Datschkueche zum Mitnämme un au ä Fläschli Wien oder Bier im September

Jetzt haben die Kinder und Schüler Ferien – Urlaubszeit für die Familie. Wir vom Musikverein Zell-Weierbach wollen Sie in den Ferien am Samstag, 5. September, anstatt zum Zeller Datschkuchenfest zu „Datschkueche zum Mitnämme“ von 16 – 20 Uhr gerne einladen. Dazu werden wir auch kühle Getränke in Flaschen – Weine, Engelbier und Paulaner Spezi – anbieten. So ausgerüstet, suchen Sie vielleicht eine Bank in den Reben, am Waldrand oder auch daheim auf und genießen Sie in der Familie den oder die verschiedenartig belegten traditionell badischen Datschkuchen zusammen mit den Getränken Ihrer Wahl. Eine gute Idee, stimmt’s?

Wir vom Musikverein sind alle noch tief beeindruckt von den vielen Begegnungen beim Sonntagskonzert der Premieren vor zwei Wochen – und wenn es auch nur ein Austausch von Blicken war. Jetzt konnte jeder real fühlen und wertschätzen, was ihm in den mehr als 4 vergangenen Corona Monaten immer und immer wieder gefehlt hat – Begegnungen und Anlässe dazu.

Wir vom Musikverein Zell-Weierbach sind glücklich, einen Dirigenten zu haben, der die Initiative ergreift, sich über die jeweilige Corona Verordnungslage informiert, sich mit Kollegen darüber austauscht, sich Besetzungen in der Musikkapelle ausdenkt, die auch in kleinen Gruppen harmonisch miteinander erfolgreich musiziert werden können, nach entsprechenden Stücken bei den Verlagen sucht oder auf die Musiker geschnitten arrangiert, die Stücke mit viel Geduld und Überzeugungskraft – nach 2 ½ Monaten Corona bedingtem Stillstand und verlorenem Ansatz und reduzierten Fertigkeiten – einstudiert, Hannah mit ihren 19 Lenzen ins Dirigier- und Organisiergeschäft einbindet und bespricht sowie auch an je nach Corona Situation mögliche Auftritte denkt und in der Vorstandsbesprechung zur Diskussion stellt – einfach gesagt: Johannes Kurz ist ein Anker auf offener Corona See.

Eine große Herausforderung hat er auch den Klarinetten, Querflöten und den Saxofonen zugespielt mit der Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauß. An das rasante Tempo der Wiener Philharmoniker im Neujahrskonzert reicht es noch lange nicht, aber jeder Einzelne hatte seine Passagen auf dem Notenblatt stehen, die viel Übung bedurften. Johannes Kurz, als Dirigent zum ersten Mal an diesem Sonntag auftretend, hatte die Lage im Griff und feuerte das Holzregister zu einer recht spritzig sich anhörenden Tritsch-Tratsch-Polka an.

Bei dem Medley aus My Fair Lady, das Heinz Schütz in wenigen Sätzen informativ vorstellte, meisterte Hannah als Dirigentin die Tempo betreffenden schwierigen Übergänge zwischen den einzelnen Songs bravourös. Danach kamen alle Blechbläser zum ersten Mal zum Einsatz. „O Happy Day“ interpretierend, gab es für viele der Musikanten solistische Parts. Das schönstes Lächeln auf ihren Lippen und die strahlenden Augen der Dirigentin im Blickwinkel der Musiker, wie sollte da so ein Frohsinn ausstrahlendes Gospel nicht gelingen! Und auch hier gab es in der Ensemblebesetzung eine Premiere: Ines Scherer. Sie spielt zum ersten Mal mit ihrer Trompete im Orchester und im Blechbläserensemble mit. Sie kommt aus der Erwachsenenbläserklasse der Musikschule Offenburg und findet es spannend, bei uns mitzuspielen.

Das Spiritual „Deep River“, interpretiert vom Klarinettenregister, war langsam und melancholisch. Da war Tonqualität und Tonkultur gefragt.

Danach kam, wie Heinz Schütz liebevoll betonte, der „Maître de la Musique“ ans Dirigentenpult und leitete die Musikkapelle Zell-Weierbach souverän über alle Klippen des „Simon and Garfunkel-Medleys“. Da braucht es nicht mehr vieler Worte nach fast 9 Jahren Dirigat von Johannes Kurz, ist uns Musiker bereits in der einzigen Tuttiprobe am vorhergehenden Mittwoch mit großem Staunen bewusst geworden.

Die nächsten drei Ensemblestücke hat Johannes Kurz seiner Lieblingsband, den Beatles, gewidmet, wie er bei seiner Ansage verriet. Den Auftakt machte das Holzregister mit „Yesterday“. Die Querflöten und die führende Klarinette warfen sich bei der Melodieführung den Spielball zu ehe dann Katrin in tiefer, warmer Klarinettenlage die Melodieführung übernahm und sie bis zum Schluss nicht mehr abgeben sollte. Mit „Michelle“ und „I wanna hold your hand“ war es dann das komplette Blechsatzensemble, das unter Stabführung von Hannah diese bekannte Beatle Songs zum Besten gab.

Wie doch die Zeit verging. Die Rathausuhr hat schon vor einer Weile zur Mittagszeit geschlagen, als die traditionelle Unterhaltungskonzertschlussrunde angestimmt wurde. „Schwarzwaldmusikanten, spielen auf für Alt und Jung …“ (da werden bei Josef Acker wohl schöne Erinnerungen aus der Zeit, als er bei den Schwarzwaldmusikanten unter Rolf Schneebiegl mitspielte, wach geworden sein) und bei der Schwarzwaldmarie, unserer Stimmungskanone, sangen nicht nur die Musiker mit. „Bis bald auf Wiedersehen“ hieß es schließlich. Heinz Schütz schmetterte den Refrain mit viel Herzblut ins Mikrofon und wohl auch viele Konzertbesucher summten leise mit. Bei dem wundervollen Applaus war dann aus langer Tradition rührend, noch das Badner Lied auf dem Tablett. Wer wollte sich da nicht als Badener bekennen!

Ein berührender Anfang für Publikum und Musikanten war dieses Sonntagskonzert der Premieren. Hoffen wir alle, dass Corona diesen hoffnungsvollen Wiederbeginn nicht niederwalzen wird sondern ein Auftakt für viele weitere schöne Momente im Dorfleben war.

Ihr Musikverein Zell-Weierbach

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