Endlich war wieder mehr Leben im Dorf

Wer hätte nach dem Regen gegen Morgen des letzten Sonntags noch ein Pfifferling gewettet, dass das Sonntagskonzert der Premieren mit Sicherheit standfinden würde? Und ob! Petrus war uns allen hold. Der Regen hatte die Luft abgekühlt und manche Windböe wirbelte Notenblätter beiseite – aber das beeinträchtigte die Spiellust der Musiker nicht.

Früh am Morgen waren die Musikerinnen und Musiker samt Dirigenten bereits auf den Beinen, um den Platz auf dem alten Schulhof Corona gerecht zu bestuhlen und Bänke für Familien aufzustellen. Dank der vielen Helfer war das schneller erledigt als gedacht. So konnten die Musiker bereits vor 10 Uhr die Einspielprobe beginnen. Um halb elf kamen bereits die ersten Konzertgäste, langsam füllte sich der Platz. Und kurz vor elf Uhr stellten einige Musiker beherzt noch einen Anhänger voll Stühle auf, um den vielen noch anstehenden Konzertbesuchern Platz zu bieten. Dank des Einsatzes unserer Beisitzer im Vorstand verlief der Zugang zum Festplatz reibungslos. Alle Achtung und ein herzliches Dankeschön an Sie liebe Konzertbesucher für die Beachtung der vorgegebenen Regelungen zur Corona Pandemie.

Ja, und kurz nach elf ging unser Konzert los – nicht unter der Stabführung von Johannes Kurz sondern mit Hannah Blattner am Dirigentenpult. Die erste, Aufmerksamkeit erregende Premiere bei unserem Sonntagskonzert unserer Musikkapelle. Sie dirigierte gut die Hälfte unserer Konzertstücke und hatte die Stücke für die Blechbläserensembles eigenständig mit den Musikern einstudiert. Ihr Dirigat, das sie bei Johannes Kurz erlernt hat, ist ausdrucksvoll, intensiv, stark und für die Musiker klar deutbar. Ihr Lächeln, ihre aufmunternde Gestik und Mimik feuern die Musiker an, vollen Einsatz zu bringen und ihre Vorstellung über das jeweilige Musikstück gut umzusetzen. Da haben wir ein richtiges Juwel in unseren Reihen – danke Hannah.

Nach den Tuttistücken Castaldo-Marsch und der Polka Slavonicka meisterten drei Posaunen als Trio den für sie arrangierten „Galopp“. Da ging es bis an die Grenzen nach dieser Corona Auszeit der Musiker – aber die Herausforderung ist gelungen: Ralf an der Bassposaune fetzte die Töne trocken und kernig heraus und war für die Einhaltung des Galopprhythmuses zuständig während Rosi und Joachim sich abwechselnd oder gemeinsam um die Melodieführung mit sehr schnellen Passagen kümmerten. Eine Superleistung für 1 ½ Monate Übezeit.

Nach dieser Posaunenpremiere war es dann Simone am Fagott, die nach gut 7 Monaten Lehrzeit zum ersten Mal bei uns „in den Ring ging“. Das aber gerne noch zusammen mit ihrem Lehrer Johannes Kurz, denn sie war verständlicherweise sehr aufgeregt und das Fagott war im „Marsch“ von Jan Hudec (1808 – 1863), zusammen mit der Bassklarinette, der Rhythmusgarant für die Klarinettisten. „Aus solchen Stücken, wie die beiden letztgenannten, entwickelten sich die Märsche, Polkas und weitere Musikarten für die Orchester oder die Stubenmusi in Oberbayern“, berichtete Johannes Kurz in seiner zugehörigen Ansage.

Zu Beginn des Sonntagskonzerts der Premieren begrüßte unser Vorsitzender Herbert Lenz die Konzertbesucher von Herzen und zeigte sich erfreut, endlich wieder für die Dorfgemeinschaft Blasmusik bieten zu können. Er bedankte sich bei den beiden Dirigenten und den Musikern für den großen Einsatz bei der Vorbereitung dieses besonderen Konzerts. Und dann setzte sich, nachdem das erste Stück verklungen war, Heinz Schütz mit seiner viel Freude und Enthusiasmus ausstrahlenden Ansage ins Bild. Sie konnten aus seiner Stimme heraushören, was Musikerfreude ist und was Musikern wichtig ist: nicht für sich sondern für die Menschen da zu sein, ihnen Freude bereiten und auch das Brot der Musiker, den Applaus, entgegen nehmen zu dürfen.

Wir waren sehr begeistert über den Anblick so vieler Konzertbesucher Mehr als 100 Musikbegeisterte, von der 4 Monate jungen Ellie, Tochter unseres Tenorhornisten Julio angefangen, über junge Familien und Mitbürger bis ins gesegnete Alter weit über die 80. Gerne wahrgenommen haben wir auch das Interesse unserer Musikkameraden im Rentnerstand an unserer Musik. Der Blick auf den heimeligen Platz, teilweise beschattet von 3 stattlichen Bäumen, und die vielen Konzertbesucher, die gespannt auf unsere Musik waren, das war ein gleiches Gefühl wie wenn wir in der Abtsberghalle bei unseren Frühjahrskonzerten auf „unser“ Konzertpublikum schauen – einfach rührend. Danke an Sie alle, dass Sie zu unserem Sonntagskonzert der Premieren gekommen sind.

Das nächste Mal dann mehr über den Konzertverlauf.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

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