Corona verstolpert zum zweiten Mal unser 51. Jahreskonzert im Frühling

Das Zeitfenster, in dem wir in der minimalsten Zeit ein Frühjahrskonzert vorbereiten können, ist spätestens mit dem Aschermittwoch geschlossen und dieses Zeitfenster hätte viele Sonderproben nötig gemacht. Es nützt aber auch nichts darüber zu lamentieren, da das Ende des Corona Lockdowns bzw. ein Licht am Ende des Tunnels wohl noch lange nicht in Sicht ist.

Weil derzeit nicht abzusehen ist, wann wir wieder in Gruppen, geschweige gemeinsam als Musikkapelle Zell-Weierbach proben dürfen, ist der 24. April für unser traditionelles Frühjahrskonzert von uns nicht zu halten. Unser Ziel ist es trotzdem, Sie alle zu einem gut vorbereiteten, beflügelnden und interessanten Jahreskonzert 2021 einladen zu dürfen.

Wir haben uns schon einmal folgende Ersatztermine in den Kalender geschrieben:

Als Open-Air-Konzert am Freitag, 9. Juli, direkt vor unserem geplanten Weinfest rund ums Rathaus.

Für Samstag, 16. Oktober, haben wir einen weiteren Termin als Jahreskonzert in der Abtsberghalle eingeplant.

Schön wäre es und wir von der Musikkapelle Zell-Weierbach würden uns riesig freuen, uns auf so ein Konzert in Register- und Gesamtproben einlassen zu dürfen. Wie allen Aktiven in den unterschiedlichen Vereinen, fehlt uns das gemeinsame Musizieren und Zusammensitzen, denn alleine und ohne einen echten musikalischen Auftrittstermin im Auge macht es vielen Musikern keinen richtigen Spaß, sich derzeit an seinem Instrument auszutoben und seine Spielfähigkeiten aufrecht zu erhalten.

Um dem entgegen zu wirken, hat sich unser Dirigent Johannes Kurz im Januar darüber Gedanken gemacht und zunächst einmal drei Stücke speziell für uns arrangiert. Jede Musikerin und jeder Musiker eines Instrumentensatzes hat dazu ein- oder mehrstimmige Noten von ihm zugesandt bekommen. Somit kann jeder „seine“ Stimme(n) üben. Mit den mitgeschickten „Play-Along-Dateien (elektronisch nachgespielte Noten zum Mitspielen) kann man das Tempo und die Art des Spielens hören, erfassen und seine Stimme dabei spielen wie auch mit anderen abspielbaren Stimmen oder der mitgelieferten Datei der Ensemblezusammensetzung mitspielen und das zum Teil auch zuerst im Übe Tempo bis hin zum Originaltempo. Mit von dieser Partie sind der Musketiermarsch von Lüthold, 3 Duette und ein moderner Marsch. Vielleicht versucht es der eine und die andere über das Internet zwischendurch auch gemeinsam zu üben?

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, unsere Hoffnung auf ein Jahreskonzert stirbt zuletzt, denn wir wollen doch endlich unsere Serie mit dem 51. Jahreskonzert fortsetzten.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Neues „Wohnzimmer“ für Musikverein (OT)

Wir wollen euch den Zeitungsbericht über unsere Renovierungsarbeiten natürlich nicht vorenthalten!

Doch leider hat sich in dem Artikel ein Fehler eingeschlichen über unsere Probearbeit im 2. Lockdown.

Zwischen dem Lockdown 1 und Lockdown 2 hatten wir in der Regel als Holz- bzw. Blechregister in der viel größeren Abtsberghalle Proben abgehalten. Seit November 2020 finden auch bei uns natürlich keine Proben mehr statt.

Hier gehts zum Zeitungsbericht

Unser „neuer“ Proberaum – hoffentlich dürfen wir bald wieder proben

Das war zu spät für das „Zeller Narrenblatt 2021“, unser Erzverschreiber vor zwei Wochen, als wir von der Überlassung weiterer Lagerräume berichteten: „Wir sind daher froh undankbar gegenüber der Ortsverwaltung Zell-Weierbach, dass sie neuerdings alle Lagerräume und die Küche des ehemaligen Ratskellers uns zur Verfügung stellte.“ Bestimmt haben sie es gemerkt oder unbemerkt richtig gelesen. Es muss natürlich heißen: „Wir sind daher froh und dankbar, …“, was auch unsere aufrichtige Meinung ist.

Eine kleine Korrektur an der Information zu letzter Woche wollen wir nicht weglassen. Bei der Geburtstagsgratulation für Alois Geiler kam das Gespräch auf das Baujahr des Proberaums. Das muss wohl 1967, spätestens 1968 gewesen sein, weil Kurt Sauter, wie Alois Geiler sich erinnerte, anfangs in der Grund- und Hauptschule mit den Musikern geprobt hatte. Somit kam der vorhergehende Dirigent, Arthur Weigel, nicht mehr in den Genuss, im neuen Proberaum die Musikkapelle zu dirigieren.

Bevor die Malerarbeit im unserem Proberaum durch Andreas Königer durchgeführt wurde, hat er zusammen mit unserem „Vereinselektriker“ Thorsten Groß das Elektrische überprüft und angepasst. Weitere Steckdosen hat Thorsten Groß angelegt, um flexibler zu sein gegenüber dem Standard der damaligen Bauzeit. Zusammen haben sie eine Stromleitung durch den längst nicht mehr genutzten Lüftungskanal gelegt und Lichtspots für die Musikerportraits von Hans Fey am Lüftungskanal angebracht. Zur Verbesserung und Abrundung der Lichtverhältnisse haben die beiden an den anderen drei Wänden LED-Lichterketten angeordnet. Mit den Leuchtstoffröhren zusammen ist das Licht nun während der Proben angenehmer und danach heimeliger, wenn die großen Leuchtröhren abgeschaltet werden.

Wir sind auch Kathleen Königer sehr dankbar, dass sie rings herum einen breiten Streifen entlang der Wände und Schränke mit viel Fleiß, Geduld und auch mit Druck den Schmutz vom Boden bearbeitete und geputzt hat. Der Grund war, danach das Schlagwerk und die Stühle an den Rand zu deponieren. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine leuchtende Idee, wie wir sonst den ganzen Boden im Proberaum hätten gereinigt bekommen können. Aber jetzt glänzt er nach einer mühsam Zentimeter für Zentimeter durchgeführten Grundreinigung und Versiegelung – und das hoffentlich wieder für eine längere Zeit.

Zuvor haben Herbert Lenz und Andreas Königer alles aus dem Proberaum heraus gestellt und danach wieder eingeräumt. Andreas Königer hat noch aus dem Proberaum seiner Band „Flightplan“ zwei dort nicht erforderliche große Teppiche mitgebracht und an der Stelle platziert, wo das gesamte Schlagwerk steht. Das hat den großen Vorteil vor allem beim kombinierten Schlagzeug, dass es sich im Teppich verhakt und während des Spielens nicht davon rutschen kann. Diese „Schlagwerkinsel“ mit Teppich lockert den doch groß wirkenden Raum sehr gut auf. Die vielen Trommelstöcke und Paukenschlägel und weitere Utensilien sind nun in einem neuen Schlagzeugregal gut einsortiert. Die notwendigen Musikerstühle stehen zusammen an der Fensterseite.

Gefühlsmäßig hatten wir schon lange nicht mehr so einen großen, geräumigen und hellen Proberaum, in den wir uns bestimmt gleich in der ersten möglichen Probe wohl fühlen werden. Hoffentlich bleibt das so!

Jetzt sollten noch die Fenster innen gestrichen werden, wenn es wärmer sein wird. Ob sich da Freiwillige mit Liebe und Wissen zum Fensterstreichen finden werden? Wir sind offen für jedermann. Die Farbe, die das städtische Hochbauamt ebenfalls wie die anderen Farben dankenswerter Weise beistellt, hat Herr Backofen von RENOMA bereits besorgt.

Wer macht mit?

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Wenn der Staub der Vergangenheit erzählen dürfte

Unser Proberaum ist schon über 50 Jahre alt und nicht überall wurde in gewissen Abständen gereinigt. Das trifft auf jeden Fall auf die Decke im Proberaum zu. Da sind die Metalllamellen quer zum Raum angebracht, durchwirkt mit abgedeckten Leuchtstoffröhren, damit wir an all unseren Sitzplätzen ausreichend Licht haben.

Ohne eine Stehleiter kommt man nicht an die 3-Meter hohe Decke ran. Es kommen wieder unsere bewährten Schmutz- und Fettlöser in das Putzwasser rein. Mit dem nassen Lappen geht’s die Leiter hoch und dann beginnt die Arbeit: Jede Lamelle zuerst anfeuchten und dann intensiv mit Druck hin und her reiben, um den Staub und Schmutz entfernt zu bekommen. Das ist das A & O an der Arbeit und geht ganz schön in die Gelenke. Manch ein Fleck, der vielleicht vom Öffnen einer versehentlich oder insgeheim geschüttelten Flasche herrührt, will nicht weichen. Also noch einmal ran und dabei aber aufgepasst, dass sich die Lamellen vor lauter Druck nicht noch verbiegen! Mit energischer Geduld konnten so fast alle Flecken auf den Lamellen nebst dem Staub und Schmutz weggeputzt werden.

Ja, könnte der losgelöste Staub und Schmutz aus seinen Erlebnissen und Erkenntnissen erzählen, es gäbe genussvoll zu lesende Bände über Witziges, Geselliges, Kameradschaftliches, Ernstes und sicherlich auch manchmal über Toternstes. Dieser mit vielen Wassern abgewaschene Staub und Schmutz hat Musikkapellenstärken von 50 Mann in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aber auch nur noch die Hälfte in den letzten Jahren erlebt. Vielleicht hat manch ein Staubkorn auch das langsame Öffnen der Musikkapelle für Frauen in der zweiten Hälfte der 1970-er Jahre begleitetet, angefangen mit Sabine und Petra Kopf und auch Rosi Bieser. Wie viele Mädchen und Jugendliche mischten danach die ursprünglich reine Männerdomäne auf – leider aber meist mehr kurz als längerfristig. Und wie viele Dirigenten haben in diesem Proberaum Staub aufgewirbelt – vielleicht bereits schon Arthur Weigel in seiner Endzeit, der 39 Jahre lang, die Kriegsunterbrechung mitgezählt, die Musikkapelle leitete – indem sie in ihrer Zeit uns Musikern ihren Stempel aufgedrückt und meist Gott sei Dank hinterlassen haben. Dies waren und sind Dirigenten, die mitrissen, forderten, anleiteten, perfektionistisch ohne Ende an einem Stück feilten, den Mannschaftsgeist und die Kameradschaft förderten, Vorbild waren, sich einbrachten und nicht nur dirigierend, uns verschiedene Musikstile von Klassisch bis zum Big-Band-Stil beibrachten, uns zum Singen nach Noten in Konzertstücken anlernten, auf für unsere Musikkapelle genau zugeschnittene Arrangements von Stücken schrieben und uns musikalisch weiterbrachten, um nur ein paar wenige Aspekte aufzuzählen.

Diesem entfernten Schmutz und Staub haften aber auch zahllose Erinnerungen an so viele Musiker an, manche davon waren richtige, erinnerungsvolle Originale. Man erinnere sich nur z. B. an den Schaube Fritz an der großen Trommel, den Fischer Rudi aus dem Egerland am Tenorhorn und an den Pauken, den Sälinger Albert aus Fessenbach mit seinem Gogomobil am Bariton, an Werner Probst, Tanzvollblutmusiker mit seinem tollen Können an der Klarinette, den Saxophonen und dem kombinierten Schlagzeug. Aber auch über unsere bewährten führenden Musiker und Vereinsvorsitzenden Josef Acker (Flügelhorn) und Alois Geiler (noch alles Gute zum Geburtstag am vergangenen Montag) – (Klarinette und Saxofon), über unseren stets gut aufgelegten Gustl Litterst am Schlagzeug und nicht zu vergessen, über unseren ältesten aktiven Musiker, Gustav Kornmeier, der vor einem Jahr verstorben ist, wäre viel in den Bänden zu lesen gewesen.

Solche Musiker und natürlich viele weitere machen die Seele unserer Musikkapelle aus. Das können die zahllos weggewischten Staubkörner, aber z. B. auch unser Dirigent Johannes Kurz und unsere zu uns gehörenden Musikkameraden aus Kippenheim wie auch Sabine Meehan („So fröhliche, lockere und trotzdem effektive Musikproben vor einem Konzert habe ich anderswo nicht erlebt.“), bestätigen.

Aber nicht nur Proben bleiben in gutem Gedächtnis, nein auch viele „Nachproben“ und Feste im „Probelokal“ des Musikvereins Zell-Weierbach werden nicht ausgelöscht, solange es Musikerinnen und Musiker zum Musizieren in das Probelokal zieht.

Mit dem Befreien der Decke und der drei dreiflügeligen großen Fenster samt Rahmen von Schmutz und Farbe an einigen Nachmittagen im Januar fühlt sich der Proberaum heller an und die Decke wie auch das Fensterholz strahlen das Licht merklich besser wider.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Walter Ritter, fast ein halbes Jahrhundert lang aktiv in unserer Musikkapelle

Schnell ging es in unseren Musikerreihen herum: „De Ritter Walter isch am letzte Fridig (15. Jänner) gschtorbe. Im März wär er 92 wore.“

Ja, Walter Ritter, am 5. März 1929 geboren, war für uns Musiker, egal ob noch aktiv oder bereits in Musikerrente, immer ein Original. Über ihn zu berichten, das könnte auch ein Buch geben, wenn man all die Musikerinnen und Musiker nach Erlebnissen und Ereignissen mit Walter Ritter befragen würde.

Walter Ritter, ein Schutterwälder – jene würden sagen er sei ein Höfener – zog es der Liebe zu Klothilde wegen mit der Heirat im Jahre 1953 nach Fessenbach. Doch die Liebe zur Musik, sie entflammte in ihm viel früher. Das Tuba spielen erlernte der junge Walter beim Musikverein Schutterwald. Sie hatte ihn dann 1947 in ihre Musikkapelle aufgenommen, wo er bis 1986 treu diente. Bassisten waren nicht nur heute sondern auch damals rar. Wen wundert’s, dass mit der Heirat im Jahre 1953 auch der Musikverein Fessenbach sein Wohlwollen fand und er sich in jenen Musikerkreis einreihte und dort bis 1973 sein Können kameradschaftlich einbrachte. Im gleichen Jahr verschrieb er sich auch der Eisenbahnermusikkapelle des Ausbesserungswerkes Offenburg und wirkte dort bis 1964 mit. Neben all diesen Aktivitäten hat Walter Ritter auch die Trachtengruppe Schutterwald mit viel Leidenschaft musikalisch unterstützt.

 Wenn wir so nach der Probe noch zusammensaßen, ob im Probelokal oder in der Zeller Brugg und ganz früher ins Erhardt‘s, erzählte Walter gerne, es sei Arthur Weigel gewesen, der gleichzeitig Dirigent in Schutterwald, Fessenbach und Zell-Weierbach war, der ihn nach Zell-Weierbach gebracht habe, weil es an einem Bassisten mangelte. In unseren Büchern (damals gab es noch keine Datenlisten, wohl aber ein Mitgliederbuch) steht es geschrieben, dass dies im Jahre 1954 geschehen ist. Bis zu seiner „Musikerverrentung“ im Jahre 2000 hat Walter Ritter viele Dirigenten und noch viel, viel mehr Musikerinnen und Musiker, die mit uns musiziert haben aber viele auch wieder andere Wege gegangen sind, erlebt.

Walter Ritter war dabei, als Arthur Weigel bei Frühschoppenkonzerten – unseren vor einem Jahr verstorbene älteste aktive Musiker, Gustav Kornmeier, zitierend, wenn er in geselliger Runde seine ehemals jugendliche Meinung Preis gab: „viele Ouvertürli ufglegt het, die kei Mensch intressiert het.“, aber auch bei den Dirigenten Kurt Sauter, Georg Weyerer und Rudi Flierl, um nur einige Dirigenten zu nennen, wenn schmissige Frühschoppen- und Unterhaltungskonzerte in vollen Zelten oder Hallen hingezaubert wurden. Unser Walter war auch dabei, als wir die Kurzfilme für das Südwestfunkvorabendprogramm in den 1970er Jahren drehten, in Baden-Baden in der Kurmuschel und im Kurhaus musizierten, im Januar 1974 auf der Grünen Messe in Berlin auftraten, fürs Radio und unsere CD Aufnahmen gemacht haben und im Fernsehen bei Caroline Reiber in der Volksmusikhitparade einmarschierten. Was haben Walter Ritter und wir miteinander Tolles erlebt! 1999 musste Walter Ritter als Bassist die Tuba an den Nagel hängen, weil sein Gehör es nicht mehr gut mit ihm meinte. Im Jahre 2000, bei der 75-Jahr-Feier des Musikvereins Zell-Weierbach, wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Bassist Walter Ritter war sehr stolz auf sein musikalisches Können und das gefragt Sein. Kein Wunder ist es deshalb, dass er am Revers seiner Zell-Weierbacher Trachtenweste die silberne Ehrennadel für 25 Jahre und die beiden goldenen Ehrennadeln für 40 und 50 Jahre aktiver Musiker stecken hatte, denn Walter war gerne bei und unter uns.

Walter Ritter brauchte die Geselligkeit und gemeinsam mit seiner Frau Klothilde liebte er sie besonders. Sie begleitete, soweit es mit 3 Kindern die Zeit zuließ, ihren Walter bei den Auftritten. Beide waren auch stets fröhlicher Dinge, wenn der Vorstand des Zell-Weierbacher Musikvereins zu Kameradschaftsfeiern und Ausflügen, wie bereits bei Josef Acker vor einer Woche erwähnt, einlud. Aber Walter und seine Klothilde waren auch offen fürs Festeln bei ihnen zu Hause. Gerne denken wir an die runden und auch halbrunden Geburtstage von Walter, an denen wir vor ihrem Haus in Fessenbach aufkreuzten und ein Ständchen für ihn darbrachten. Anschließend ging‘s in dem dazu vorbereiteten Keller zum Vespern und Feiern mit viel eigenem Wein. Legendär war immer sein selbst eingelegter und geräucherter Speck. Da hatte er immer ein gutes Händchen für. Und wenn er dann mit dem Weinkrug und einem knitzen Gesicht aufkreuzte und meinte: „Jetzt versuche emol min eigener Wien un verode, was für einer des isch!“ – Dann wussten die alten Hasen gleich, da will uns Walter wieder einmal hochnehmen. Ja, auch das gehörte zum Original Walter Ritter so wie er leibte und lebte.

In seinem Musikerruhestand lud er auch gerne ab und an die Musikersenioren zu sich ein, um gemeinsam zu vespern und über alte Zeiten zu schwelgen. Es war auch Tradition, dass sich einige Musiker absprachen und zwischen den runden Geburtstagen bei Walter anklopften, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren, zuletzt vor einem Jahr. Und immer hat er sich darüber sehr gefreut.

Nahezu ein halbes Jahrhundert Vereinsgeschichte hat Walter Ritter bei unserem Musikverein Zell-Weierbach miterlebt, mitgestaltet und sich eingebracht und dabei viele Erinnerungen als Original „Walter Ritter“ in unser Gedächtnis eingebrannt.

Die Vorstandschaft und die Mitglieder der Musikkapelle Zell-Weierbach samt den Ehemaligen sind Walter Ritter sehr dankbar für all die Jahre mit uns und bei uns. Wir werden ihn in vielseitiger Erinnerung in unseren Reihen behalten.

Ein Blechquartett hat diese Woche zur Trauerfeier gespielt und am Grab das Lied „Ich hat‘ ein Kameraden“ als Dank und letzter Gruß intoniert. Unser tief empfundenes Beileid gilt der ganzen Familie Ritter.

Es grüßt der Musikverein Zell-Weierbach

„So hatte ich mir meinen Geburtstag nicht vorgestellt“

sagte Josef Acker am Tag nach seinem 80. Geburtstag letzten Montag etwas enttäuscht und dennoch glücklich und zufrieden, „und trotzdem habe ich den Tag genossen mit all den vielen Gratulationen per Telefon und E-Mail. Sein Plan sah natürlich ganz anders aus, wie er bereits ein Jahr zuvor teilweise verriet: „Wenn ich noch lebe, möchte ich mit meiner ganzen Familie, mit Freunden und Weggefährten und mit der ganzen Musikkapelle meinen Jubiläumsgeburtstag feiern!“ Sie wissen ja, bald darauf änderte sich die Weltensicht und krempelte den Lauf der Dinge in bisher nicht vorstellbarem Maße um und wirkte das öffentliche Leben ab – neumodisch genannt „Lockdown“.

Wir können so richtig die versteckte Träne in Josefs Augenwinkel sehen, wie er sich vorstellte, dass die Musikkapelle Zell-Weierbach an diesem verschneiten Sonntagmorgen vor dem Haus in der Schulstraße stünde und mit freudiger Stimmung ein unterhaltsames Geburtstagsständen schmettert, Herbert Lenz, der Vorsitzende, aus dem Musikerleben des Jubilars viele interessante Meilensteine preisgibt und danach er mit seiner Elfriede die Musikerinnen, Musiker und Dirigent Johannes Kurz zu einem fröhlichen Umtrunk in den Winzerkeller einlädt! – Und wie gerne hätten wir für unseren Josef das eine oder andere Stück gespielt und „Hoch Badnerland“ traditionsgemäß als Zugabe draufgelegt – gab er uns doch in all seinen Vereinsjahren so viel mit.

Josef, am Freitag, den 17. Januar 1941 mitten in den Kriegsjahren geboren, erlebte dieses Jahr das 12. Mal in seinem Leben, an einem Sonntag Geburtstag zu haben und dies noch just an einem runden Geburtstag, den Josef Acker immer gerne zum Feiern wahrnahm. Und daran hat er auch uns immer wieder gerne teilhaben lassen.

Josef ist mit 14 Jahren im Jahre 1955 in die Musikkapelle des Musikvereins „Harmonie“ Zell-Weierbach unter der damaligen Leitung von Arthur Weigel aufgenommen worden. Sein Vater, Franz Acker, war Gründungsmitglied des Musikvereins und wurde 1934 als Vorstandsmitglied in den Vergnügungsausschuss gewählt.

Die Trompete war Josefs erstes Instrument und die 2. Trompete sein erster Platz in der Musikkapelle. Später wechselte er an das 1. Flügelhorn, damit diese führende Melodiestimme, die vakant geworden ist, wieder erklingen konnte.

Was Josef Acker in seiner Zeit als aktiver Musiker, zusammen mit seinen Musikkameraden, erlebte, gäbe ein unterhaltsames Buch. Er ist es auch, der durch sein Interesse an unserer Vereinsgeschichte, schon sehr viel aus den Vereinsunterlagen herausgelesen und zusammengestellt hat von der Vereinsgründung im Jahre 1925 an bis ins Jahr 2010 und darüber hinaus. Auch die Vereinsgeschichte zum 75. Vereinsjubiläum stammt aus seiner Feder.

Josef Acker war 1958 auch dabei, als auf Beschluss der Generalversammlung die Musikkapelle die im Prinzip heute noch getragene Schwarzwälder Tracht bekommen hatte und wie er schmunzelnd meinte, somit die Geburtsstunde der „Trachtenkapelle Zell-Weierbach“ in das Jahr 1958 fiele. Und gleich am folgenden Ostermontag, beim Osterkonzert auf dem Dorfplatz, haben die Musiker sie mit viel Stolz und Hut präsentiert. Sie hielt bis zum Jahre 1977, wo für 18.000 DM eine neue Tracht in gleicher Ausführung angeschafft worden ist, die wir heute noch tragen.

In seiner Zeit als 2. Vorsitzender und Musikervorstand hat Josef Acker, Dank der von Max Härtenstein gefundenen Sponsoren, auch die dekorativen Pultbehänge und die Fanfarenwimpel beschafft. Er verstand es auch, tolle Feste mit kaltem und warmem Büffet oder einem ganzen gegrillten Schwein, ein anderes Mal mit Spanferkel und anderen auserlesen Dingen in einer Zeit zu organisieren, wo noch viele von solchen Gourmetdinnern nur träumen konnten. Gerne erinnern sich die damalig Aktiven auch an viele schöne, familiäre von Josef gut organisierte Vereinsausflüge. Und „nebenbei“ hatten er und wir, gegenüber heute, enorm viele Auftritte, mit viel Spaß, Humor und mit der Freude, volle Zelte und Hallen unterhalten und begeistern zu dürfen, „zelebriert“.

Im Herbst nach der Fußballweltmeisterschaft 1974 in Deutschland organisierte Josef Acker für die Fahrt zu einem Auftritt im Schwäbischen den Originalweltmeisterschaftsbus der Nationalmannschaft von Uruguay mit riesengroßer Schrift „Uruguay“ auf beiden Seiten des Busses.

Von 1998 bis 2004 lenkte Josef Acker als 1. Vorsitzender das Musikvereinsschiff. In dieser Zeit musste er erkennen, dass die hohe Zeit der Weinfeste des Musikvereins in der Abtsberghalle verblasste. Auf seine Initiative hin kam es im September 2000 zum ersten Wein- und Musikfest rund ums Rathaus (heute Weinfest rund ums Rathaus), das wieder ein Aushängeschild für Zell-Weierbach wurde. Zwei Jahre später machte Josef Acker seine Idee wahr, den Dorfhock am Winzerbrunnen (heute: Musikerhock am Winzerbrunnen) als neues zusätzliches dörfliches Fest seitens des Musikvereins einzubringen. Dieses legere Fest an unserem Probelokal kam im Ort sehr gut an und wurde bekannt als Gelegenheit zum „treffe un schwätze“.

Besondere Erlebnisse für den Musiker Josef Acker waren bestimmt auch die Auftritte an der Seite von Kurt Sauter bei den Schwarzwaldmusikanten des damaligen Südwestfunks Baden-Baden und sein Solo, der Amerikanische Zapfenstreich, am Grab von John F. Kennedy in Arlington während des ersten USA-Aufenthalts unter dem Motto „Zell meets Zell“.

Worauf wir alle noch heute sehr stolz sind, sind die legendären Osterkonzerte, wo Conférencier Kurt Falk und weitere mit Inbrunst und überzeugter Freude sagen durften: „Und nun, freuen Sie sich auf Josef Acker mit seinem Flügelhorn, und auf „My Way“! – Viel Spaß -und wenn’s Ihnen gefallen hat, dürfen Sie ihm danach auch eine Rose überreichen!“ „Ja, My Way“, bekennt Josef Acker gerne, „das war mein absolutes Lieblingsstück von den vielen von Rudi Flierl auf mich zugeschnitten arrangierten Solostücken.“

2010 wurde Josef Acker satzungsgemäß aber mehr noch, höchstverdient, zum Ehrenmitglied ernannt. Auch als „Musikrentner“ ist Josef Acker aktiv und gründete 2011 den Musikerseniorentreff, den unsere älteren Musiker gerne besuchen.

Josef, Du hast unseren Musikverein Zell-Weierbach vielseitig geprägt. Wir bedanken uns von ganzem Herzen für Dein Wirken bis heute für den Musikverein Zell-Weierbach.

Wir wünschen Dir, lieber Josef, nochmals alles Gute zu Deinem 80. Geburtstag an dieser Stelle verbunden mit den besten Wünschen auf Gesundheit, noch ein langes schönes Leben an der Seite von Elfriede und stets auch ein Quäntchen Glück an Eurer Seite. Das Geburtstagsständchen lässt sich ja noch nachholen, wenn die Zeit es wieder zulassen wird.

Es grüßt der Musikverein Zell-Weierbach

Was Farbe an der Wand doch alles bewirken kann!

Die Vorstandschaft, Dirigent wie auch die Musikerinnen und Musiker der Musikkapelle Zell-Weierbach wünschen Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, für dieses wohl auch sehr anstrengende und Geduld fordernde 2021 in erster Linie ganz viel Gesundheit und einen ansteckungsfreien Jahresverlauf. Natürlich soll Ihnen auch gerne Glück, Wohlergehen, Freude, Leben in Gemeinschaft und nachbarschaftliche Fürsorge sowie auch genug Zufriedenheit beschieden sein. Ja, möge es nicht mehr so lange gehen, bis wir alle wieder zusammen kommen und zusammen sein dürfen und es wieder erlaubt sein wird, gemeinsam Hobbies nachzugehen wie auch Feste zu feiern.

Auch uns Musikern samt Dirigenten geht dieses Leben im unwidersprochen notwendigen Lockdown nach, mangels erlaubter Gelegenheit, an unserem Vereinszweck, die Kunst der Blasmusik zu erhalten und zu fördern, zu dienen. Gott sei Dank ist das Üben und Weiterbilden in Technik und Qualität in den eigenen vier Wänden nicht verboten und der eine oder andere Nachbar freut sich sicherlich auch über etwas Abwechslung für seine Ohren.

Wie bereits berichtet, verschieben wir auf Grund der Corona Lage unsere Jahreshauptversammlung – geplant für den 21. Januar – auf hoffentlich besser werdende Zeiten im Jahr. Selbstverständlich werden wir Sie rechtzeitig dazu einladen.

Weil wir derzeit nicht proben dürfen, haben wir für freiwillige Musiker das Projekt „Renovierung des Proberaums und der sanitären Anlagen“ angesetzt. Wer bei der Postagentur Junker in der Vorweihnachtszeit und bis heute zu tun hatte oder an der Abtsberghalle vorbei gekommen ist, hat vielleicht bemerkt, dass die Rollläden von unserem Proberaum oft oben waren und das Licht gebrannt hatte. Andreas Königer, unser Schlagzeuger und Projektleiter für diese Aktion, hat die Renovierung des Proberaums und der zugehörigen sanitären Räume ideenreich geplant, mit Herrn Backofen von der Malerfirma RENOMA und mit Fachleuten aus der Musikkapelle spezielle Maßnahmen durchgesprochen und die Arbeiten in Partien aufgeteilt, die im Duo in 2 – 4 Stunden zu bewältigen waren. In die WhatsApp Gruppe eingestellt, haben sich schnell einige Duos gefunden, die gemeinsam ihren Teil zur Musikerkameradschaft einbringen wollten.

Die Farben und Arbeitsmaterialien, deren Kosten dankenswerter Weise die Stadt Offenburg übernahm, hat Herr Backofen von der Fa. RENOMA bereits Mitte Dezember angeliefert. Somit stand dem kameradschaftlichen Arbeitsgeist nichts mehr im Wege. Nachdem unser Jugendteam im Vorfeld schon Mal das Probelokal aufgeräumt und vieles in die Lagerräume verfrachtet hatte, machte Joachim Wiegele den Auftakt. Er entfernte den Schmutz und Staub auf den vielen Noten- und Instrumentenschränken, fegte den Proberaum rein und putzte in den sanitären Anlagen die Waschbecken usw. Andreas Königer reinigte die vielen Schranktüren im Proberaum von Fett und Kleberesten, spachtelte die Blessuren von über 50 Jahren Nutzung zu, schliff die Türen danach glatt und brachte zwei Mal weiße Acrylfarbe auf die Schranktürflächen. Oh, wie das bereits wirkte! Eine ganze Schrankwand von annähernd 8 m strahlte wieder in Weiß auf wo zuvor ein vergilbtes Weiß die Oberhand hatte.

Schlagzeugkollege Matthias und seine Frau Heike klebten danach alle schützenswerte Stellen und Rohre im Proberaum ab, eine zeitaufwendige aber sehr hilfreiche Arbeit für das Streichen der Wände. Durch die vielen Schränke und die großen Fenster war zwar die Weißelfläche nicht übermäßig groß – aber jeder der Eigenheimmaler ist, weiß, dass die Kleinflächen mehr Arbeit verursachen als eine Wand ohne Hindernisse. Die sandfarben zu streichende Rückwand, begrenzt durch einen dicken, weißen Rahmen in der Länge von nahezu 14 Meter, löste Andreas Königer durch die Verwendung eines Laserstrahlers. Jetzt ist das sandfarbene Riesenrechteck scharf und geradlinig abgehoben von dem Weiß der Umrahmung und bereit, die Musikerportraits, gezeichnet von unserem Musiker Hans Fey, aufzunehmen. Einen ersten Eindruck dazu können Sie anhand des Fotos gewinnen.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Unser Proberaum soll animierend und ansprechend werden

Während Mitglieder der Musikkapelle Zell-Weierbach den Proberaum aufgeräumt und einiges entsorgt haben, hat sich Andreas Königer viel Zeit genommen und überlegt, wie sich die Atmosphäre des Proberaums wohnlicher und heimeliger gestalten ließe. In umgearbeiteten Fotos hat er dabei seine Ideen sichtbar gemacht. Da stehen Schränke auf einmal an anderen Stellen als wäre das schon immer so gewesen. Auch seine Vorstellungen über die Gestaltung der Rückwand hat er visualisiert. Hier sollen die von unserem Musiker Hans Fey gezeichneten Musikerinnen und Musiker mit den Instrumenten der Musikkapelle, die bereits teilweise beim Frühjahrskonzert 2019 als Banner die Abtsberghalle geziert haben, in 14 Bilderrahmen die Rückwand unseres Proberaums auflockern. Dazu wird die Rückwand sandfarben gestrichen, damit die weiß gehaltenen Bilder gut zur Geltung kommen und die Wand nicht zu viele Licht schlucken wird.

Die Vorstellungen von Andreas Königer wurden in den letzten Vorstandssitzungen durch weitere Ideen und Vorschläge des Jugendteams und der Vorstandschaft nach und nach weiterentwickelt.

Wie die Bilderrahmen gut in Szene gesetzt werden können, dazu hat Andreas Königer Thorsten Groß, unseren Elektriker in der Musikkapelle, ins Boot geholt. Gemeinsam haben sie eine Idee entwickelt, wie jeder einzelne Bilderrahmen mit dem Musiker oder der Musikerin ins Licht gesetzt werden kann. Passende schwenkbare, kleine Strahler werden dazu verwendet und speziell angebracht. Auf den Vorhangschienen an der Fensterfront kommt eine LED-Lichterkette und auf den beiden Schrankwänden hüben wie drüben werden LED-Farbstrahler zugeschaltet, wenn es die Stimmung beim Nachprobezusammensein es so will. Wenn dann noch die anderen drei Wände durch den Fleiß der Musiker(-innen) im frischen Weiß erstrahlen, dann wäre im Proberaum das meiste getan. Parallel dazu werden wir die sanitären Räume und den Flur gründlich reinigen und ebenfalls weiß streichen. Und dann wird sich alles wieder frisch und ansprechend anfühlen.

Wir danken Ortsvorsteher Willi Wunsch und der Ortsverwaltung für das offene Ohr und die Unterstützung. Ganz riesig freut es uns, dass das Hochbauamt der Stadt Offenburg unbürokratisch schnell durch die Vermittlung von Willi Wunsch uns seine Unterstützung zugesagt und auf unseren Wunsch hin die Malerfirma RENOMA mit der Fachberatung und Unterstützung beauftragt hat. Herr Backofen und seine Firma RENOMA sind dem Musikverein Zell-Weierbach sehr gewogen und machen auch mit ihrer Werbung ein Kollektiv für unser Frühjahrskonzert erst möglich. Wir beabsichtigten daher bereits im Vorfeld, Herrn Backofen um Rat und Unterstützung zu bitten ohne diese für uns positiven Wendung durch das Hochbauamt zu erahnen. Die Farb-, Qualitäts- und Ausführungsberatung durch Herrn Backofen war wirklich überzeugend gut. Er hat auch die Farben und Hilfsmaterialien über das Hochbauamt bestellt und flux geliefert. Bei diffizilen Arbeiten wird uns Herr Backofen auch weiterhin gerne beraten und unterstützen, versicherte er.

Wir sagen jetzt schon ein herzliches Dankeschön an Herrn Backofen von RENOMA und an das Hochbauamt der Stadt Offenburg, vertreten durch Herrn Lehmann, für die Übernahme der Kosten für die erforderlichen Materialien.

Die Farben und Hilfsmittel sind da und erste Arbeiten damit sind schon in Gange durch einige unserer Musikerinnen und Musiker. Auch diesen wollen wir für die Initiative herzlich danken. Es stehen noch viele Arbeiten auf der Projektliste – Ärmel hochgekrempelt und ran.

Wir wollen alle Mitglieder und Musikfreunde darauf hinweisen, dass wir wegen der Corona Lage unsere für den 21. Januar 2021 geplante Jahreshauptversammlung auf später im Jahr verschieben. Wir werden Sie rechtzeitig dazu einladen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Weihnachten klopft bereits an und ein Jahreswechsel mit ungewohnten Besonderheiten steht vor der Tür.

Manchmal geschieht es, dass Menschen gut zu anderen sind und füreinander sorgen, einen Streit beenden und sich wieder vertragen, sich einsetzen für Schwächere, denen Unrecht geschieht und Worte sprechen, die andere froh machen und ihnen die Angst nehmen – ja, manchmal wird Weihnachten Wirklichkeit.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen frohe, gesegnete Weihnachten. Für den vor uns stehenden Jahreswechsel liegt uns für uns alle ganz arg am Herzen: Recht viel Gesundheit, die Einsicht, dass wir – nur wir alle gemeinsam – diese schwere und sehr spezielle Zeit überstehen werden sowie ein an guten Nachrichten reiches Jahr 2021.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Wenn wir schon nicht gemeinsam muszieren können

Ja, wenn schon die Proben und Auftritte nicht sein dürfen, dann steht auch unser Probelokal, wie wir unseren Proberaum unter der Abtsberghalle hinter dem Winzerbrunnen schon ewig nennen, still. Nicht ganz, denn Sabine Meehan unterrichtet unser Jugendorchester SoundFabrik dort einmal in der Woche mit entsprechend großen Abständen zwischen den jungen Musikern.

Während der letzten Jahre, wenn man so nach der Probe zusammen stand, meinten Musikerinnen  und Musiker wie auch Dirigent Johannes Kurz: „Der Proberaum gehört unbedingt aufgeräumt, nicht mehr notwendige Sachen entsorgt und renoviert!“ Aber neben den wöchentlichen Proben und mit den Auftritten wollte einfach keine „Pack-an-Stimmung“ aufkommen.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ dachte sich das Jugendteam und sortierte schon einmal nach:  in voraussichtlich nicht mehr brauchbar, intakt und notwendig, auf jeden Fall bleibt das da und entsorgbar. Die Vorsitzenden des Musikvereins entschieden schlussendlich über die Vorschläge des Jugendteams, die meistens richtig lagen. Was dann zu lagern war, haben die Jugendteammitglieder soweit schon vorhanden, in Regale und Schränke nach Sachthemen einsortiert. Die Regale stehen in den beiden Lagerräumen hinter dem Proberaum, die wir vor zwei Jahren von der Ortsverwaltung zur Nutzung zu geschieden bekommen haben. Mehr als ein Anhänger voll, darunter auch der Getränkekühlschrank, der vor kurzem seinen Geist aufgegeben hatte, wurde auf der rammersweirer Deponie fachgerecht entsorgt. Die Musikerinnen und Musiker und die Vorstandsmitglieder staunten nicht schlecht. Wie viel heller bereits wirkte der Proberaum nach dem grundsätzlichen Aufräumen. Ganz klar, viele dunkle Instrumentenkoffer (mit ihren Instrumenten darin), Festutensilien und aufgehobene Erinnerungen schluckten das helle Licht von den Fenstern und vom Deckenlicht. Die durch das Aufräumen frei gewordenen Vitrinen auf der Schrankwand werden zu Regalen umgebaut. Das alte Podest, auf dem früher das Schlagzeugteam saß oder stand, ist bald auch Vergangenheit.

Unter den ins Regallager gewanderten Instrumenten samt Koffern sind viele Instrumente, die sehr alt sind, nicht mehr spielbar sind und deren Reparatur zu teuer sind oder sich einfach nicht mehr lohnen für den Musikverein. Wir wollen solche „Museumsstücke“ nicht mehr aufbewahren und Platz schaffen für weitere Dinge, die wir für Feste und Konzert bereits haben oder noch anschaffen wollen.

Diese Instrumente, z. B. Querflöten, Klarinetten, Trompeten und Bässe, können eine Bar oder ein Musikzimmer zieren oder auch in einem Treppenhaus einen schönen Platz finden. Sie kosten kein Vermögen, das versprechen wir. Wenn Sie Lust auf solch ein Instrument haben, oder vielleicht auch Tüftler sind und Ihr Talent ausprobieren wollen, dann wenden Sie sich gerne an unsere beiden Vorsitzenden Herbert Lenz und Ralf Vollmer (die Kontaktdaten finden Sie auf unserer Homepage: www.mvzw.de oder sprechen Sie einen Ihnen bekannten Musiker an.

Schön wäre es, wenn Instrumente im Dorf blieben.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

Musikalisch läuft im Dezember leider nichts mehr

Weshalb gehen die Ansteckungszahlen nicht runter und verharren auf hohem Niveau? Was sagt da der Volksmund dazu? „Da ist der Wurm drin!“ Und wenn er (hier das Virus) dann drin ist …

Wir wünschen und hoffen für uns alle, dass wir uns in diesem Advent alle richtig verhalten, damit wir uns an Weihnachten wenigstens treffen und in familiärer Weise feiern dürfen.

So trifft es weiterhin die Künstler und Artisten wie auch alle Hobbykünstler und Sportler hart. Wir alle dürfen dem nicht nachgehen, was wir fürs Leben gerne tun: die einen den Beruf, richtiger noch die Berufung, zu leben, die anderen ihrem Hobby nachzugehen. Gut für uns als Musikverein ist es, dass wenigstens noch unsere Kinder und Jugendlichen ihren Instrumentalunterricht besuchen dürfen. Aber die Musikerinnen und Musiker unserer Musikkapelle Zell-Weierbach dürfen gemäß den Vereinbarungen zwischen Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten von vorletzter Woche bis auf weiteres weder proben noch auftreten.

Somit ist auch unser Hoffnungsschimmer, ein Adventskonzert an diesem Sonntag, 6. Dezember, für Musikinteressierte anzubieten, nicht durchführbar. Schade, wo wir doch mit viel Freude und Üben nach den Sommerferien wieder so richtig im Takt waren und die vom Dirigenten Johannes Kurz aufgezeigten Charakterzüge der Stücke bereits tonlich gut hörbar wurden. Auch Hannah Blattner, unsere junge Vizedirigentin, hat im Blechregister und im Orchester ihre musikalischen Akzente für das Konzert gesetzt gehabt. Vielleicht findet sich das eine oder andere ausgewählte Stück doch noch in einem weiteren Konzertprogramm wieder – das wir dann auch tatsächlich aufführen dürfen. Die von uns zu gerne gespielten adventlichen und weihnachtlichen Klänge aus unserem Adventskonzert müssen leider etwas länger auf eine Aufführung warten.

Geplant hatten wir auch ein Weihnachtseinstimmen mit der Musikkapelle Zell-Weierbach am 4. Advent an zwei Orten im Dorf und vielleicht auch auf dem Burschel. Das wäre ein Aufleben einer alten Tradition von vor 50 Jahren auf eine neue Art geworden. Damals haben sich die Jüngeren der Musikkapelle zusammen getan. Sie spielten dem Bürgermeister, Gönnern der Musik und Musikern am 24. Dezember nachmittags ein kleines Ständchen. Zu der Zeit, da dachte bei jenen meist eiskalten Wintertagen noch niemand an Klimawandel. Die jungen Musikanten waren daher froh um einen Aufwärmer, den es auch großherzig gab. Später, und so kennen Sie es bestimmt, wurde dieses Weihnachtseinstimmen auf die Zeit nach der Bescherung an Heilig Abend verschoben. Ab diesem Zeitpunkt spielten dann begeisterte Musikerinnen und Musiker um halb zehn auf dem Burschel auf und stimmten die Menschen, die auf zehn Uhr zu Fuß in die Christmette gingen, mit ihren Weisen auf das Miterleben der feierlichen Heiligen Nacht ein.

Dieses Jahr ist seit langem wieder eine Christmette um 22 Uhr in der Weingartenkirche (mit Anmeldung) geplant …

Ihr Musikverein Zell-Weierbach