelaufen, normalerweise.

Wir haben es geschafft, unter den Vorgaben der aktuellen Corona Landesverordnung Baden-Württemberg, uns vor dem Proberaum zu einer Probe im Freien zu treffen! Und es kamen alle Musikkameraden, die nicht gerade in Ferien waren oder aus anderem Grund nicht kommen konnten.

Die Musiker staunten nicht schlecht, dass anstatt einer nicht zu übersehenden, stattlichen Figur eine zierliche, sich bereits am Dirigentenpult zu schaffen machende Hannah Blattner, unsere Vizedirigentin, zu sehen war. Natürlich wünschten wir alle unserem Dirigenten Johannes Kurz gute Besserung, denn, das wussten wir alle, er hätte zu gerne die Premiereprobe 2021 selbst geleitet.

Nach dem obligatorischen Tönestudium, ganz wichtig nach so langer gemeinsamer Blasabstinenz, ging Hannah ans Werk. Zur Einstimmung ins gemeinsame Spielen gab es einen Marsch, ehe dann das Medley von Simon und Garfunkel aufgelegt wurde. Viel Lob gab es von unserer Vizedirigentin über das, was nach 7 Monaten Spielpause so alles ziemlich gut und gut lief. Ihr ehrliches Lächeln, die blitzenden Augen, ihr aufmerksames Zuhören und die positive, ermunternde Ansprache der Musikerinnen und Musiker sogen sie mit Freude auf und gaben ihr Bestes. Heinz Schütz meinte: „Was auf der Festplatte im Kopf eingebrannt ist, kann ich immer abrufen und wie geübt, umsetzen.“ So erging es eigentlich doch allen Musikerinnen und Musikern. Bei „Musik aus dem Film Der Gladiator“ wurde es dann schon eine Übestunde, da wir dieses Stück, vorgesehen für das Frühjahrskonzert 2020, erst wenige Male angespielt hatten ehe der Lockdown Mitte März 2020 hereinbrach. Ein Aufatmen ging dann durch die Reihen, als Hannah die „Julia Polka“, unsere neue, ansagte. Ja, an dieser Polka will uns unser Dirigent Johannes Kurz zeigen und einüben, wie man eine Polka spielt.

Man hat’s gehört, die Musikkameraden haben daheim schon fleißig geübt. Es kam schon viel Schönes rüber und die Melodie, die in der Originalfassung gesungen wird, war schon führend zu hören von dem Trompeten- wie auch vom Tenorhornregister. Aber nach eineinhalb Stunden des Blasens war der Ansatz doch ziemlich abgeschliffen und die Probe eine viertel Stunde eher fertig.

Alle waren glücklich, zufrieden über das schon wieder gut klingende Zusammenspiel der Musikkapelle Zell-Weierbach und über das hingebungsvolle Dirigat von „unserer“ Hannah und ihrem anmutigen Lächeln. Auch unser Schlagzeuger Matthias, der in Freiburg wohnt, ließ sich die Probe nicht nehmen und war froh und stolz, ein Teil des ganzen musikalischen Ereignisses dieses Tages sein zu dürfen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, das war auch schon der Auftakt der Proben zu unserem frühlingshaften Herbstkonzert, das wir uns für den 16. Oktober dieses Jahres vornehmen.

Die Anwohner um das Probelokal herum werden wohl gemeint haben, nicht richtig zu hören, als die Probe zur Mittagszeit anfing. Wir hoffen, niemandem den Mittagschlaf geraubt zu haben. Und wenn es dann und wann auch mal „schräg“ klang, lag es meist nicht an den Musikanten sondern so stand’s zumindest beim Gladiator in den Noten. Viele vorbei Gehende staunten frohgemut über das zu Sehende und zu Hörende und freuten sich über einen mutigen Lichtblick im Corona Alltag. Auch wir hoffen und freuen uns auf noch mehr!

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Der virtuelle Musikerstammtisch macht Hoffnung und Mut aufs Musikmachen

Auf Mittwoch voriger Woche haben Musikervorstand Ralf Vollmer und Dirigent Johannes Kurz die Musikerinnen und Musiker zum zweiten virtuellen Musikerstammtisch des Jahres 2021 herzlich eingeladen und gut die Hälfte der Mannschaft hat sich aufgeschaltet. Ging es beim ersten Treffen in diesem Jahr um das Thema, wie man eine Polka richtig spielt, war es dieses Mal ein Stammtisch, der Hoffnung und Mut für baldiges Proben bestärken wollte.

Johannes Kurz, als Leiter der Musikschule Hornberg bestens über die jeweils aktuellste Corona Landesverordnung in Baden-Württemberg informiert, stellte die neue Corona Landesverordnung, die am 20. Mai in unserem Landkreis in Kraft trat, vor. Er ging im Wesentlichen auf die Behandlung kultureller Vereinigungen ein. Endlich sind auch sie mit in die Corona Lockerungen einbezogen und das macht Mut.

Für das Titelbild seiner Präsentation nahm Johannes Kurz ein vielsagendes Foto von 1964, wo unsere damaligen Musikkollegen, und Wilfried Ehrhard spielt heute noch bei uns mit, in Saint Jean de Losne mitten auf der Hauptstraße ein Ständchen zu Ehren der gerade gegründeten Städtepartnerschaft spielten. Ein Aufbruch in eine neue Zeit der Partnerschaft zwischen Franzosen und Deutschen und so ist es gefühlt eben wieder. Wir wollen durchstarten in die Post-Corona Zeit mit viel Mut, Ideen, gemeinsamem Musizieren und wieder mit persönlicher Kameradschaftspflege.

Damals hieß das neue für uns Zell-Weierbacher unbekannte und schwer auszusprechende Wort „Jumelage“, das mittlerweile wohl jeder versteht und übersetzen kann. Heute heißt das Zauberwort „Öffnungsstufe“ und es gibt gleich 3 davon! Voraussetzung für alle Stufen ist eine Inzidenzwert kleiner 100 an mindestens 5 Werktagen und fallende Tendenz.

In der Öffnungsstufe 1, die bei uns ab dem 20. Mai eintrat, dürfen 100 Musikerinnen und Musiker im Freien musizieren aber Musikunterricht in Räumen darf für Blasinstrumente noch nicht stattfinden (was soll’s, es sind ja eh Pfingstferien).

In der Öffnungsstufe 2, nach 14 Tagen (voraussichtlich ab dem 3. Juni), wenn die Voraussetzungen stimmen, dürfen bis zu 100 Musikanten in Hallen spielen und auch der Blasmusikunterricht darf mit bis zu 20 Schülern stattfinden und unser Jugendorchester SoundFabrik darf den Unterricht wieder aufnehmen.

In der Öffnungsstufe 3 nach weiteren 14 Tagen (voraussichtlich ab 17. Juni) dürfen dann bis zu 250 Musikanten in Hallen proben und der Blasmusikunterricht geht weiter wie oben beschrieben.

Das hört sich wie im Märchen an – aber um dies zu verwirklichen, hat die Corona Landesverordnung Baden-Württemberg ordentlich große Pflöcke eingeschlagen. Das alles geht nur mit einem umfangreichen Hygienekonzept, Datenerfassung und –löschung nach Vorgaben, mit aktueller Testpflicht bzw. Impf- und Genesenennachweis sowie Zutrittsverbot für alle ohne Testergebnis (negativ), ohne Nachweis und mit Covid-19 Symptomen.

Mit Einzelheiten wollen wir Sie hier nicht behelligen. Wir haben das nach den Lockerungen nach der ersten Corona Welle geschafft und werden die Voraussetzungen auch dieses Mal geschaffen bekommen, um unseren „musikalischen Spielbetrieb“ wieder mit Freude, Engagement und dem Ziel von Auftritten in Gang zu setzen – und das ganz bald.

Dann dürfen Sie auch auf unser frühlingshaftes Herbstkonzert am Samstag, den 16. Oktober dieses Jahres, hoffen und gleich im Kalender festhalten. Wir freuen uns nun auf uns und dann auf Sie!

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Eine Polka richtig komponieren – eine nicht ganz leichte Aufgabe

Was ein Komponist oder eine Komponistin so alles überlegen und im Blick haben muss, wenn er oder sie an eine Polka geht! Natürlich ist da bereits eine Melodie im Ohr, die das Leitmotiv dieser Polka werden soll.

Nach einer Einleitung steht dann diese Leitmelodie im Mittelpunkt. Anschließend gibt es eine Überleitung, um nochmals die Leitmelodie zu wiederholen. Oder es geht gleich ins Trio, wo eine zweite Melodie das Zepter übernimmt. Je nach Gusto des Komponierenden gibt es auch hier eine Überleitung, um danach nochmals die Triomelodie triumphieren zu lassen.

 Ja, auf was kommt es aber nun an, werden Sie sich jetzt wohl fragen, was es ausmacht, eine Blasmusikpolka so zauberhaft klingen zu lassen? – Wie bereits beschrieben, kommt es bei den Polkavarianten auf jeden Fall auf die Besetzung an. Aber stets haben die einzelnen verwendeten Instrumente „ihre“ spezielle Aufgabe in der Polka.

Die Melodie wird i. d. R. zweistimmig geschrieben und zwar in das erste und zweite Flügelhorn und ebenfalls in das Tenorhorn und Bariton. Zunächst spielen die Flügelhörner mit ihrem weichen, samtigen Ton diese Melodie und die Tenorhörner haben „tacet“ (haben Pause) oder andere unterstützende Töne zu spielen. Danach ist es umgekehrt und die Tenorhörner spielen mit ihrem vollen, warmen Ton dieses Leitmotiv. Bei der Wiederholung spielen sie dann gemeinsam und stehen dabei dominant im Vordergrund der Musi. Das kann im Trio gleich so ablaufen.

Die Trompeten „würzen“ das Polkaspiel mit ihren Signalen. Das Holzregister (Querflöte, Oboe und Klarinette) „verzieren“ die Melodie mit ihren Läufen, Trillern und knackigen Achtelnoten), das heißt fachmännisch, sie umspielen die Melodie. Auch das Fagott mischt hier gut mit.

Und was fehlt jetzt noch? Richtig, die Tuben, Posaunen, das Horn und das Schlagzeug. Sie wissen ja bereits, die Tuba muss exakt auf der 1 und 2 da sein, damit die Musikkapelle das Fundament der Polka im Ohr hat und sich daran bei ihrem „Gezwirbel“ ausrichten kann. Die Posaunen und das Horn sind für den Nachschlag zuständig, der ja auch „gerade“ bzw. verzögert zu kommen hat.

Und die Schlagzeuger, die müssen beides mit ihrem Schlagzeug bewerkstelligen und dabei sehr dynamisch mit dem Dirigenten, dem wichtigsten Mann bzw. der wichtigsten Frau im Orchester, eng zusammenschaffen. Erst dann bekommt die Polka ihren richtigen „Drive“. Früher waren das Hubert Dreier an der großen Trommel und Gustl Litterst am Schlagzeug. Heute sind es Matthias Demczak-Kropp und Andreas Königer, die den Rhythmus einer Polka leben, an dem sich alle Musikerinnen und Musiker der Musikkapelle Zell-Weierbach ausrichten. Aber halt! Nicht das Ohr eines jeden Musikanten, das sich nach dem Schlagzeug ausrichten will, ist maßgebend sondern die Augen, die stetigen Kontakt zum Dirigenten und seinem Dirigat halten, halten die Musik zusammen.

„Musik entsteht erst durch die Pausen zwischen den Noten“, meinte ein Musiker namens Lesch oder wie Wolfgang Amadeus Mozart einmal verriet: „Die Stille zwischen den Noten ist genauso wichtig wie die Noten selbst!“ Dies trifft gerade auch bei einer Polka auf den Nagel, denn die geschriebenen Noten, wie bereits früher angedeutet, sind nur Anhaltspunkte für den Spielenden und geben dem Dirigenten und den Musikern viel Freiraum. Wenn sich Dirigent und Orchester einig sind, ob sie getreu dem Original und der Intention eines Musikstücks, z. B. einer Egerländer Polka, dieses einstudieren oder bewusst einen eigenen Stil entwickeln wollen, dann geht es ans Eingemachte. Dem entsprechend gilt es, die Noten zu spielen und die manchmal kaum merklichen Pausen zwischen den Noten richtig auszuhalten, um eine bessere klangliche Ausgewogenheit des Stückes zu erzielen, aber auch, um das Zusammenspiel zu verbessern und dem Stück eine Seele zu geben. Dann sagen Musiker wie Zuhörer, das gespielte Musikstück „swingt“, „groovt“ oder „pulsiert“.

Eine neue Polka gerade so einmal „aus dem Ärmel schütteln“, wenn sie gut gespielt sich leicht anhört – Pustekuchen!

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Darf die Polka auch gerne etwas schneller sein? – Die Mährische Polka

Bei den bereits aufgeführten Polkas, der Egerländer, Böhmischen und Südböhmischen Polka wie auch bei der Mährische Polka fällt auf, dass die erwähnten Landstriche entlang den aktuellen deutschen und österreichischen Landesgrenzen liegen. Um eine Vorstellung zu bekommen, lassen Sie uns diese Landschaften verorten: So liegt das Egerland gegenüber der Oberpfalz – Städte sind Eger, Marienbad und Karlsbad. Böhmen grenzt an Niederbayern und wer kennt nicht die Städte Pilsen und Königgrätz. Südböhmen befindet sich gegenüber dem österreichischen Bezirk Oberdonau mit der bekannten Stadt Budweis. Danach schließt sich Mähren mit Brünn als bekannte Stadt an und ist gegenüber dem österreichischen Niederdonaubezirk liegend. Die Entfernung Eger – Pilsen – Budweis – Brünn sind etwa 450 Kilometer oder von Offenburg auf der Autobahn über Karlsruhe – München nach Rosenheim bzw. von hier nach Duisburg. Wie viele Landstriche durchfahren wir da und wie viele unterschiedliche Mentalitäten sind da aufzufinden! So ist es auch nicht verwunderlich, dass in diesem „Polka-Gebiet“ es ganz unterschiedliche musikalische Interpretationen der Polka gibt.

Kommen wir nun auf die Mährische Polka. Hier stoßen wir bei der mährischen Mentalität auf slawische Einflüsse, die temperamentvoller und lebensfreudiger sind. Da liegt es nicht fern, auch die Polkas in einem schnelleren Tempo (etwa 132 auf dem Metronom im Gegensatz zu 104 bei den anderen Polkas) zu spielen. Traditionell ist die Mährische Polka für kleine Besetzungen bis 10 Musiker geschrieben worden und jede Stimme war nur einfach besetzt. Gespielt wurde mit den Instrumenten, die gerade vorhanden waren.

Wurde ursprünglich die Trompete als Melodie führendes Instrument eingesetzt, verwendet man in letzter Zeit das Flügelhorn dazu. Dadurch verliert die Mährische Polka aber etwas von ihrem typischen Charakter. Dafür „dürfen“ die Trompeten den eher knackig kurzen Nachschlag intonieren – aber bitteschön „gerade“.

Die Melodiestimmen werden bei der Mährischen Polka generell hoch geschrieben und bei den Achtelnoten in der Melodie werden die zweiten Achtel eines Viertels ein wenig betont gespielt. Dadurch klingt die Mährische Polka weniger gemütlich als vielmehr freudig, heller, höher und härter als die Böhmische Polka. Interpretieren größere Musikkapellen die Mährische Polka, verliert sie dabei auch von ihrem ursprünglichen Charakter durch die Klangfülle, die ehemals nicht gewollt war. Typische Polkas aus Mähren sind die Sakvicka Polka oder die Polka 37, die wir unter Horst Schuster oft und gerne zur Unterhaltung aufgespielt haben.

Und dann kommt noch die Schnellpolka mit etwa 160er Tempo daher und hat sich aus dem Galopp (um 1800 entstandener ländlicher Rundtanz) entwickelt. Sie hat sich um das Jahr 1830 über Paris nach Deutschland und Österreich verbreitet. Häufig wird die Schnellpolka im 4/8-Takt anstatt dem typischen 2/4-Takt notiert. Schnellpolkas werden in Österreich auch gerne mit „Polka schnell“ tituliert.

Bekannt geworden sind diese Schnellpolkas vor allem durch die Söhne der Wiener Komponisten Johann Strauß (Vater) und Josef Strauß. Vor allem Johann Strauß (Sohn) fand großes Gefallen am Komponieren von Schnellpolkas wie z. B. die Schnellpolkas „Bahn frei“, „Leichtes Blut“, „Unter Donner und Blitz“, „Freikugeln“ und die „Tritsch-Tratsch-Polka“, die wir letztes Jahr beim Open-Air-Konzert auf dem alten Schulhof im Juli zum Besten gegeben haben.

Aber auch Slavko Arsenik hat mit seinen Oberkrainern mit dem „Trompeten-Echo“ eine volkstümliche Schnellpolka weltberühmt gemacht.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Wir spielen sie gerne, die Böhmischen und Egerländer Polkas

In der Lernstunde über die Polka und das spezielle Polka-Spielen ging unser Dirigent, Johannes Kurz, dann auf die Charakteristiken der 5 Polka Arten ein:

Die Polka française oder Polka Franze wird in einem gemäßigten Tempo gespielt. Sie soll vermutlich 1855 in Wien das erste Mal öffentlich getanzt worden sein. Aufgrund der hüpfenden Bewegungen wird die Polka gerne auch Zeppelpolka oder Hüpfelpolka benannt.

Schon etwas schneller kommen die Böhmische und Egerländer Polka daher. Die Böhmische Polka oder Südböhmische Polka ist logischerweise in Böhmen entstanden und kommt der Urform der Polka um 1830 am nahesten. Sie ist die heute von Blasmusikkapellen am häufigsten gespielte Variante der Polka.

Die Böhmische Polka spiegelt die Mentalität der Böhmen wider, die mit Gemütlichkeit, Bodenständigkeit und Besinnlichkeit charakterisiert werden. Logisch, dass solch eine Polka in einem gemütlichen Polka Tempo angegangen wird. Ursprünglich in kleinen Tanzmusikbesetzungen oder Familienmusiken unter Einsatz verschiedener Instrumente – darunter Geige, Zither oder Dudelsack – gespielt, fand sie immer mehr Freunde in der Blasmusik und klang so noch viel voller und mächtiger. Der Böhmischen Polka ist ein weicher Klang eigen, der vor allem durch die melodieführenden Flügelhörner erzeugt wird – aber auch alle anderen Musiker müssen mit Herz und Seele dabei sein, sonst wird’s nichts. Denn eine Böhmische Polka ist zudem sehr rhythmisch und artikuliert zu spielen. Da die Melodie dieser Polka Art sich einschmeichelnd und einfühlsam anhört, scheint es, dass sie leicht zu spielen sei. Von wegen! Die den Nachschlag spielenden Instrumente – meist Posaune und Horn – sorgen vor allem durch eine besondere Interpretation des Nachschlags für Gemütlichkeit. Denn wenn die Noten so exakt gespielt würden, wie sie auf dem Notenblatt geschrieben sind, würde die Böhmische Polka langweilig klingen. Erst durch den ein klein wenig verzögert gespielten Nachschlag kommt die „legere“ Gemütlichkeit, das Charakteristikum dieser Polka, rüber. Bei den Bassisten hingegen heißt es: „aufgepasst!“ Sie müssen unbeeindruckt vom verzögerten Nachschlag im glasklaren Polkatempo bleiben, sonst „swingt“ die Böhmische Polka nicht mehr und „der Haufen“ fällt auseinander. Das ist es eben: verzögert gespielte Auftakte, Tempoverzögerungen und diese Unwucht zwischen Vor- und Nachschlag in jedem Takt einer Böhmischen Polka, die diese Polkas gemütlich wirken lassen. Viel Herz und ein böhmisches Gefühl braucht’s dazu, meinen die Kenner. Hören Sie sich die Polka Rosamunde, die Amsel Polka, die von uns gern gespielte Slavonicka Polka oder die Löffelpolka an, dann liegen Sie bei der Böhmischen Polka richtig.

Die Egerländer Polka ist eine im Egerland (Nordwestböhmen) entstandene Variante (in Corona-Deutsch: Mutante) der Böhmischen Polka. Für die Egerländer Polka wurde die kleine Blasmusikbesetzung mit ca. 15 Musiker bei der Böhmischen Polka um viele Musiker erweitert. Durch die Verdoppelung der melodieführenden Instrumente sowie dem Einsatz weiterer Instrumente entstand ein größerer Klangkörper und damit auch ein vollerer Orchesterklang.

Die Egerländer Dirigenten und Musiker interpretierten die Böhmische Polka auf ihre landsmännische Weise und Ernst Mosch, ein echter Egerländer, tat ein Übriges dazu, um mit  seinen zahlreichen Eigenkompositionen der Egerländer Polka Weltberühmtheit zu verschaffen.

In der Egerländer Polka kommt die spezielle Mentalität der Egerländer Bevölkerung zum Ausdruck, nämlich Gemütlichkeit, manchmal gepaart mit ein wenig Wehmütigkeit oder Melancholie. Die Egerländer Polka ist im Gegensatz zur eher „kantigen“ und rhythmischen Böhmischen Polka weicher und gefühlvoller. Notentechnisch entsprechen die gespielten Noten den gedruckten Noten, werden also „gerade“ gespielt. Aber das wäre zu einfach. Ernst Mosch forderte stets von seinen Musikern, dass sie „mit dem Herzen“ die Noten spielen müssen, sonst wird nichts draus.

Ja, und das macht das Spielen dieser Polkas aus – wie gerne haben wir den Egerländer Musikanten nachgeeifert und ganz besonders, nachdem sie 1964 hier in Zell-Weierbach unter widrigen regnerischen Bedingungen ein voll besetztes Festzelt „aufheizten“. Auch spielte lange Jahre ein gebürtiger Egerländer, Rudi Fischer, in unseren Reihen mit. Mit seiner Liebe zur Egerländer Musik mit Ernst Mosch steckte er auch die Zell-Weierbacher Musiker in den 1960er und 70erJahren an.

Wer kennt sie nicht, die Egerländer Polkas, die auch wir immer gerne wiedergaben und wiedergeben: die Dompfaff Polka, Fuchsgraben Polka, Egerland – Heimatland, Gablonzer Perlen, Wir sind Kinder von der Eger oder Bis bald auf Wiedersehehen, um nur einige bekannte Egerländer Polkas zu nennen.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach