In harmonischer Abwechslung – unser Kirchenkonzert


„Das war Spitzenklasse, was ihr und MessingLiebe im Kirchenkonzert am 30. Oktober geboten habt!“, erzählte Rosalinde Geiler beim Gräberbesuch am Allerheiligen und denkt dabei mit Stolz an ihren Mann Alois, der so viel in seinen verschiedenen Ämtern und vor allem als Musiker für den Musikverein getan hat.
Nach dem Eröffnungsstück und der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Herbert Lenz, war es unser Dirigent, Johannes Kurz, der die Ansagen für die einzelnen Stücke mit viel Engagement, Sach- und Fachverstand vorbereitet und ausgeführt hat.
Für das zweite Stück „Panis Angelicus“, komponiert von Cesar Franck (1822 – 1890) ging Johannes Kurz auf die Entstehungsgeschichte des Textes ein. 1264 führte Papst Urban IV. das Hochfest Fronleichnam ein. Dazu hat der heilige Thomas von Aquin (1225 – 1274), einer der bedeutendsten Kirchenlehrer der römisch-katholischen Kirche, den Hymnus „Sacris solemniis“ geschrieben. Die 6. und 7. Strophe daraus, wie auch das „Tantum ergo“ von ihm, werden als Gesang zur Aussetzung des Allerheiligsten und zum sakramentalen Segen verwendet. Aus der 6. Strophe des Sacris solemniis hat Cesar Franck die Worte für sein Werk „Panis Angelicus“ entnommen. Wie dieses Werk, fügte Johannes Kurz in seinen ausführlichen, informativen Erklärungen die Musikwerke in den Jahresablauf in der katholischen Kirche ein und wies auf Zusammenhänge und Hintergründe hin.
Im zweiten Block, den MessingLiebe, das sind 3 Trompeter, 2 Hornistinnen und 2 Posaunisten – alle insgesamt Hobbymusiker, gestaltete, überraschte diese Bläserformation die Konzertbesucher mit ihrer Präzision und Ausdruckssstärke. Staunen konnte man nur, wie jeder einzelne Musiker und jede einzelne Musikerin die eigene Stimme intus hatte, um zu einer hervorragenden Intonierung jedes einzelnen Werkes beizutragen. Im ersten Teil präsentierte MessingLiebe „Forest Gump“, „Romeo und Julia“ und das weltbekannte „Hallelujah“ von Leonhard Cohen mit Philipp Groß aus Zell-Weierbach als Solist an der Posaune.
Den Mittelteil gestaltete die Musikkapelle Zell-Weierbach mit „Premiére Symphonie des Noëls“ von Michel Richard de Lalande (1657 – 1726), der am Hofe von Sonnenkönig Ludwig XIV. in Versailles unter anderem als Organist, Komponist, Hofkapellmeister und Musiklehrer der Töchter des Sonnenkönigs fungierte. Es handelt sich dabei um die Vertonung von traditionellen französischen Weihnachtsliedern, die an Heiligabend in der Kapelle des Schlosses von Versailles gesungen wurden. Für uns Musiker war es eine neue Musikwelt, in die uns Johannes Kurz durch gute Erklärungen und Beschreibungen eintauchen ließ.
Danach überzeugte MessingLiebe mit „I dreamed a dream“ und „Gabriellas Song“ ein weiteres Mal und erhielt, wie beim ersten Teil, viel Beifall am Ende der Aufführungen.
Zum Abschluss bot dann die Musikkapelle Zell-Weierbach die Arie „Selig sind die Verfolgung leiden“ aus der Oper „Der Evangelimann“ von Wilhelm Kienzl (1857 -1941). Schlusspunkt unseres Kirchenkonzerts bildete „Fanfare, Vorspiel und Choral“, in dem das Danklied „Großer Gott wir loben dich“ mit viel Spielfreude und präzisen Fanfarensignalen aus den Trompeten- Flügelhorn- und Posaunenregistern intoniert wurde. Großer, begeisterter Beifall aller Kirchenkonzertbesucher war der Lohn für Dirigent Johannes Kurz und für alle Musikerinnen und Musiker. Mit Stolz und einem Lächeln nahmen wir diese Anerkennung gerne entgegen.
Michael Spath, pensionierte Pfarrer, der in Zell-Weierbach wohnt, war voll des Lobes über all das Gehörte. Er sagte, dass es eine gelungene Darbietung gewesen sei. Die Musikstücke haben ihn alle sehr interessiert und könnten alle jederzeit auch in Gottesdienste integriert werden. Die Musik war präzise und stimmig und der Wechsel zwischen Musikkapelle und MessingLiebe eindrucksvoll. Persönlich habe ihn „Panis Angelicus“ und die Arie aus dem Evangelimann, sehr gut interpretiert durch Dirigent Johannes Kurz, ganz besonders angesprochen. Und weiter: „Wären die Ansagen weggelassen worden, hätte etwas gefehlt. Der Sakralraum war hilfreich, um nicht nur Töne zu hören und zu erleben, sondern auch um Dinge aus dem Gespielten herauszuhören und sie, zusammen mit den Informationen aus den Ansagen, vielleicht sogar neu einzuordnen. Theologisch und religiös war das von Johannes Kurz Gesagte stimmig und mit seiner engagiert hörbaren persönlichen Note sehr glaubhaft herüber gebracht.“
Dem bleibt nichts mehr hinzuzufügen, glauben wir.
Ihr Musikverein Zell-Weierbach

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